BMW Motorrad – Oder wie man einen Love-Brand zerstört

Ich weiss, ich weiss, man möchte lieber wissen, wie man denn einen „Love-Brand“ aufbaut. Quasi den Heiligen Gral des Marketings erreicht. Das ist gar nicht so einfach, aber anhand daran, wie man denn den Love-Brand zerstört, kann man ja auch schon viel lernen. Hier ein Beispiel:
BMW-Motorrad war für mein ein solcher Love-Brand. Was musste ich mir anhören, weil ich BMW fuhr (Charakterlos, nur für Zahnärzte, Hobby-Abenteurer, langeweilig, etc. pp.). Insbesondere, weil ich ne R1200GS fahre, ne Reiseenduro und die heilige Kuh von BMW Motorrad. Quasi der Land Rover mit Strassenbereifung (mit dem ich aber zumindest schon mal ans Nordkapp fuhr). Das habe ich bisher mit einem süffisanten Lächeln weggesteckt, weil ich insgeheim wusste, die Kiste ist halt besser, sie funktioniert immer und spätestens wenn die Kritiker selbst mal damit fahren, wollen sie danach nichts anderes mehr. Darum haben wohl auch schon ein paar Personen wegen mir ne GS gekauft. Das war für 15 Jahre so. Ich habe nach acht und vor sieben Jahren die damals neue GS ungesehen und ungefahren gekauft, ins Blaue raus, weil ich mir sicher war, BMW Motorrad kann sich keinen Fehler erlauben. Ein Love-Brand eben.

Heute würde ich das nicht mehr tun. Zu vieles lief und läuft da schief. Da gab es erst Rückrufe (Kupplung), Garantiefälle (Lichtanlage), Qualitätsmängel (Getriebewechsel). Zuletzt fiel mal ein Zusatzscheinwerfer aus, den ich erst vor 2 Jahren gekauft hatte und der gerade mal 5000 Km hielt. Mehrere Wochen konnte der dann nicht geliefert werden. Aktuell musste ich einen Kupplungsmikroschalter (das sind so Schalter wie in der Maus, einfach für Draussen – Dutzendware) und das Windschild (ein durchsichtiger Plastik mit vier Löchern drin) wechseln, das war bei den Bohrungen gerissen und das bloss vom gelegentlichen Fahren. Kostenpunnkt: Rund 600 Franken. Das ist schon sehr dreist: Einerseits wie schnell und ohne Fremdeinwirkung das alles kaputt geht und wie viel das dann kostet. Ein Schelm, der Böses dabei denkt und meint, irgend jemand setzt dort auf die Druckerphilosophie und möglichst viel Neuverkauf.

Was am stärksten stört, ist aber, dass BMW Motorrad die Kunden nach dem Kauf schlicht egal sind. Als ich den defekten Zusatzscheinwerfer oder ein Problem mal monnierte (die Frage war, warum soll ich wieder Vertrauen in die Marke haben, die von viel Abenteuer spricht, bei der das grösste Abenteuer inzwischen aber nicht auf dem Motorrad stattfindet), kam online gar keine Antwort. Die Mail wurde dann nach vier Wochen (nach dem Vorführtermin) dahingehend beantwortet, dass man nicht kulant sein könne (war gar nicht gefragt), ich doch für das Vorführen einfach die Lampen abschrauben solle (der Termin war bereits drei Wochen durch) und man wünsche mir viel Freude am Fahren (finde den Fehler). Nota bene hatte ich mein letztes Motorrad zuletzt nach acht Jahren gekauft, es hätte ja gut sein können, dass nächstes Jahr wieder ein Neukauf anstünde (aber as ging beim ganzen Content-Marketing-Hype wohl vergessen, das das erst funktioniert, wenn man die Hausaufgaben gemacht hat).


Mich vergrault so etwas. Es ist verrückt, BMW-Motorrad war ein Love-Brand und hat es in wenigen Jahren geschafft, dass ich :

  • BMW-Motorrad sicher nicht mehr weiterempfehlen werde.
  • Ich meinen Neukauf so lange wie es geht herauszögern werde.
  • Bei einem Neukauf erstmals nicht einfach das (Nachfolge)-Modell kaufen werde, das ich im Kopf habe, sondern unterschiedliche Fahrzeuge evaluieren werde.
  • mich als Kunde einfach selbstverständlich als Zahler fühle.
  • als Kunde lieber alle Marketing-Aktivitäten abbestelle, weil es nur noch ärgerlich ist, wenn man mit Verkaufsförderung befeuert wird und Anfragen unbeantwortet und ungelesen beantwortet werden.

