A little help for my friends – Gesucht Wohnungen, biete Liebesbrief

crossing fingers

Bild Kelley Mari by Creative Commons

Es ist ein neues Jahr und man spricht dabei oft von “Neues Jahr, neues Glück“. Ich selbst werde für 2014 wohl auch noch etwas Glück brauchen, möchte zum Start von 2014 aber gerne versuchen, anderen Menschen zu etwas Glück zu verhelfen. Vielleicht kannst du mich dabei ja unterstützen, denn:

Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben. [Carmen Sylva]

Gesucht für Freunde: Wohnungen und Atelier in Zürich

Vier Menschen, die ich gerne mag, gelangten in letzter Zeit wegen ihrer Wohnungssuche in und um Zürich an mich. Bisher konnte ich ihnen leider nicht weiterhelfen. Wer wie ich schon eine bezahlbare Wohnung in Zürich suchte, die auch noch zum Wohnen einlädt, weiss, wie schwer dieses Unterfangen heutzutage ist. Wer das nicht glaubt, der kann ja mal auf Homegate nachgucken.
Ich hatte vor vielen Jahren das Glück ohne “Vitamin B” eine solche Wohnung zu finden und vielleicht kann ich mit deiner Hilfe – also mit Vitamin SoMe – den Suchenden einen überraschend positiven Start ins 2014 ermöglichen. Übrigens: Meine Freunde wissen nicht, dass ich diese Aktion hier starte (vielleicht wäre es Ihnen auch etwas unangenehm), darum habe ich ihnen im Tarantino-Stil einen Alias zugewiesen. Im Gegensatz zu Tarantinos Helden sind es alles Menschen, die man sich als Nachbar wünscht.

Wer Was Wo  Miete (inkl.) Ab wann
Mr. Orange 2 Zimmer Zürich, Wunsch im Kreis 3,4,5,9

CHF 1200

sofort
Ms. White 2 Zimmer Zürich, Wunsch Wiedikon, Wipkingen, Kreuzplatz, Hardbrücke, Albisrieden

CHF 1400

Februar / März
Ms. Blue 4 Zimmer Zürich oder umliegend mit guter ÖV-Verbindung

CHF 2100

März
Mr. Brown Atelier für Fotografie Kreis 3, 4, 5 ? ?

Melde dich bei mir

Wenn du also etwas weisst oder einen Tipp hast, der darüber hinaus geht, was man auf Wohnungssuche sowieso schon tut (Homegate, Ronorp, Verwaltung angehen, etc.), dann melde dich bitte über dieses Formular, ich stelle dann sehr gerne den Kontakt her. Wenn du – wie ich auch – keinen Tipp hast, freut es mich, wenn du diesen Blogpost weiterleitest.

 

Was springt dabei für dich raus?

Unter allen brauchbaren Tipps und Angeboten die mich erreichen, verlose ich einen Preis und zwar einen, den man nicht kaufen kann. Zur Wahl stehen:

  • Eine Ausfahrt als Sozius / Sozia mit meinem Töff und mir als Fahrer (auf eigenes Risiko)
  • Ein Crash-Kurs wie man einen feinen Zopf für den Sonntagsbrunch bäckt
  • Einen Blogbeitrag, hier auf slartbart.com,  zum Thema deiner Wahl
  • Einen Liebesbrief, den ich als Ghostwriter (oder Cupidwriter) für dich schreibe und mit dem du mit etwas Glück das Herz deines Angebeteten/ deiner Angebeteten gewinnst (ohne Erfolgsgarantie :-) ) – oder deine Liebe deiner Partnerin / deinem Partner von Neuem eröffnest.

Bitte bedenken

Es kann durchaus sein, dass die Suchenden zum Zeitpunkt deines Tipps bereits eine Wohnung gefunden haben oder dass sie die von dir vorgeschlagene Wohnung ausschlagen, weil sie ihnen nicht gefällt. Eine neue Wohnung soll ja Basis für weiteres Lebensglück und darum gut ausgewählt sein, darum bitte ich um Nachsicht, sollte dieser Fall eintreten.

Und hier noch die Alias-Szene aus Reservoir Dogs

Sponsoring: Schnapsidee inside? Mitnichten!

