Barbarisch

Nachdem ich in Stockholm mal enorm mit Bargeld angebrannt bin, entschied ich mich, in Kopenhagen alle Geschäfte nur noch mit Kreditkarte und Mobile-Phone abzuwickeln. To make a long story short, hat alles prima funktioniert, einmal machte ich aus Zeitrgünden eine Ausnahme. PUNKT

Langer Schwede, kurzer Finn, äh, Däne

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Alter Grümpel?

Hier die etwas längere Geschichte. Papiertickets für Transportmittel habe ich schon länger nicht mehr und auch mein Koffer reist inzwischen dank dem e-Tag inzwischen papierlos. Ich dachte erst, es sei eine Spielerei, das Ding funktioniert enorm einfach, gerade bei all den Self-Check-ins. Leider wird sich das nicht durchsetzen, weil zu wenige dabei mitmachen udn die Zukunft wohl bei RFIDs liegen wird. Was grottig ist, ist die App von Rimowa: Diese wurden wohl einfach aus der Motivation „Komm‘ wir machen eine App“ entstanden.

Zahlen konnte ich alles mit Kreditkarte, beim schummrigen Kiosk genauso wie beim Kirchturmbesuch. Was mir dabei aber auffällt: Beim Zahlen mit Paywave bleibt das Trinkgeld meist auf der Strecke. Man gibt weniger Trinkgeld, weil der Betrag schon dasteht und man ihn einfach noch abchecked. Einmal ging die Transaktion nicht, weil der Café-Container einen Stromausfall hatte. Nachdem wieder alles gebootet war, zahlte ich halt nach dem Kaffee und in die doppelte Buchung war am nächsten Tag Korrigiert, wie in der App am nächsten Tag sah. Eine Ausnahme machte ich, nämlich, als ich ein Zugticket nach Malmö buchte. Das war über die Rejseplanen-App schlicht zu verwirrlich (für mich, ein Däne versteht das vielleicht). Weil der Zug bald fuhr, löste ich das Billet am Automaten.

Wo es immer noch stockt

Die grössten Hürden sind immer noch die Anmeldungen bei verschiedenen Anbietern und dass man sich einfach nicht immer sicher ist, ob man beim richtigen Anbieter ist und man das richtig gelöst hat. Und das, obschon fast alle Angebote in Kopenhagen auf Englisch ausgeführt ist. Beipsielsweise, wenn man das Touri-Ticket für den ÖV bucht und das Ticket (und nicht etwa der Bestätigungscode) per SMS bekommt. Bei der ersten Kontrolle ist einem da etwas mulmig zumute.

Was zudem eine rechte Übung war, ist eine Prepaid-Karte zu lösen. Ich mache das inzwischen fast immer, weil man halt viele Daten braucht und 100GB für 15 Franken, da kann man sich die (zum Teil unsicheren) WLAN ersparen. Die Telecomanbieter bieten keine Prepaid an, man muss zum 7/11 oder zum Supermarkt. Die haben dann keine Ahnung und der Prozess ist sehr schwerfällig. Dafür hat man dann eine Mobile-Nummer, was hilfreich ist, weil man dem Mietvelo-Betreiber anrufen muss, weil das Mietvelo gemuggt wurde. Ich verstehe immer noch nicht, weshalb keine PrePaid-Angebote als e-SIM angeboten werden und dass die Telecom-Firmen die Touristen nicht gleich damit überfallen. Das ginge sogar im Self-Service übers Web und der ganze phyisische Teil würde entfallen. Vielleicht ergeht es der e-SIM gleich wie dem e-TAG. Gute Idee, wenig Akzeptanz.

Fazit

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Badekappenspur, keine Datenspur

Reisen ohne Bargeld und alles per Debit/CC und Mobiltelefon geht völlig unkompliziert. Mindestbeiträge wie in der Schweiz habe ich nie erlebt, es wüsste niemand wieso (und die Leute sind ganz froh, haben sie nicht viel Bargeld in der Kasse). Die Einfachheit bezahlt man aber mit einer Datenspur, die man zurücklässt und der Gefahr, dass wenn das Mobiltelefon abhanden kommt, dass man dann ziemlich im Regen steht. Wäre gespannt um einen Erfahrungsbericht von jemandem, dem das mal passiert ist. Ich mag Bargeld immer noch, in den nordischen Ländern käme ich mir damit aber inzwischen etwas barbarisch vor.

P.S:

Mit https://luggagehero.com habe ich nen recht coolen (für mich) neuen Service entdeckt. Wenn du am Abreisetag z.B. noch ins Museum gehen möchtest, dann fehlt dir ein Ort, an dem du dein Gepäch abstellen kannst. Die Schliessfächer im Bahnhof sind oft nur 24 Stunden buchbar (in Kopenhagen aber problemlos per Debit-/Kreditkarte). Luggagehero ist quasi ein AirBnB für dein Gepäck. Du platzierst deinen Koffer beim Velovermieter und zahlst pro Stunde.