Wie es andes geht, das zeigt mir Fujifilm, ein Love-Brand. Ich habe eine Kamera die mir beim Kauf viel Spass machte, bei der ich keinen Kundensupport brauche, weil sie nie kaputt geht. They never let me down. Die Kamera wurde mehrfach kostenlos über Firmware-Updates mit bessern und zusätzlichen Funktionen in ihrem Wert gesteigert und deren Einsatzdauer verlängert. Es ist für mich absolut klar, dass die nächste Kamera wieder eine Fuji sein wird. Dieser Kauf steht an: Einziger Haken ist, der Neupreis der aktuellen X-T4 war/ist mir im Vergleich zum Vorgängermodell etwas zu hoch. Jedes Mal, wenn mir das vor dem Kauf durch den Kopf gehen wird, werde ich daran denken, die 600 Franken Differenz zur X-T3 schon an BMW-Motorrad für überteuerte Erstatzteile bezahlt zu haben. Das ist denen egal, sie meinen wohl, wenn sie mir einfach viel „Freude am Fahren“ wünschten und sinnbefreite TikTok-Videos um die Ohren haufen, sei alles super. O tempora, o mores!

True wireless headphones – True nightmare to select one

True wireless headphones – True nightmare to select one

Ich höre gerne Musik und mag darum herum keinen grossen Krimskrams, ich bin etwas puristisch. Das hat in der Vergangenheit leider etwas zu Gunsten des wenig Krimskrams geändert. Will heissen, Digital-Verstärker, nur noch ab Mediaserver oder iPhone. Letzteres hatte klangmässig lange wenig zu bieten. Inzwischen ist es etwas besser, leider aber ohne Klinke. Dieser Übergangsstecker Lightning -> Klinke ist einfach nur ein Ärgernis.

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Die erzwungene Lösung vom Kabel

Weil ich gerne Musik höre, sind mir Kopfhörer wichtig. Ich trug immer sound isolating In-Ears. Dies einerseits, weil mir over-ears immer zu wenig transportabel, weil klobig und zu schwitzig waren, andererseits weil mir lieber war, wenn möglichst viel der Kosten in Akustik und nicht in Active-Noise-Cancelling (ANC) gesteckt wurde (rechne). Jahrelang waren Shure 535 meine erste Wahl. Die Kabel liessen sich auswechseln, der Klang war schlicht der Hammer. Aber leider waren irgenwann die (mechanischen) Filter kaputt und die 10-Rappen-Teile gab es nicht als Ersatz. Die läppische Antwort von Shure war: Ich solle doch die 846er kaufen (kosten 900 Franken, das ist mir dann doch zu viel). Danach bin ich auf die RHA T20i umgestiegen. Toller, puristischer Sound mit grandioser Verarbeitung zu günstigem Preis. Wegen der metallenen und darum schweren Gehäusen hat das mit dem Fitting bei mir nicht immer ganz funktioniert. Das grosse Ärgenis war aber die immer brechenden Kabel, und weil diese nicht ausgetauscht werden können, habe ich jetzt zwei Sets von nutzlosen in-ears. RHA muss man zu Gute halten, dass sie mir das erste Paar auf Garantie ersetzt hatten, leider waren danach die Kabel auch wieder nach 1 – 2 Jahren  gebrochen (und ich nutze sie schonend).

True wireless odyssey

Mit was ersetzen also? Wieder Kabel? Der bescheuerte Apple-Krimskrams-Dongel bleibt. Viel Bluetooth um die Birne ist mir auf Dauer etwas suspekt. Dazu kommt, dass ich ein baumgrosser Kerl bin und darum auch oft Mühe mit richtigem Fitting der Ohrstöpsel habe (unter large geht nichts). Ein In-Ear, der nicht sitzt, ist wertlos. Wegen dem Dongeldings-Ärger über Apple verzichte ich auch auf AirPods, vor allem aber weil „One size fits all“ bei mir eben nicht funktioniert. Bluetooth-Kopföhrer mit Nackenkabel bleiben immer an meinem Kragen hängen, darum mussten es „true wireless“ sein. Also welches Produkt wählen? Ich habe stundenlag Test und Reviews gelesen und angeschaut. Einen Makel hatte jeder In-Ear:

  • Jabra Elite T75t, RHA Trueconnect sind nicht auf den technologisch neusten Stand (und die Jabras sehen sch.., äh suboptimal aus).
  • Sony WF-1000XM3 hat ANC (wofür?), sind klobig, insbeondere das Ladegehäuse, und man kann am Ohr die Lautstärke nicht verstellen.
  • Sennheiser Momentum sind mir zu teuer und haben ANC.
  • Bose, Beats? Hahaha, guter Witz, ich will doch keine zu Lasten der Boom-Boom-Generation verzerrte Frequenzgänge.
  • Klipsch T5: Klipsch war schon immer gut in Sachen Sound. Leider sollen die Dinger viele Aussetzer haben. Das kann ich gar nicht ab.
  • uvm.

Shootout – die letzten drei

Es kamen immer mal wieder neue Typen dazu oder fielen weg. Es gibt schlicht eine Unmenge von Produkten. Ganz gegen Schluss kamen so noch drei Produkte mit sehr guten Soundeigenschaften in die Endauswahl. Die Samsung Buds+, die Anker Liberty Pro 2 und die Cambride Audio Melomania 1. Die Samsung Buds+ fielen aus dem Rennen, weil sie AptX nicht unterstützen und mit IP2X nur schlecht gegen Schweiss und Wasser geschützt sind (will sie auch im Gym tragen), da blieben nur noch zwei. Die Anker Liberty Pro (die zwar etwas klobig sind) und die Cambridge Audio Melomania 1 (die in der Schweiz kaum erhältlich sind). Den Todesstoss zu den Anker Liberty Pro 2 gab diese Review und der Follow-up dazu. Kann sein, dass nicht alle das hören können. Ich weiss aber, wenn ich das einmal höre, kann ich nicht mehr weghören. Somit blieben die Melomania 1. Zu diesen gab es nicht so viele Reviews, aber alle waren sehr gut. Blieb nur noch das Problem, woher nehmen? Der einzige Online-Shop war der von techstudio.ch. Noch nie davon gehört und darum immer ein Abenteuer. War aber alles prima: Schnell, freundlich, etc.
Übrigens, die drei besten Review-Kanäle auf Youtube finde ich Damir Franc, der bereits erwähnte mrkwd – Tech Guy und Jim’s Review Room. Gute Reviews bei den Kopfhoerer.de, Soundguys.com, shortlist.com, whathifi.com

Melomania 1 – und jetzt?

IMG_7284Ich besitze die Dinger jetzt seit vier Tagen und kann ein erstes Fazit ziehen. Schnell gesagt – Toll! Etwas ausführlicher (wenn du bis hier gelesen hast, dann halte durch):

Schon beim Öffnen viel Spass: „For People who Listen“ – ein Versprechen für Musikpuristen. Alles kommt elegant und schnörkellos daher. Die Verpackung, das Case, die Buds. Es gibt keine App dazu (wofür auch?), es hat keine Pins an den Buds für das Aufladen (erfolgt über den Wachsfilter und den Metallring), das Case findet in jeder (Hosen-)Tasche Platz, LED-Anzeigen an den Buds zeigen den Verbindungsstatus an und die LED-Anzeigen am Case die noch zur Verfügung stehenden Ladezyklen. Was ich sehr wertig anfühlt, sind die Magnete. Die Buds schnappen förmlich in das Case und der Deckel von Letzerem schnappt deutlich zu – ich mag das. Die Buds sind extrem leicht (4.6 Gramm pro Bud), sitzen dadurch auch enorm sicher.  Die Auswahl an Tips ist etwas überschaubar. Mit den grossen Siliko-Tips habe ich einen anständigen Fit gefunden. Wenn man sie mehrere Stunden drin hat, merkt man aber etwas Kantiges an den Ohren, da beginnen sie unangenehm zu werden. Ich werde darum die Schaum-Tips in Large bei Cambridge Audio bestellen (die liegen nicht bei). Sollte ich weitere brauchen oder ein Silicon-Schutzcase, dann sieht es in der Schweiz düster aus. Schlichtweg nicht erhältlich. Auch über die Amazon-Lieferung nicht. Ich habe dazu mal bei Cambridge Audio nachgefragt.