Bild zeigt Intel-Logo auf der Innenseite das FC Barcelona-Trikots

Bild aus der Intel-Medienmitteilung

Über den nachfolgenden Tweet von Roger Hausmann (@roger_hausmann)  bin ich auf die Sponsoring-Idee von Intel gestossen.  FC Barcelona, früher stolzer Trikot-Sponsor-Ignorant braucht heute auch das Geld, ohne das es im Spitzenfussball schlicht nicht mehr geht (auch im Nicht-Spitzenfussball, wie das Beispiel Grasshopper Club Zürich zeigt). Erst dachte ich, was für eine blödsinnige Idee von Intel, aber dann hat es mir gedämmert und je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr wurde mir klar, dass das eine grossartige Idee ist, besonders für Intel.

Das “Intel Inside”-Ding

Intel wirbt ja schon lange mit dem Claim “Intel Inside”. Damit schafft es Intel, seiner Marke Aufmerksamkeit zu geben, die sie sonst kaum bekäme. So ein Prozessor, also das Herzli eines Rechners, wird ja nur von den Nerds gesehen, welche eine Kiste aufschrauben und die Innereien angucken, oder gar austauschen. Die breite Anwendermasse bekommt den Prozessor nur dann zu Gesicht, wenn sie entnervt den Rechner aus dem Fenster des zweiten Stocks werfen und die Sauerei nach der emotionalen Ausgleichshandlung auf der Strasse zusammenwischen müssen (oder ähnlich).

Zur Erinnerung: Das Sponsoring

Im Sponsoring ist – ganz grob formuliert, im Detail gibt es viele Nuancen – entscheidend, dass Markenwerte unterstützt oder transportiert werden, nur dann kann genügend Aufmerksamkeit für die Marke geschaffen und das Image transportiert werden. Wird das erzielt – und das ist die grosse Kunst, die den meisten nicht gelingt–, bekommt das Sponsoring  einen starken Vorteil gegenüber schlichter Werbung, weil es mit einem Erlebnis verbunden ist und die Markenbotschaft eher unterschwellig bei der Empfängerin ankommt. Das kann für eine spezifische Zielgruppe genauso gut erfolgen wie die breite Masse.

Cleverer Intel-Marketingmensch!

Auf den ersten Blick erscheint es doof, die Innenseite eines Trikots mit einem Logo zu bedrucken. Der geneigte Fussballgucker und noch mehr die dem manchmal aufblitzenden Sixpack nicht ganz abgeneigte Fussballguckerin wissen aber, dass die Innenseite doch recht oft zu sehen ist. Dann nämlich, wenn der pfauische Fussballstar nach geschossenem Tor, seinem Jubel freien lauf lässt. Am liebsten möchte er dann das Leibchen abstreifen und in guter Primatenmanier seinen nackten Oberkörper zu Schau stellen, manchmal auch begleitet durch martialisches Geschrei, Mimik und Brusttrommeln.
Das haben die Fussballverbände inzwischen unterbunden. Wer es doch tut, bekommt eine Strafe (gelbe Karte). Was macht also der Fussballspieler im Testosteronsturm? Er lupft das Leibchen bis zur Brust oder er zieht es sich über den Kopf. Und dann, nur dann, in erfolgreichen, wichtigen  Momenten ist das Intel–Logo zu sehen, eingefangen von allen Kameras, hochauflösend, in Nahaufnahme und suggeriert: “Mit Intel Inside ist man leistungsfähiger, erfolgreicher”. Genau wie ein Prozessor, der sonst nie ersichtlich ist, aber in den wichtigen Momenten entscheidend sein kann.
Mit witzigen Begleitaktionen kann das sogar noch viel intensiver inszeniert werden und die Fanleibchen mit Aufdruck werden beim Waschen ja auch alle gedreht, das sieht dann wohl mehrheitlich (noch) die Mutter, aber die ist bei Kaufentscheiden von Elektronikgeräten nicht ganz unwichtig. Es ist ein mutiger Weg, mit noch mehr Flopp-Risiko als das profane Sponsorings ganz allgemein schon bergen. Doch ich halte es für eine sehr clevere Aktion, die fast nur für Intel passt. Well done!

Nota Bene:

  1. Auch gut gemacht vom FC Barcelona: Wer kann schon beide Seiten seines Trikots vermarkten?
  2. Das Logo hebt sich aber für mich zu wenig auffällig vom Weiss ab. Das hätte ich anders gemacht.
  3. Wetten, dass die Spieler angehalten werden, das Trikot beim Torjubel vermehrt über den Kopf zu ziehen?