Wenn Dinge zusammenpassen

Ich bin recht anspruchsvoll, wenn es um Ausrüstung wie Rucksäcke oder Taschen geht. Sie sollen funktional sein, universell und die Beschläge etc. nicht gleich bei der ersten Verwendung abfallen. Als ich vor meiner Reise stand, musste ich mich entscheiden, was ich als Daypack mitnehmen wollte. Es musste sowohl Fotoausrüstung, wie auch Regenjacke, iPad etwas Essen und Getränke für einen Hike und ganz viel Krimskrams mit. Zudem sollte auch ein Fotostativ befestigt werden können. Mein Fotorucksack ist prima, aber weil Slingshot (also nur eine Achselschlaufe), nicht so geeignet für Hikes und schlicht zu wenig Platz für sonstiges Zeugs. Mein normales Daypack war schlicht zu klein: Das konnte entweder Foto oder persönliche Utensilien aufnehmen.

So musst was Neues her. Box-Rucksäcke finde ich unpraktisch. Ich mag einen grossen Reissverschluss oben, aber wenn man den Rucksack, wie auf Reisen, mit unterschiedlichen Füllständen tragen möchte, scheidet das aus. City-Rucksäcke scheiden ebenfalls aus just jenem Grund aus und auch darum, weil sie keine Befestigungsschlaufen haben. Was bei Top-Ladern halt das Problem ist: Man muss sich nach unten durchwühlen, was bei Fotoausrüstung nur lästig ist. Mit dem VAUDE BRENTA 30 und der TENBA TOOLS BYOB 9 Innentasche habe ich eine fantastische Kombination gefunden.

Tenba Tools Innentasche

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Die Innentasche ist gepolstert und schützt deine Objektive und die Kamera prima vor Schlägen. Zudem kannst du die Tasche einfach so als Box irgendwo verstauen, zum Beispiel im Koffer oder eben im Hotelzimmer, wenn du den Rucksack nur für einen Hike brauchst. Die Unterteilungen mit den Kletts sind etwas fummlig und ich brauchte ordentlich Zeit, um ein gutes Setup zu finden. Erschwerend kommt hinzu, dass

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gewisse Unterteilter abgeschrägt sind – das hat aber seinen guten Grund. Letzlich fand ich eine Einteilung für Kamera und zwei Objektive (wenn das jetzt etwas gewurstet aussieht, keine Bange, alles prima). Zudem hatte noch ein Ladegerät Platz und ein paar Silikonbeutel. Die gibt es ja bald in jeder Produktverpackung, ganz praktisch, um die Fototasche trocken zu halten (und übrigens auch das Necessaire).

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In den Bildern seht ihr das grosse Plus an der Abschrägung. Man kann die Reissverschlüsse bis zur Hälfte öffnen und hat dann Zugriff auf die Kamera, die man vor dem Rausfallen zudem mit einem Klett-Strap befestigen kann (ist im Lieferumfang). Das ist enorm praktisch, da hat sich einer wirklich was Gutes überlegt. Im Bild seht ihr übrigens auch die wasserdichte Tasche, um z.B. SD-Karten zu verstauen. Zudem gibt es seitlich noch Mesh-Taschen für Linsenfummel oder was auch immer.

Vaude Brenta 30 – Ein unglaublich durchdachter Rucksack

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Ich kannte die Marke Vaude nicht und bin per Zufall darauf gestossen. Unterdessen muss ich sagen, die stellen nicht nur grossartiges Equipment her, sondern geben sich dabei auch um die Arbeitsbedingungen und die Schonung der Natur Mühe (das schreiben sie zumindest, aber es kommt recht glaubwürdig rüber).  Das beste Feature ist der Zugriff in den unteren Bereich des Rucksacks über einen Doppelreissverschluss.

img_7335Genau in dieses Fach passt die Innentasche und ist gegen unten auch noch zusätzlich geschützt, denn dort ist ein Fach mit dem Regenschutz für den Rucksack. Daneben konnte ich noch meine Filtertasche verstauen und auch die Zubehörtasche hatte noch Platz. Und wenn du das Fach vor Zugriff sichern möchtest, machst du einfach ein Schloss durch die Laschen. Das ist unglaublich einfach und praktisch. Kein Durchwühlen der Rucksacks mehr – Reissverschluss auf und die Kamera ist griffbereit.

img_7338Auf der Seite bieten viele Laschen und Mesh-Taschen eine gute Möglichkeit ein Stativ anzuzurren.

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A Propos Stativ: Auch mein Stativ hat mich mal gerettet. Als ich von einem Berg runter musste, war ich wirklich auf einen Stock angewiesen. Ruck-Zuck das abdrehbare Einbeinstativ mit Griff abgeschraubt, den Spike montiert und ich hatte einen Wanderstock.