Wie steht es mit den Kritikpunkten in den Reviews?  Dass ein Laden nur mit Micro-USB möglich ist und nicht kabellos oder mit USB-C ist mir schnuppewurst, ich habe eh fast immer ein Micro-USB mit. Die schlechte Mikroqualität in Telefon- oder Video-Konferenzen? Bisher hat sie nie jemand beklagt. Es ist dabei aber eben auch zu beachten, dass die Mikrofone ausgerichtet werden müssen. Beim kugelrunden Bud kann es schnell gesehen, dass eines Richtung Ohr guckt. Die kleinen Dellen auf den (echten) Bedienknöpfen helfen beim Ausrichten.

Gibt es was Negatives? Ich hatte ein paar Aussetzer. Daran kann aber auch das iPhone Schuld  sein. Ich hatte sie meist, wenn ich z.B. mit einem Game rumfummle. Das werde ich aber beobachten müssen. Und eben: Dass kein (mir) bekannter Schweizer Online-Shop die Dinger oder Ersatzteile dazu führt ist eher beschämend.

Und der Sound?

Der Sound ist sehr gut, aber das ist auch immer Geschmacksache. Ich bin ja wie oben geschrieben kein Anhänger von Boom-Boom-Boom-Boom-I-want-you-in-my-Room-Musik oder irgendwelchem basslastigem Gedöns. Der Bass ist satt, aber nicht überzeichnet: Ich höre Rock, Pop, Klassik, Singer-Songwritert, Metal und da performen sie grossartig. Auch die Stereo-Breite ist gut (also der Eindruck, wie weit die Lautsprecher auf der virtuellen Bühne voneinander entfernt sind). Von Zeichnung erinnern sie mich etwas an Studio-Lautsprecher, weil sie enorm klar sind und Details sehr deutlich wiedergeben (auch das ist nich jedermanns Geschmack!). Man hört kleine Nuancen heraus:

  • Wie das Background-Zungenschnalzen in „No Roots“ von Alice Merton (das mir bisher noch gar nie aufgefallen ist).
  • Die klare Stereo-Auftrennung von Stimme, Akkustik-Gitarre und Piano, sowie das Besen-Snare in Damien Rices „Cold Water“.
  • Florence an the Machines „Dog Days are over“ zeichet jeden Ton so scharf wie ein Hocho schneidet.
  • Die Dynamik in Marylin Mansons „This is the New Shit“ ist gut, auch wenn mir wie bei anderen Liedern etwas der „Punch“ fehlt (aber hey, wir sprechen hier von in-ears für 160 Franken!).
  • In Calexicos „Close Behind“ kann ich problemlos jedem Instrument und selbstverständlich dem Gesang folgen, so deutlich und klar zeichnen sie.
  • Bei Ludovico Enaudis „Leo“ hört man jedes Dämpfer-Pedal des Flügels
  • Und bei „Joanne“, Piano-Version von Lady Gaga ist jeder stimmliche Laut zu hören

Fazit: Was die Köpfhörer angeht: Jeden Franken wert, sehr, sehr gute Sound-Qualität (insbesondere für den Preis !), manchmal fehlt etwas der Punch oder Höhen sind etwas scharf, aber das ist wohl auch  Geschmacksache. Vielleicht holen da die Schaum-Ohrstücke noch etwas raus. Akkudauer ist klasse, das kleine Etui auch. Alles sehr wertig. Eine feine Sache, kann ich nur empfehlen. Einziger wirklicher Nachteil: Woher bekommt man in der Schweiz bloss Zubehör?

Ein paar gewichtige Gedanken zu unserer (Elektro-)Mobilität

rmtgmAktuell ist ein grosser Hype für Elektroautos im Gange. Das brachte Diskussionen auf:

  1. Graue Energie für die Herstellung
  2. Wie die Elektrizität dafür hergestellt wird
  3. Wie geil die Beschleunigung ist.

Diese Diskussion möchte ich nicht führen, nur ein paar Anmerkungen aus meiner Sicht:

  1. Gut wird dieses Thema noch stärker diskutiert , auch für Antriebe mit CO2-Ausstoss. Leider sind solche Rechnungen schwierig und darum angreifbar.
  2. Wir wissen eigentlich, dass das in der Schweiz heute und absehbarer Zeit nur mit Atomstrom oder eingekauftem (Atom-) Strom geht. Leider ist das Risiko von Atomstrom ein grosses und schwer berechenbar. Darum sind alle Argumente für und wider angreifbar.
  3. Jup!