Gastbeitrag: Es ist zum Nüsse knacken!

schmutzliJedes Jahr das selbe Spiel vor und am 6. Dezäember. Während mein Chef und ich um die Häuser schliched streifen müssen wir uns anhören, dass wir vom Nordpol kommen, “Hohoho” soll er sagen, der Boss. Da juckt’s mich im Zeh, mit meinem Stiefel auszuholen und dem Kerl – dem “Hohoho”-Sager, nicht etwa dem Chef – einen ordentlichen Tritt in den Hintern zu verpassen. Der Chef ist, da jeweils die Ruhe selbst und ringt sich noch ein Lächeln ab. Ich bin dann jeweils wieder froh, wenn ich dihei zuhause bin, draussen im Wald. Dann kann ich am Fell der Rehe schnupperän und sie hinter den Ohren kraulen. Das beruhigt; und wenn nicht, dann sage ich dem Rehlein gute Nacht und gehe ich hinters Haus und spalte Holz. Das sieht dann etwa so aus:

Irgendwie haben die Leutz (höhö, das haben ich von den Jungen abgeguckt, lüpfig, gäll) in den Dörfern und noch mehr in den Städten irgendwie ein “durrenand” gemacht mit dem Typen aus anderen Ländern. Soll einer noch sagen, das Coca-Cola nicht aufs Oberstübchen schlägt, höhö. Da ich ja eigentlich ein lieber Kerl bin (isch würklich so!) mache ich hier mal eine Gegenüberstellung. Vielleicht hilft das. Alle Angaben natürlich ohne Geweih, schliesslich will ich ja nicht die ganze Sage demaskieren (hät mer mal eine gseit, das töni no gschiid, wänn mer das sägi) und mir lupft so schnell keiner den Bart um genauer nachzusehen.

Mal ganz grundsätzlich

Schweiz Sonstwo
Samichlaus (chrischtlich mit Bischofsmütze, aber lieber mit Zipfelchappe) Nikolaus
Christkindli Weihnachtsmann, Santa Claus
Schmutzli Knecht Ruprecht, Krampus

Und jetzt im Detail: Unterschied Chlaus und Santa Claus

Cha nöd so guet tüütsch drum schrib i da une minere Schnurre na

Samichlaus Weihnachtsmann
wohnt Im Wald Am Nordpol
fahrt Nix da, gaht z’Fuess Schlitten
Zugmaschine Eseli Rentier
seit Guete Abig Ho-Ho-Ho
sin Kumpel Schmutzli, das bin ich Rudolf s’Rentier
chunt verbi 6. Dezember 24./25. Dezember
bringt Nuss, Bire, Süesses, chlini Gschänk und gueti Wünsch Gschänkli
Alarmgrät Glöggli Schälle
macht Usem Buech läse und Gschichte verzelle, em Chind zuelose, Sprüchli lose Lost de Chind zue
treit Es langs eifachs Gwand mit Kordle um de Buch und e langi Zipfelchappe ohni Pompom und Firrlefanz E Hose mit Gurt und e Jagge, plus e Chape mit Pompon
chunt i d’Wonig Dur d’Hustür, nachdämm er agchlopft hätt. Schliesslich en aständige Ma, oder? Durs Chämi (und wird nöd dräckig debi, wie macht dä das?)
trinkt Tee Kei Ahnig, Coca-Cola?

Sodelig, ich hoffe, ich konnte euch das wieder mal etwas näher bringen und wie geschrieben ist die Liste nicht sakrosankt, man kann das auch ein bitzeli anderst sehen. Jetzt hoffe ich, Ihr wart alle brav und ich kann meine Fitze in meiner Bauchkordel stecken lassen. Aber eigentlich schon schade, dass man heute nur noch den Weihnachtsmann Geschenke vorbeibringen sieht, das hat das schnusig Chrischtchindli nicht verdient.

Macheds guet!