Sehr beeindruckend ist das Tragsystem des Brenta. Wer kennt es nicht: Du hast die Wahl zwischen nassem Rücken (weil keine Distanz zum Rucksack) oder kein Platz im Rucksack (weil das Tragsystem das ganze Volumen frisst). Vaude hat hier zwei Dinge entwickelt, die sehr überzeugen. Einerseits kann man die Länge des Tragsystems variieren, was selbst mir als langem Kerl ermöglicht, das Gewicht auf den Hüften zu tragen (plus/minus) – sonst habe ich bei kleinen Rucksäcken immer einen Bauchgurt. Andererseits haben sie ein System entwickelt, bei dem man die Vorspannung des Tragsystems einstellen kann. Schlicht ingenious.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich muss sagen, ich war bei Vielem zu Beginn sehr skeptisch, aber die Kombination hat hervorragend funktioniert. Vor allem der Vaude-Rucksack hat mir gezeigt, dass bei dem Hersteller ganz viele pfiffige Entwicklerinnen und Entwickler arbeiten müseen. Einziger Wermutstropfen ist, dass das Top-Fach nur einen einfachen Reissverschluss hat. Das ist dann aber auch alles, was es an dem Gerät zu kritteln gibt.

Turning Yellow

Handykauf hat schon mehr Spass gemacht.

_DSF4971Damals, als man sich freute, dass das Handy kleiner, eleganter und aufregender wurde. Ja, das waren noch Zeiten. Vom runden iPhone 3, das einem immer aus der Hand flutschte, zum iPhone 4: Kantig, scharf und gut. Vom iPhone 4 zum 5: Elegant, handlich und schnell. Für mich immer noch die schönste Handy-Form bisher. Kein Wunder, bin ich damals vom iPhone 6 zurück aufs iPhone SE gewechselt. Das Sechser war kein Sechser im Lotto: Zu gross, zu rund, es flutschte mir immer wieder aus den Händen. Und jetzt, jetzt ist mir das SE runtergefallen. Nicht zum ersten, aber zum letzten Mal. Der Digitizer ging ex. Keine Chance mehr, auf das Handy zuzugreifen. Nix. Nada. Verdauungsendprodukt!
Gut hatte ich kürzlich ein Backup gemacht. Das liess mich etwas aufatmen.

Verdammt, sind wir vom Handy abhängig

Ich bin gerade in Reisevorbereitungen. Wunderlist, OneNote, Loyalty-Programme, Reservationen. Das alles mache ich fast nur noch mit dem Mobile. Der Desktop wird zum Second Screen. Kein Uber, kein Smide ohne Mobiltelefon. Ich werde wohl meine alten Reise-Tagebücher hervorkramen und nachschlagen müssen, wie ich das damals viel einfacher gemacht hatte. Das gibt mir wirklich zu denken. Dazu kommt: Das Nachfolgehandy kommt wohl erst am Mittwoch. Es passiert mir auch schon mal, dass ich das Handy zuhause vergesse. Wenn ich das erst an der Tramhaltestelle merke, kehre ich nicht mehr nach Hause zurück und verbringe den Tag frei von Mobiltelefon. Eine halbe Woche schaffe ich aber nicht. Zu viele (auch private) Termine werden über WhatsApp, Threema, oder klassisch per SMS / Telefon organisiert. Dazu kommt die Notfallorganisation, für die das Handy zwar nicht unabkömmlich ist(sonst wäre es keine vernünftige Notfallorganisation), aber dennoch wichtig.

Die neuen Smartphones – Alles Banane!

Ein neues Smartphone wäre kommendes Jahr sowieso nötig geworden, das geliebte iPhone SE war doch schon ordentlich ramponiert. Leider hat mich keines der neuen Handys überzeugt. Sie sind mir einfach zu gross, um praktisch zu sein und bessere Energieeffizienz wird immer gleich mit Schnickschnack zunichte gemacht. Ich nehme an, die grösseren Bildschirme tun ihres dazu bei. Dafür werden sie dünner und anfälliger. Dass man auf kabelgebundene Kopfhörer verzichten will, verstehe ich. Kabel sind wohl die Tonbänder der Kopfhörer. Für mich, als audiophilen, ist das ein weiterer schwerer Rückschlag. Da ich viel Musik höre, möchte ich nicht immer einen Mikrowellensender an meinem Kopf tragen und ich brauche die Kopfhörer auch mit anderen Geräten. Mir wäre eine gute Audioqualität aus der Buchse auch wichtiger, als gute Lautsprecher in Stereo, insbesondere weil Stereo bei einem solchen Gerät unnütz ist. OK, ein guter Grund die Geräte immer grösser zu machen …