Darum thematisiere ich in diesem Blogpost zwei andere Punkte, deren Rechnungen einfach sind:

  1. Das Gewicht, das wir bewegen, um einen einzelnen Menschen mehr Mobilität zu geben
  2. Der Mix erzielt durchschnittlich die besseren Resultate, als einzelne Lösungen

Zum Gewicht

Kraft ist Masse mal Beschleunigung. Die Arbeit, die man dafür aufwenden muss, ist das Produkt aus Kraft und Weg. Einfach gesagt: Je mehr Masse wir also bewegen müssen umso mehr Energie müssen wir dafür aufwenden (ganz einfach Mechanik, die verstand sogar ich in der Physik). Das Tesla Model S wiegt 2100 Kg. Es muss also viel elektrische Energie aufgewendet werden, um einen Körper von sagen wir mal durchschnittlich 80 Kg zu bewegen. Zum Vergleich: Mein gebrauchter «Schwedenpanzer» Saab 900 – mein einziges alltagstaugliches Fahrzeug, das ich je besass – wog damals, 1990, 1300 Kg.
Es ist ja meines Wissens immer noch so, dass Personenwagen Einzelpersonenwagen sind. Natürlich kommt es darauf an, wie gross der Schadstoffausstoss dafür ist. Das ist aber eben eine sehr schwierige Rechnung, die in der aktuellen Diskussion unzulässig stark vereinfacht wird. Ganz unabhängig davon, ist es einfach Schwachsinn, so viel Energie aufzuwenden, um eine einzelne Person zu transportieren. Diese Rechnung ist extrem einfach. Darum sollten wir diese aus meiner Sicht primär führen, natürlich vor allem auch bei den Verbrennungsmotoren. Ich habe dazu mit den Angaben aus Wikipedia eine kleine Tabelle erstellt:

Fahrzeugmodell 80er / Gewicht in kg 2010er / Gewicht in kg Delta %
Golf 750 1205 61
Peugeot 205/208 720 1100 53
Opel Corsa 735 1120 52

Das Gewicht von jedem Fahrzeug ist in der Zwischenzeit um mindestens 50 Prozent gestiegen und wir fahren rund 400Kg mehr mit uns rum (und ich habe die leichtesten Modelle verglichen). Trotz Leichtbauweise, sei angemerkt. Die Motoren werden immer grösser, weil wir mehr Fahrleistung wollen und die Ausstattung immer umfangreicher wird (Seitenaufprallschutz, Airbag, Klimaanlage, Supidupi-Sitze mit 1000 Einstellmöglichkeiten, Displays, kräftige Soundanlage, elektrischer Kofferraumdeckel, etc. pp.). Die Aufprallkräfte werden dadurch auch grösser, was vor allem für leichtere Verkehrsteilnehmer kritisch wird. OK, die Knautscheigenschaften kompensieren das wieder ein klein wenig. Letztlich haben wir wohl fast den selben Fahrspass, viiel grössere Motoren, viiiel mehr Komfort und wohl auch mehr Sicherheit und den etwas tieferen Verbrauch wie vor dreissig Jahren. Die Verbesserung beim den Schadstoffausstossen ist aktuell ja etwas in Diskussion. Wo wären wir bloss, wenn wir uns ne Limite von 900-1000 kg für einen Kleinwagen gesetzt hätten?

Noch was zu Tesla: Ich finde gut, was Tesla hinbekommen hat, nämlich den Weg aufzuzeigen, dass es geht. Dem Markt ein Angebot schaffen, damit dieser (also wir) eine Wahl haben, was alle Automobilhersteller bisher nicht geschafft haben. Der nächste Schritt wird sein, die Techniken vernünftig einzusetzen.

Zum Mix

Ich meine, es macht nicht viel Sinn, alle unsere Personenwagen auf elektrischen Antrieb umzustellen, solange wir keine genaueren Antworten über die ökologisch nachhaltige Stromgewinnung und die Rechnung mit der Grauen Energie eindeutig beantwortet haben. Zu Elektro-/Benzin-Hybriden bin ich kritisch eingestellt, solange sie mit so viel Luxus-Schnickschnack ausgerüstet und schwer sind, wie ich schon mal feststellen musste.