Eue Schmutzli (gopf, wo sind jetzt wider die Guetzli anecho?)Klecks

In den saueren Apfel gebissen

Foto: Alexander von Harlem / Barockschloss by Creative Commons

Apple ist ja bei uns Marketeers Inbegriff für das Gute, wie man es machen soll, etc. und in der Tat ist es beeindruckend, wie konsequent die Markenführung durchgezogen wird. Ein süsser Apfel, feiner Gala oder so. Das können sie auch, weil so viel von der Wertschöpfungskette unter Kontrolle haben, wie kaum eine andere vergleichbare Marke. Zudem sind sie — erstaunlicherweise, denn das wird ja in jeder Marketingausbildung auf- und abgepredigt — Vorreiter darin, Dinge nicht zu predigen, sondern zu tun. Hier eine Auswahl als Beispiel:

  • Die Verpackung ist Teil des Produkts (man traut sich kaum, die Schachtel fortzuwerfen oder für was Anderes zu verwenden)
  • Die Verpackungen sind beduftet (genau so, dass man es nicht bewusst wahrnimmt, aber so, das bestimmt kein Paket je stinkt)
  • Die Stores sind Erlebnisorte und keine primären Verkaufsorte. Ich kann die Marke inszeniert erleben
  • Klang ist Teil des Markenerlebnisses

Darum erstaunt es, dass an anderen Orten riesige Lücken klaffen. Zum Beispiel die unsägliche Sprachwahl, die bei Thomas Lang schon zum Running-Gag wird:

Oder einem Auftritt in Sozialen Netzwerken, den sich wohl Coop von Apple abgeguckt hat.
Aber es gibt noch viel Schlimmeres, nämlich wenn man ein Software-Problem hat.

Das Problem

Episode 1

Ich habe ein MacBookAir von 2010, das hatte ich mit vorinstallierter Software iWorks gekauft. Blöderweise stürzte Keynote immer wieder ab.  Also bin ich flugs in den AppStore und habe mir Keynote nochmals runtergeladen. Dafür wurde mir dann 20 Franken in Rechnung gestellt.

Episode 2

Nach der Installation von Mavericks meint iPhoto — mit dem ich nota bene alle meine Fotos verwalte — es könne unter dieser OSX-Version nicht mehr geöffnet werden. Mir wurde der Eingang zum Paradies verwehrt.

Apples Kundendienst, der Biss in den sauren Apfel

Episode 1

Ich schrieb ein Mail, über den Kontakt, der einem beim Softwarekauf angegeben wird und teilte alle Informationen die ich dazu hatte (ich grub dazu meinen alten Kaufbeleg wieder aus) und sagte, dass ich die Software darum nicht bezahlen wolle. Die Antwort — inklusive persönliche Vorstellung des Kundendienst-Mitarbeiters— meinte, ich solle die Software doch künftig nochmals von der DVD laden, die 20 Franken würden sie mir ausnahmsweise gutschreiben. Ich sah den erhobenen Zeigefinger der Formulierung  vor meinem geistigen Auge.

Episode 2

Ich schreibe zurück, dass die Software eben vorinstalliert  war und ich darum keine DVD habe und auch wenn ich hätte, nichts damit anzustellen wüsste, weil das MacBookAir ja kein DVD-Laufwerk besitze.  Ein neuer Kontakt — inklusive Persönlicher Vorstellung — Begriff dann das Problem, meinte ich solle die Software doch vom AppStore unter “Einkäufe” runterladen. Ich beschied ihm, dass ich die Software dort eben nicht aufgelistet sehe,  wohl weil die Software auf meinen Rechner kam, bevor es einen AppStore für OSX gab. Da könne er mir nicht weiterhelfen, ich solle mich beim Support melden.

Da hatte ich schon genug und wollte aufgeben, als aber nach der Installation von Mavericks auch iPhoto — du ahnst es, auch vorinstalliert — nicht mehr starten wollte, erhöhte sich mein Blutdruck wieder.

 Episode 3

Ich hangelte mich also durch die Website, fand nix, wo man sich über die Software beklagen konnte, wählte “Anderes” (oder ähnlich) und landete auf der Website für Deutschland. Ich probierte das noch ein paar Mal und schaffte es letztlich zum Support für die Schweiz zu gelangen, wo geschrieben stand, dass ich natürlich keinen Service-Anspruch habe und ein Fall so gegen 70 Franken koste. Ich wählte die “Ausnahmesituation”-Option und wählte Chat, der funktionierte aber trotz mehreren Anläufen nicht, weshalb ich einen Rückruf anforderte. Der klappte auch. Der Herr — inklusiver persönlicher Vorstellung —  erfasste das Problem, erfasste aber auch, dass er mir nicht helfen konnte, er habe den Fall aber erfasst und hinterlegt, damit ich ihn nicht nochmals erzählen müsse (du ahnt es).  Er meinte auch noch, dass das neue iWorks neu lizensiert/gekauft werden müsse, aber bei Neukäufen ab 1. Oktober gratis sei, ich solle mir also quasi ein neues Notebook kaufen (haste Worte!). Da ich dafür keinen Grund sah und ich darauf bestand, dass ich meine Software, die nicht abgekündigt ist, weiter verwenden wolle, kamen wir weiter, jedoch nicht sehr weit. Da wegen Mavericks  seine Kontakte nicht erreichbar seien, Telefonsystem überlastet, und ich insgesamt schon gegen eine Stunde in der Warteschleife war, meinte er ich solle den After Sales anrufen. Übrigens: Die Musik  Der akkustische Raumspray (© Wiglaf Droste) in der Warteschleife tönte wie früher aus dem Kofferradio auf der Gotthardstrecke, im Kehrtunnel.