Pest oder Cholera, Lock-in gibt es oben drauf

_DSF4920Und was jetzt? Android oder iPhone? Um die sagenhafte Tausend Stutz kosten sie inzwischen alle. Apple hat mich in letzter Zeit ordentlich verärgert. Sie entwickeln ihre Geräte nicht in die Richtung, die ich mir wünsche. Ich habe wohl einen Nischenanspruch. Wobei, die Hersteller sind inzwischen so dominant, mit so viel Lock-in, dass ich mir darüber gar nicht mehr so sicher bin. Android gefällt mir, weil es einfach mehr Dynamik der Gerätehersteller gibt. Die wird einfach wieder dadurch zunichte gemacht, dass jeder Gerätehersteller vom native-OS abweicht. Auf die Dauer wird das immer ein Ärgernis. Samsung baut grossartige Geräte. Ausgerechnet das Galaxy S9 ist ein Akku-Schwächling. Fällt also aus dem Rennen. Huawei macht tolle Geräte, man weiss einfach nicht so genau, wie viele Daten denn da noch so gesammelt werden. Nokia macht einen schönen Eindruck mit seinem Native-OS, wie auch – selbstverständlich – das Google Pixel 3. Wenn ich Letzteres kaufen würde, verkaufte ich wohl auch gleich meine Daten-Grossmutter. Und sie sind alle auch gross und haben zur Hälfte schon keine Kopfhörer-Buchse mehr. Dafür, ein grosses Plus, eine Memory-Erweiterung. Alle Fotos und Musik darauf, das ist schon ein seehr, seehr bestechendes Konzept.

Die Banane ist ein Apfel

Aber Apple will das nicht, klar, mit internem Memory kann man mehr Rendite machen, wie auch mit Dongels und so Zeugs. Einen Teil meiner Bilder habe ich verloren, weil nur auf dem iPhone gespeichert.
Was gab letztlich den Ausschlag? Es war all die gekaufte Musik auf meinem Musikserver, die ich über iTunes auf allen Geräten sharen kann, einer der wichtigsten Punkte weshalb ich in den sauren Apfel biss. Der andere Punkt war eben, der – wohl sinnlose – Versuch, Google nicht alles über mich preiszugeben. Ein Dritter, kurz vor meinen Ferien nicht alles neu installieren und aufbauen zu wollen, insbesondere das Musik-Management.
So wird mein neuestes Telefon das erste, auf das ich mich nicht freuen werde. Es hat vieles, was ich nicht brauche, vieles nicht, was ich liebe und es hat einen hohen Preis. Es ist unnötig riesengross und schwer zu verstauen. Es ist eine Banane im Vergleich zu einem Apfel, den ich wollte. Ich habe mein Telefon darum in Bananen-Gelb bestellt.

 

PS: Und bis meine Banane kommt, kann ich auf ein ausgedientes Gerät eines Freundes zurückgreifen. Er hat sich, wie eine Bekannte und ein mir völlig Unbekannter, auf einen Aufruf auf Twitter gemeldet. Sie alle wollten mir aus der Patsche helfen. Ist das nicht grossartig? Twitter funktioniert also immer noch, auch wenn es sich auch langsam zur Banane entwickelt. 

Social Motzia

Man ist ja selbst nie im Fehler. Wenn etwas nicht nach dem Kopf geht, müssen andere daran Schuld sein. Überhaupt: Ich bin König, also Kunde, und habe darum Recht auf alles. Und wenn ich nicht alles bekomme, was ich mir vorstelle was dazugehört, dann schlage ich das erst mal auf den Sozialen Netzwerken breit, das macht etwas Druck und der Anbieter zeigt sich danach kulant. 

Es schadet einem nicht, wenn einem Unrecht geschieht. Man muss es nur vergessen können. [Soll Konfuzius gesagt haben]

Soziale Netzwerke haben den Kundendienst erweitert. Als Kunde habe ich einen einfachen, schnellen und asynchronen Zugang für eine Hilfestellung. Ich muss mich nicht in Telefonwarteschleifen langweilen und wenn der Anbieter mir antwortet, kann der Austausch sogar kurzzeitig synchron ablaufen. Gute Sache. Als Anbieter habe ich den Vorteil, dass meine Antworten von mehreren Kunden oder Interessenten gelesen werden (können) und dass ich gut zwischen öffentlicher und direkter Kommunikation wählen kann, sofern der Kunde das zulässt.

An mir selbst merke ich, dass ich oft eine Twitter-Direktnachricht dem E-Mail-Kontakt oder dem Telefon vorziehe. Erstens, weil die Firmen in Sozialen Netzwerken schneller zu finden sind als Telefonnummern und E-Mail-Adressen auf Webseiten. Zweitens, weil in den Kundendienst über Soziale Netzwerke dank dem Boom mehr investiert wurde (Geschulte Mitarbeitende, Prozesse, Regeln, etc.) – zumindest ist das mein Eindruck.