Episode 4

Ich rief also den After-Sales-Support an und merkte, dass da nix war mit direkt einwählen wie versprochen, sondern ich mich zuerst mit einem Nummernautomaten begnügen musste. Da nix für Software dabei war, landete ich bei allem anderen. Der Herr — der sich freundlich vorstellte — meinte aber, ich sei bei ihm falsch, hier sei iPad, ich winselte lautlos. Er konnte mich aber mit dem richtigen Ort verbinden. Nach “Musik”, begrüsste mich eine Frau — die sich freundlich vorstellte — und mich erst mal fragte worum es ging. Da war sie wieder, meine Geschichte, die hinterlegt sein sollte. Ich erzählte die Geschichte erneut —so muss sich ein Komiker auf der Bühne fühlen, überhaupt nicht komisch. Die Frau merkte mir meine Mürrigkeit an (das Schaffen Männer nie so gut) und ich deeskalierte gleich, als ich dies wiederum bemerkte. Sie wolle kurz abklären und gebe mir in der Zwischenzeit etwas Musik auf meine Lauscher. Ich konnte mir einen Lacher nicht verkneifen. Lange Warteschleife, kurzer Sinn: Sie konnte mir nicht helfen, kam auch nicht durch und wollte mir eine weitere Berieselung durch Kakkofonie ersparen (danke!). Man werde mir zurückrufen.

Episode 5

Wie immer, wenn du ‘ner Frau deine Telefonnummer gibst und sie um einen Rückruf bittest, bleibt dieser dann aus ;-)

Fazit

Apple-Mitarbeiter sind zwar immer freundlich, sie haben aber null Handlungsspielraum. Wenn der Kundendienst jedoch nicht mehr Handlungsspielraum hat, als ein strukturiertes Formular auf der Website, ist er schlicht überflüssig. Bedenkt man die Kosten der von mir gekauften Software und diejenige der Hotline, welche ich  für mindestens 2h (bisher, das Problem ist ja noch nicht gelöst) beschäftigte, wäre es einfacher gewesen mir einfach ne neue Lizenz im AppStore zu vergeben. Schliesslich habe ich die Software ja schon mal gekauft.

Das Kundenerlebnis ist grauenhaft: Die Musik ist schlimm — hatten wir. Man will alles verrechnen — hatten wir. Man will was Neues verkaufen, statt das Problem lösen — hatten wir. Aber wie man wie eine heisse Kartoffel rumgereicht wird, weil jeder nur bestrebt ist, das Problem von seinem Tisch zu haben und quasi darauf hofft, dass der Kunde dann einfach aufgibt und was Neues kauft, das habe ich noch so nie erlebt. Man stelle sich den Sturm der Entrüstung vor, wenn das bei Swisscom oder UPC Cablecom geschehen würde.

Wann begreifen Firmen endlich, dass ein guter Kundendienst zwar nicht beim Kaufentscheid hilft, aber dafür umso mehr bei der Kundenbindung. Da Apple aber nicht auf Sozialen Netzwerken mithört und somit sicher nicht lesen wird, passiert da auch nichts. Die Prinzessin auf dem Apfel. Selbst wenn sie diesen Artikel per Zufall doch noch sehen würden, wäre das Apple wohl egal, denn sie wissen genau, dass sie einem mit ihren Produkten und Services so im Bannstrahl ihres Universums (Lock-in) haben, dass man daraus fast nicht mehr entrinnen kann.

Ob ich bei all dem wieder ein Apple Notebook kaufen werde? Ich weiss nicht, vermutlich schon, die Produkte sind, wenn sie funktionieren ja wirklich dolle, aber ich werde diese Episode beim Kaufentscheid sicher nicht vergessen. Wer beisst schon gern zwei Mal in denselben sauren, faulen Apfel.

Blogstöckchen – dieses Dings an der Leine

10013Blogger (zähle mich selbst eigentlich gar nicht dazu) tun und schreiben ja Vieles. Aktuell ist es etwas in Mode, Stöckchen nachzuhecheln. Wenn ich als Kind den Hunden unserer Familie beim Spiel, das Stöckchen zu apportieren, zuschaute, dachte ich manchmal: “Mann sind die bescheuert!” Jetzt bin ich selbst das zweite Mal dabei — vielleicht auch ein bisschen bescheuert, das Urteil überlasse ich der Leserin / dem Leser — einem virtuellen Stöckchen nachzurennen, es zu fassen und es zurückzubringen. Letztlich ist es immer eine gute Gelegenheit, sich wieder einmal mit sich selbst auseinander zu setzen. Heute zum Thema “Online”, drum bitte anschnallen.:

1. Auf welcher Plattform warst du zuerst unterwegs? Was war deine Motivation?

Die erste war vermutlich der Perron der Forchbahn. Spass beiseite: In dieser Online-Welt war es Xing, weil es mir damit einfacher fiel, Geschäftskontakte auseinander zu halten (bin grauenhaft schlecht mit Namen). Danach kam dann aber ganz schnell Twitter, einfach mal um zu verstehen.

2. Wie erklärst du einem Menschen, der sich überhaupt nicht damit auskennt, Twitter?

Twitter ist wie SMS-Austausch zwischen zwei oder mehreren Personen, den alle lesen können.

3. Wo befindet sich dein Smartphone über Nacht – und warum?

Im Eingang, weil es nicht neben mein Bett gehört, das mich ja schlafen lassen soll. Das war schon früher mit den “Dumb-Phon.. “.. äh.. “Classic Phones” (auch noch die mit Schnur) so. Ich wollte mich damals schon nicht von einem Anruf wecken lassen. Ausnahme ist in Hotels, da brauche ich das Smartphone als Wecker.

4. Welche Online-Tools kannst du empfehlen?

Wunderlist, Google Bookmarks, Google Contacts, Google Docs, es gibt so viele (Evernote gehört nicht dazu, komme mir damit im Vergleich zu OneNote immer noch wie ein Hund im Zwinger vor). Ganz grundsätzlich bleibe ich bei Native-Tools, so auch bei der Twitter-App.

5. Ist es dir wichtig, wie viele Follower/Freunde du hast? Warum ja/nein?

Eigentlich ganz schnuppe, aber das stimmt nicht ganz. Absolut unwichtig ist es mir nicht, denn irgendwie ist es ja auch ein Relevanz-Index und man (jedermann?) möchte ja gerne relevant sein. Ich meine aber, dass es mir viel weniger wichtig ist als den meisten Personen die ich kenne. Siehe meinen Blogbeitrag “Internet-Superstars? Nein, Twitterhippies braucht das Land” dazu.

6. Gehst du an Social Media-Treffen und warum tust du es (oder eben nicht)?

Klar, mich interessieren die Menschen hinter den Stories und es gibt viele interessante Menschen in diesen Sozialen Netzwerken. Letztlich vor allem bei Twitter, weil sich dort viele Menschen mit überdurchschnittlicher Sprachbegabung und Witz tummeln. Das mag ich.

7. Gehst du bewusst mit deiner Online-Zeit um und möchtest du diesbezüglich etwas ändern?

Ich frage mich manchmal schon, ob ich “Online-süchtig” bin. Ich kann auf alle Fälle nicht behaupten, dass mein Suchtverhalten so unterschiedlich dem von Rauchern ist. Ganz grundsätzlich konnte ich diese Frage noch nie klar mit “nein” beantworten. Dazu bin ich einfach zu neugierig. Es ist aber etwas, auf das ich ein wachendes Auge geworfen habe. Der Zustand, wenn ich auf dem “Online-Aff” bin, erschreckt mich manchmal.

8. Was steht in deiner Twitter-Bio und was möchtest du damit aussagen?

Stadtwanderer, Text- und Musikliebhaber, Marketingmensch. Erfinder vom #urks & #nachsichtgerät, Medium zu #superslart & #slartfuzius. Privates Profil (strikt)

#tsüri (meistens) · slartbart.com

Ich glaube, das sagt alles, worum es mir auf Twitter geht und ich meine darum, es sei selbsterklärend.