Busfenster, in dem sich Menschen spiegeln

Es hilft, sich zwischendurch wieder mal den Spiegel vorzuhalten

Was mir aber in letzter Zeit in den Sozialen Netzwerken auffällt, ist, dass einfach mal öffentlich gepoltert wird. Es kann ja schliesslich nicht sein, dass man selbst im Unrecht ist. Wir sagen zwar alle, dass Fehler passieren können. Aber wehe, wenn ich der Leidtragende bin, dann sage ich der Firma das nicht direkt, sondern poltere öffentlich auf Sozialen Netzwerken darauf los. Damit kann ich noch mehr Druck auf die Unternehmen ausüben, als wenn ich das direkt tue. Das ist mir in den letzten Wochen von zwei CEOs von Firmen besonders aufgefallen. Beide besitzen und führen B2B-Firmen, die im Online-Business tätig sind. Ich mag beide Personen sehr gut (auch wenn ich den einen nur flüchtig kenne) und finde auch deren unternehmerische Leistung, soweit ich sie beurteilen kann, beeindruckend – die machen nen guten Job. Ich erwähne sie aus zwei Gründen exemplarisch (die Einzelfälle sind nicht so relevant). Erstens, weil ich an sie in einem solchen Fall höhere Ansprüche stelle – weil sie als Vorbilder wirken. Zweitens, weil sie im B2B-Business arbeiten. Dieses erfolgt – mit Ausnahme von Erfolgsmeldungen – diskret. Reklamationen gelangen im extremsten Fall an den Chef. Ich habe mir darum überlegt, wie sie reagiert hätten, wenn einer ihrer B2B-Kunden erst mal öffentlich gepoltert hätte, bevor er mit ihnen in Kontakt getreten wäre. Was, wenn dann auch noch ein Tagesmedium auf die Geschichte aufgesprungen wäre (böser Anbieter, armer Kunde) und das alles bevor das Missverständnis aus der Welt geschaffen oder der Fehler hätte eingestanden werden, man eine Lösung hätte finden können? So was macht niemandem Spass und ich meine, wir sollten uns auch als Konsument wieder mal an der Nase nehmen und weniger aus Sozialen Netzwerken poltern und unserem Ärger nicht immer gleich Luft verschaffen.

Von der Ungerechtigkeit

Grosser Sack (Big Bag) gefüllt mit Bauschutt

Nicht immer gleich auf dicken Sack machen (gilt auch für Frauen)

Am Marketingtag (vor vielen Jahren) durfte ich dem Vortrag von Richard David Precht lauschen. Was mir an seinem Vortrag geblieben ist, und was mir für die Beurteilung von Motiven seither hilft, war die Aussage, dass der Mensch keinen angeborenen Gerechtigkeitssinn besitzt, nur einen angeborenen Sinn für Ungerechtigkeit. Der Unterschied scheint auf den ersten Blick fein, er tritt bei den Motiven aber sehr deutlich hervor: Zum Beispiel wenn mal etwas nicht ganz so läuft, wie man sich das vorstellt, man sich ungerecht behandelt fühlt oder wenn einem gar Unrecht widerfahren ist. Der Impuls ist gross, von unseren Freunden oder Medien oder sonst wem das Recht zugesprochen zu bekommen, das einem im aktuellen Fall (zu recht oder unrecht) versagt wurde. Ich ertappe mich ja jeweils selbst dabei. Aber ich habe mir vorgenommen, wieder erst auf die Unternehmen zuzugehen, bevor ich ein Thema (halb-)öffentlich breitschlage und eine Antwort, die mich nicht besänftigt, erst mal ein paar Stunden Tage setzen zu lassen. Schreiben wir doch auch wieder mal mehr Lob für gute Erlebnisse, Überraschendes Unerwartetes oder einfach darüber, dass etwas so selbstverständlich funktioniert. Das wäre zwar offenbar etwas gegen unser Naturel, aber nur gerecht.

Ein paar gewichtige Gedanken zu unserer (Elektro-)Mobilität

rmtgmAktuell ist ein grosser Hype für Elektroautos im Gange. Das brachte Diskussionen auf:

  1. Graue Energie für die Herstellung
  2. Wie die Elektrizität dafür hergestellt wird
  3. Wie geil die Beschleunigung ist.

Diese Diskussion möchte ich nicht führen, nur ein paar Anmerkungen aus meiner Sicht:

  1. Gut wird dieses Thema noch stärker diskutiert , auch für Antriebe mit CO2-Ausstoss. Leider sind solche Rechnungen schwierig und darum angreifbar.
  2. Wir wissen eigentlich, dass das in der Schweiz heute und absehbarer Zeit nur mit Atomstrom oder eingekauftem (Atom-) Strom geht. Leider ist das Risiko von Atomstrom ein grosses und schwer berechenbar. Darum sind alle Argumente für und wider angreifbar.
  3. Jup!