9. Hast du schon einmal einen total emotionalen Post abgesetzt, was ist danach passiert und was hast du daraus gelernt?

Einmal? Kchch, immer wieder. Ich bin ein emotionaler Mensch, das gehört bei mir dazu. Gelernt habe ich daraus, das ich das immer noch zu wenig unterdrücken kann/will. Die Problematik liegt vor allem darin, dass halt einfach die Tonalität fehlt und das beim Empfänger, der Empfängerin in den falschen Hals kommen kann, das lässt sich dann kaum mehr korrigieren. Aber ich habe auch schon viele positive emotionale Posts abgesetzt. “Emotionen” ist ja völlig zu unrecht negativ behaftet.

10. Welche fünf Begriffe beschreiben dein aktuelles Befinden?

Jobsuche, Neues, Reflektion, Ehrlichkeit, Freundschaft

Hasso, fass!

Wenn du auch gerne Stöckchen apportieren möchtest, hier ein paar Fragen von mir zum Thema “Online”:

  1. Was war dein bisher bestes Online-Erlebnis?
  2. Was war dein bisher übelstes Online-Erlebnis?
  3. Wann hast du zum letzten Mal einen Fax benutzt?
  4. Welchen Online-Promi möchtest du mal persönlich kennenlernen?
  5. Was möchtest du am liebsten online erledigen können, was heute noch nicht möglich ist?
  6. Was würdest die nie online abwickeln?
  7. Wärst du bereit deine Gesundheitsakte online zu verwalten (und wenn nein, warum nicht)?
  8. Was wird am Web am meisten überschätzt?
  9. Wie schaffst du es, dass du dich mit dem Web nicht zu fest ablenkst?
  10. Wenn du Twitter und Facebook mit einem Essen beschreiben müsstest, was würde in der Menükarte stehen?

Marketingleiter, ledig, sucht….

… eine Marke zum Verlieben

Nach zwei wundervollen, mehrjährigen Beziehungen zu den Marken Netcetera (B2B) und Brack.ch (B2C) suche ich ab November 2013 eine neue Marke, der ich meine Treue schwören und die ich auf Händen tragen darf.

Meine Mitgift

Ich sorge dafür, dass du

Für Brautschau auch gerne mal im Anzug

Für Brautschau auch gerne mal im Anzug

  • im besten Licht dastehst (Marketingkommunikation, PR)
  • geschätzt wirst und dich erfolgreich weiterentwickeln kannst (Markenpositionierung, Markenaufbau und -führung)
  • mit einer ausgeklügelten Koordination erfolgreich bist. (Integrierte Kommunikation)
  • immer mit der Zeit gehst. Falls du also mit Online Marketing, Mobile, Social Media oder E-Commerce noch nicht so viel Erfahrung hast, kein Problem, ich bringe das mit.
  • auch mal ausgefallene Dinge ausprobierst, die wir vielleicht beide noch nicht kennen
  • an Events und mit Sponsoringaktivitäten eine gute Falle machst
  • auch mal einen neidischen Blick erhältst

Mich zeichnet eine professionelle, zielgerichtete und methodische Vorgehensweise aus, die Ergebnisse schafft und keine Marketing-Schlagworte. Ich führe fordernd und fördernd. Dabei ist mir wichtig, dass Raum für Kreativität und Querdenken geschaffen wird. Gespräche, schöne Texte und Musik sind meine Inspiration.

Was ich mir von dir wünsche:

  • Mehr 360-Grad-Marketing, anstatt nationaler Adaption von internationalen Konzepten
  • Eine Vorstellung, wohin du dich mittel- und langfristig entwickeln möchtest
  • Einen offenen Geist, der den Wert von Mitarbeitern erkennt
  • Dass du deiner Intuition auch mal den Vorzug gegenüber der Zahlenflut lässt
  • Moderne Umgangsformen
  • Am liebsten eine Abteilung / ein Team, das ich führen darf

Da ich mein Herz auch an Zürich verloren habe, ziehe ich vor, wenn du in Zürich lebst oder hier zumindest eine Zweitwohnung hast.

Übrigens

Falls du jetzt denkst. “Ja, ja, das sagen sie am Anfang alle!”, bestätigen dir meine früheren Liebschaften gerne, dass ich keine leeren Versprechen abgebe. Branchenzugehörigkeit ist mir nicht so wichtig, schliesslich habe ich bereits für die Industrie, IT, Finanzdienstleistung und den Handel gearbeitet.

Melde dich!

Wenn du dich angesprochen fühlst, melde dich bitte — mit dem untenstehende Kontaktformular — bei mir, dann erzähle ich dir gerne mehr über mich. Falls nicht oder wenn du bereits einen beneidenswerten Markenflüsterer hast, freut es mich, wenn du meine Anzeige weiterleitest.

Vielen Dank, Marc Werlen

Das elektronische Bild ist für SBB immer noch Neuland

Als ich vor einem Jahr ein GA kaufen wollte, geriet ich wegen eines Fotos, das partout physisch abgeliefert werden muss, auf eine Odyssee. Jetzt, ein Jahr später, stelle ich fest, dass elektronische Daten der SBB noch immer Probleme bereiten.

Kein neues GA

Mein GA wollte ich nicht verlängern, weil sich meine Lebensumstände geändert haben und das GA mir darum keinen Mehrwert bietet. Auch die SBB möchte wohl nicht, dass ich das GA verlängere, denn entweder habe ich die Meldung verpasst oder ich habe keinen Hinweis für die Verlängerung erhalten. Das muss ja auch nicht sein, wäre aber noch hübsch, um die Bestandskunden bei der Stange zu halten. Andere Firmen  tun das und bieten Bestandskunden, die das wohl zweitteuerste Produkt (GA 2. Klasse) kaufen, auch noch Zusatzleistungen an. Das macht die SBB vielleicht auch, aber auch das habe ich nicht mitbekommen. Die App, ein physisches Schrieben, oder auch per E-Mail (wo es halt vielleicht untergeht) böten hierzu Gelegenheit für Hinweise.

Da wir also beide nicht wollten, dass ich weiter ein GA habe, habe ich mich für einen ZVV-Netzpass für einen Monat und für ein Halbtax-Abonnement entschieden. Das sollte auch nicht auf meinem Telefon sein, denn weil mein Telefon ein Smartphone ist, geht dem immer wieder der Saft aus und dann stehe ich zwar mit gültigem Ticket da, kann es aber nicht präsentieren, was die SBB verständlicherweise nicht mag.

Verstaubt

Ich begab mich zum Hauptbahnhof, zog mein Los und setzte mich in den Warteraum. Das ist etwas antiquiert, wo es doch online geht, aber für einen Dialog mag ich den persönlichen Kontakt. Als ich auf mein Losglück wartete, fiel mir der Fotoautomat auf und in der Vorahnung was folgen würde, dachte ich: “ou Mist!”.

Ding! Ich war an der Reihe. Die freundliche Kundenberaterin hatte sehr schnell mein Profil auf ihrem Schirm, denn blöderweise hatte ich das abgelaufene GA nicht mehr mit. CRM, geht ja. Sie wies mich darauf hin, dass mein Foto doch etwas antiquiert sei. Da gab ich ihr recht, schliesslich wollte ich es darum vor einem Jahr ersetzen. Sie verstand aber nicht, dass ein physisches Foto genauso verstaubt ist und die ganze Geschichte vor einem Jahr wollte ich ihr nicht eröffnen. Ich verstand auch, dass das gegen ihren Prozess geht und Prozesse in grossen Firmen nur schwer zu ändern sind. Trotzdem wurde sie – genau so wie ich – etwas unwirsch ob meines Widerstandes jetzt noch schnell für zwei Minuten ein Foto zu machen (und mich wohl wieder zuhinterst in die Warteschleife zu setzen). Ich sähe gar nicht mehr so aus, wie auf dem Foto, meinte sie und auch da gab ich ihr Recht.

Wie ich mich erinnerte, war mein Foto aber neun Jahre und elf Monate alt, worum ich sie bat, es weiter zu verwenden. Das in der Hoffnung, dass vielleicht in einem Jahr auch die SBB im 21ten Jahrhundert landet und ihren Bestandskunden ein Profil ermöglichen, auf dem sie ein Foto hochladen können oder sie gucken sich den Prozess “vor-Ort-Digitalbild-erstellen” des Passbüros ab, die können das.

Ticket in unpraktischer GrösseAch, wenn wir beim Entstauben sind: Dieses Ticket-Format ist eigentlich auch im letzten Jahrhundert ausgestorben.