Darum thematisiere ich in diesem Blogpost zwei andere Punkte, deren Rechnungen einfach sind:

  1. Das Gewicht, das wir bewegen, um einen einzelnen Menschen mehr Mobilität zu geben
  2. Der Mix erzielt durchschnittlich die besseren Resultate, als einzelne Lösungen

Zum Gewicht

Kraft ist Masse mal Beschleunigung. Die Arbeit, die man dafür aufwenden muss, ist das Produkt aus Kraft und Weg. Einfach gesagt: Je mehr Masse wir also bewegen müssen umso mehr Energie müssen wir dafür aufwenden (ganz einfach Mechanik, die verstand sogar ich in der Physik). Das Tesla Model S wiegt 2100 Kg. Es muss also viel elektrische Energie aufgewendet werden, um einen Körper von sagen wir mal durchschnittlich 80 Kg zu bewegen. Zum Vergleich: Mein gebrauchter «Schwedenpanzer» Saab 900 – mein einziges alltagstaugliches Fahrzeug, das ich je besass – wog damals, 1990, 1300 Kg.
Es ist ja meines Wissens immer noch so, dass Personenwagen Einzelpersonenwagen sind. Natürlich kommt es darauf an, wie gross der Schadstoffausstoss dafür ist. Das ist aber eben eine sehr schwierige Rechnung, die in der aktuellen Diskussion unzulässig stark vereinfacht wird. Ganz unabhängig davon, ist es einfach Schwachsinn, so viel Energie aufzuwenden, um eine einzelne Person zu transportieren. Diese Rechnung ist extrem einfach. Darum sollten wir diese aus meiner Sicht primär führen, natürlich vor allem auch bei den Verbrennungsmotoren. Ich habe dazu mit den Angaben aus Wikipedia eine kleine Tabelle erstellt:

Fahrzeugmodell 80er / Gewicht in kg 2010er / Gewicht in kg Delta %
Golf 750 1205 61
Peugeot 205/208 720 1100 53
Opel Corsa 735 1120 52

Das Gewicht von jedem Fahrzeug ist in der Zwischenzeit um mindestens 50 Prozent gestiegen und wir fahren rund 400Kg mehr mit uns rum (und ich habe die leichtesten Modelle verglichen). Trotz Leichtbauweise, sei angemerkt. Die Motoren werden immer grösser, weil wir mehr Fahrleistung wollen und die Ausstattung immer umfangreicher wird (Seitenaufprallschutz, Airbag, Klimaanlage, Supidupi-Sitze mit 1000 Einstellmöglichkeiten, Displays, kräftige Soundanlage, elektrischer Kofferraumdeckel, etc. pp.). Die Aufprallkräfte werden dadurch auch grösser, was vor allem für leichtere Verkehrsteilnehmer kritisch wird. OK, die Knautscheigenschaften kompensieren das wieder ein klein wenig. Letztlich haben wir wohl fast den selben Fahrspass, viiel grössere Motoren, viiiel mehr Komfort und wohl auch mehr Sicherheit und den etwas tieferen Verbrauch wie vor dreissig Jahren. Die Verbesserung beim den Schadstoffausstossen ist aktuell ja etwas in Diskussion. Wo wären wir bloss, wenn wir uns ne Limite von 900-1000 kg für einen Kleinwagen gesetzt hätten?

Noch was zu Tesla: Ich finde gut, was Tesla hinbekommen hat, nämlich den Weg aufzuzeigen, dass es geht. Dem Markt ein Angebot schaffen, damit dieser (also wir) eine Wahl haben, was alle Automobilhersteller bisher nicht geschafft haben. Der nächste Schritt wird sein, die Techniken vernünftig einzusetzen.

Zum Mix

Ich meine, es macht nicht viel Sinn, alle unsere Personenwagen auf elektrischen Antrieb umzustellen, solange wir keine genaueren Antworten über die ökologisch nachhaltige Stromgewinnung und die Rechnung mit der Grauen Energie eindeutig beantwortet haben. Zu Elektro-/Benzin-Hybriden bin ich kritisch eingestellt, solange sie mit so viel Luxus-Schnickschnack ausgerüstet und schwer sind, wie ich schon mal feststellen musste.

Zudem ist «Eine Lösung für alles» selten gut. In Aktienmärkten schlägt der Index isolierte Strategien auf Dauer immer, sich nur von Bohnen ernähren ist genauso ungesund, wie sich nur von Wurst zu ernähren und immer dasselbe Kompliment, löst nur Gähnen aus. Auf Dauer bringt der Mix also meist die beste Lösung, wieso also auch nicht in unserer Mobilität?

Beispielsweise so:

  • Fürs Pendeln (commuting) setzen wir auf Elektromobiliät, wer mit Verbrennungsmotoren oder zu schweren Fahrzeugen in die Stadt fährt, zahlt ein «Road Pricing», von mir aus zweckgebunden in die Erforschung von alternativen Energien. So können grosse Schadstoffkonzentrationen in Städten gedämpft werden, zudem werden die Fahrzeuge im Stadtraum wieder leichter.
  • Für Langstrecke setzen wir auf einen Hybrid aus Brennstoffzelle und Verbrennungsmotor. Ein interessantes Modell habe ich mal von einem Brennstoffzellenforscher schon vor vielen Jahren gelesen. Er meinte, es gehe noch sehr lange, bis die Brennstoffzelle (mit Wasserstoff oder fossiler Energie) für einen Antrieb genügend Markfähig sei. Sein Ansatz war, alle elektrischen Verbraucher über eine Brennstoffzelle zu speisen. Denn die machen heute einen enormen Anteil des Verbrauchs an. Darum werden Motoren und Lichtmaschinen, die zudem einen schlechten Wirkungsgrad haben, immer schwerer. Mit diesem Hybridmodell können die Motoren wieder kleiner (und leichter) werden und nur noch für den Antrieb zuständig sein. Wenn dadurch jedes Fahrzeug 2.5 l/100Km weniger verbraucht, ist schon ein enormer Schritt gemacht, bis wirklich zukunftsfähige Lösungen anstehen.

Man kann jetzt natürlich einwerfen, dass dann jeder zwei Fahrzeuge braucht und das viel Graue Energie bindet, aber wie viele Haushalte bei denen eine Person pendelt, haben heute bereits zwei Fahrzeuge? Eben!

Ich bin weder Fahrzeug- noch Umweltingenieur, darum habe ich bei diesen Überlegungen vielleicht auch etwas Wichtiges nicht bedacht. Ich habe in meinem Leben als Techniker, Marketer und Querdenker aber gelernt, dass man nicht das Ideale anstreben sollte, sondern das Machbare mit Zukunftspotenzial. Die Mutter aller Lösungen gibt es nicht, schon gar nicht, wenn wir nicht verzichten wollen. Darum sollten wir für eine künftig ökologischere Mobilität, die immer noch Spass macht, mehr über den Mix und endlich mehr über Gewicht sprechen.

Wenn einer eine Reise tat – Klappe, die letzte

Imagebild Sonnenuntergang

Und dann geht die Sonne wieder unter. All good things must have an end

Und dann ist die Reise vorbei. 4678.4 Km Motorrad gefahren, bei Temperaturen von 4 bis 18 Grad Celsius. Vier fremde Länder besucht (OK, eines – Schweden – nur für 15 Minuten durchfahren). Drei Wochen aus dem Koffer gelebt, anderes Essen probiert, mit Menschen gesprochen, die ich vorher nicht kannte, Gedanken vergessen, die mich beschäftigten und neue gesponnen, von denen ich noch nicht weiss, wie sie meine Zukunft bestimmen werden. Auch wenn ich die Erlebnisse und Eindrücke erst noch alle verarbeiten muss, schliesse ich mit diesem Betrag den Reiseblog Nordkap.

Vorbereitung

Wie sich zeigte, war ich bei der Kleiderwahl sehr gut unterwegs. Zumindest, was die Menge angeht, bei der Zusammensetzung für die angesagten Temperaturen war ich zu optimistisch; mindestens eine lange Unterhose hätte ins Gepäck gemusst. Dafür hätte ich mir Badetuch und das zweite Paar Schuhe sparen können. Zudem hatte ich mir viel zu viel Gedanken über das Fotografieren gemacht (zu viele Speicherkarten, wenig Zeit zum Fotografieren). Der Soziusrucksack ist eine prima Sache, auch wenn sich an einem Ort jemand daran zu schaffen machte.

Fjorde in Norwegen

Jetzt wisst ihr, wieso Slartibartfast Fjorde mag

Ich ging davon aus, dass die von der Reiseorganisation vorgeschlagenen Routen die besten sind und habe die stundenlang in mein Navi programmiert (dafür müsste ich bei der Software von Garmin eigentlich einen Orden bekommen). Ich hätte mir in der Zeit besser Gedanken über Alternativrouten gemacht. Denn oft sind wir genau solche gefahren und die Vorbereitung war dann irgendwie zwischen Abendessen und Abfahrt.

Pre-Paid-Karten habe ich nicht gebraucht, fast alle Hotels hatten ein gratis WLAN. Das Bloggen mit dem iPad über die Bluetooth-Tastatur ging ganz gut, manchmal jedoch mit sekundenlangem Delay zwischen Tippen und Anzeige des Buchstabens, das war wohl WordPress geschuldet und raubte mir auch den Nerv. die Texte alle nochmals durchzulesen und hat wohl zu unzähligen Fehlern und Typos geführt. Snapseed als Ersatz für Lightroom für die Fotobearbeitung unterwegs hat sehr gut funktioniert.

Was noch? Ja, die R1200GS ist einfach ideal für eine solche Reise, love my bike.

Entscheidungen

Die schwierigste Entscheidung war diese betreffend meiner Rückenprobleme. Auch wenn ich diese schwierige Entscheidung richtig getroffen hatte, zeigte sich mir doch bei meiner Heimkehr, wie trügerisch die Sicherheit sein kann. So kroch ich nacht der ersten Nacht daheim fast auf allen Vieren aus dem Bett, dabei dachte ich, ich sei über das Gröbste hinweg. Wir werden sehen, wie sich das weiterentwickelt.

Die Entscheidung, die Tour nicht alleine zu bestreiten, war ebenfalls gut, denn es hätte zu viel schiefgehen können, man plant ja gerne einfach mit dem Best Case.

Der schönste Plan ist nichts wert, wenn das Fahren der Route keinen Spass macht. So haben wir im Trio eigentlich immer aufgrund des Wetters und der Verfassung während des Frühstücks entschieden, ob wir die «Diretissima« oder die «Scenic Route» fahren werden. Wegen den unsicheren Wetterprognosen machte das vorher schlicht keinen Sinn

Überraschungen

Landschaft Norwegen mit Pferd

Einfach schön

Urlaub soll auch Überraschungen bescheren. So sah‘ ich zwar keine Elche, aber sonst viele Tiere: Hasen, Ren, einen Rehbock, unzählige Vögel und sogar eine Schneeeule, die direkt vor meinem Helm durchflog. Von der Landschaft hatte ich auch viel erwartet, aber ihre Weite dann durchfahren zu können, war schlicht umwerfend.

Überraschend war, wie sich 15 Grad im Norden anfühlen (irgendwie ein paar Grad kälter als bei uns) und die Mitternachtsonne, die ich zwar wegen Bewölkung nicht sah, aber hell war es trotzdem. Es ist schlicht überwältigend, zu erleben, dass an sechs Abenden nie Nacht wird. Der Körper stellt sich auch überraschend schnell darauf ein

Busszettel

Plastikbusse, Gelb färbt ab

Wenig überraschend war, wie die Töfffahrer schnell zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen.

Biker im Bauch einer Fähre

Meute Motorradleute bei der letzten Fährüberfahrt

Überraschend, dass die Osloer Polizei Nachts um 2.30 Uhr etwa 15 Motorradfahrer wegen Falschparken büsst.

Überraschend war auch, dass ich mit dem Motor mit 1200cc Hubraum mit 4.3 Litern Benzin pro 100Km durchkam. Ein Wert, der mit dem vielen «stop and go» in Deutschland und der Schweiz schlicht nicht möglich ist. Wenig überraschend war, wie die Agressivität auf den Strassen zunimmt, je dichter sie befahren werden. Von Lörrach nach Zürich hat mich auf der Autobahn jemand fast abgedrängt, und später fuhr mir bei 120Km/h einer etwa 10 Meter auf. In der ganzen 16 Tagen zuvor hatte ich einen einzigen Finnen-Opa, der mich auch fast abgedrängt hätte. Der war aber irgendwie eh‘ im eigenen Universum seine Kurven am Drehen.

Zu guter Letzt

Ich möchte allen Danken, die mich auf der Reise unterstützt haben: Familie, Freunde und Freundinnen, die ich hatte und vor allem die Freunde und Freundinnen, die ich dazugewonnen habe. Ihr habt mein beeindruckendes Erlebnis noch weiter bereichert.

Abendstimmung in Finnland

Fernweh

PS: Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich mal ein Haus baue. Eine Sauna gehört da rein.

 

Wind und Wetter

Auf dem Motorrad ist man dem Wetter ja direkt ausgesetzt. Hände werden klamm, das Visier beschlägt bei Tunnel-Einfahrt, Regen durchnässt oder lässt einem so beweglich wie ein Michelin-Männli machen und Scheibenwischer gibt es auch nicht. Die Strasse, teilweise Schotter und rutschig, da und dort ein Schlagloch oder aufgbrochener Asphalt, dem man ausweichen möchte. Genau das macht das Abenteuer Motorrad aus, denn das Erlebnis wird intensiver. OK, der Regen geht einem mit der Zeit doch auf den Drüsenhalter. Aber es gibt auch diese positiven Überraschungen, wie heute, als eigentlich durchwegs Regen angesagt war und ab Trondheim die Sonne schien und die schlottrig kalten Temperaturen um 12 Grad auf 20 Grad anstiegen. Zu guter Letzt kamen wir in einem traumhaft schön gelegenen Hotel an. Alles ist gut. Übrigens geht es auch meinem Rücken besser. Motorradrütteln scheint eine gute Therapie zu sein. 

 

über 700 Brücken musst du fahren

 
Lofoten

Für mich waren die Lofoten der eigentliche Höhepunkt der Reise und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn immer wieder mal etwas Regentropfen fielen, ist diese Berginsellandschaft inmitten des Europäischen Nordmeers schlicht beeindruckend. Es kommt einem vor wie wenn die Alpen mal bis auf 1000 Meter mit Meer aufgefüllt wurden. 

 
 

Einmal mehr in den Bauch einer Fähre von Moskenes nach Bodø


Viel mehr Fotos habe ich auch nicht gemacht. Bei Regen fotografiere ich nicht, weil es meist keine guten Fotos gibt und man nicht noch mehr anhalten möchte, als man das sonst auf dem Motorrad bei 6-10 Stunden Etappendauer schon nicht tun will. Zudem sind beispielsweise die unglaublichen Weiten auf den Hochplateaus schlicht nicht dramatisch genug einzufangen (zumindest für mich nicht). Meist zog auch ein zügiger Wind (siehe Hände, klamm). 
Morgen geht es nun schon auf die letzte Etappe nach Oslo, mit der Fähre nach Kiel und dann Rückfahrt nach Zürich, mit einem Tagesaufenthalt in Hamburg, auf den ich mich auch schon sehr freue. Quasi die Klammer um die Reise.