Zudem ist «Eine Lösung für alles» selten gut. In Aktienmärkten schlägt der Index isolierte Strategien auf Dauer immer, sich nur von Bohnen ernähren ist genauso ungesund, wie sich nur von Wurst zu ernähren und immer dasselbe Kompliment, löst nur Gähnen aus. Auf Dauer bringt der Mix also meist die beste Lösung, wieso also auch nicht in unserer Mobilität?

Beispielsweise so:

  • Fürs Pendeln (commuting) setzen wir auf Elektromobiliät, wer mit Verbrennungsmotoren oder zu schweren Fahrzeugen in die Stadt fährt, zahlt ein «Road Pricing», von mir aus zweckgebunden in die Erforschung von alternativen Energien. So können grosse Schadstoffkonzentrationen in Städten gedämpft werden, zudem werden die Fahrzeuge im Stadtraum wieder leichter.
  • Für Langstrecke setzen wir auf einen Hybrid aus Brennstoffzelle und Verbrennungsmotor. Ein interessantes Modell habe ich mal von einem Brennstoffzellenforscher schon vor vielen Jahren gelesen. Er meinte, es gehe noch sehr lange, bis die Brennstoffzelle (mit Wasserstoff oder fossiler Energie) für einen Antrieb genügend Markfähig sei. Sein Ansatz war, alle elektrischen Verbraucher über eine Brennstoffzelle zu speisen. Denn die machen heute einen enormen Anteil des Verbrauchs an. Darum werden Motoren und Lichtmaschinen, die zudem einen schlechten Wirkungsgrad haben, immer schwerer. Mit diesem Hybridmodell können die Motoren wieder kleiner (und leichter) werden und nur noch für den Antrieb zuständig sein. Wenn dadurch jedes Fahrzeug 2.5 l/100Km weniger verbraucht, ist schon ein enormer Schritt gemacht, bis wirklich zukunftsfähige Lösungen anstehen.

Man kann jetzt natürlich einwerfen, dass dann jeder zwei Fahrzeuge braucht und das viel Graue Energie bindet, aber wie viele Haushalte bei denen eine Person pendelt, haben heute bereits zwei Fahrzeuge? Eben!

Ich bin weder Fahrzeug- noch Umweltingenieur, darum habe ich bei diesen Überlegungen vielleicht auch etwas Wichtiges nicht bedacht. Ich habe in meinem Leben als Techniker, Marketer und Querdenker aber gelernt, dass man nicht das Ideale anstreben sollte, sondern das Machbare mit Zukunftspotenzial. Die Mutter aller Lösungen gibt es nicht, schon gar nicht, wenn wir nicht verzichten wollen. Darum sollten wir für eine künftig ökologischere Mobilität, die immer noch Spass macht, mehr über den Mix und endlich mehr über Gewicht sprechen.

Vorbereitung – Tech-Plunder

Malaysia-Streetfighter

Malaysia-Streetfighter

Früher hat man eine Gepäckrolle um den Lenker gebunden, die Werkzeugkiste kontrolliert und ist losgefahren. Eine Unterhose reichte für vier Tage, Essen gehen konnte man auch mit Motorrad-Lederhose und -Stiefeln. Die Karte war auf den Tank geschnallt und spätestens am dritten Tag nicht mehr zu gebrauchen, weil komplett durchnässt, am vierten Tag war man das dann selbst. Man übernachtete – bestenfalls – im Zelt. So abenteuerlich musste das gewesen sein. Ich hingegen, habe das mit dem Zelten gesehen. 12 Jahre Pfadi und etwa gleich viele Jahre Militärdienst haben mir genügend Erfahrung mit nassen Klamotten (und «nie mehr!»-Flüchen) eingebracht. Hier also eine Episode was man denn alles so Nützliches und Unnötiges mitschleift.

Das Motorrad (Unterhosen folgen später)

Das Thema Unterhosen nehme ich wohl mit einem Blogbeitrag zu Reisegepäck auf. Heute geht es hier um Technik.
IMG_7937Mein Töff (Motorrad) ist eine R1200GS von BMW. Dieses Modell fahre ich unterdessen wohl schon zehn Jahre und seit 2013 die neueste Version mit partieller Wasserkühlung. Ursprünglich habe ich die GS gewählt, weil für meine Körpergrösse kaum andere Fahrzeuge infrage kamen. Da war noch die KTM-Adventure (tolles Bike), die aber – wohl aus Brusttrommel-Gründen – kein ABS hatte. Heute ist die Auswahl etwas grösser, was aber keinen unterschied macht, denn mein Töff und ich sind eine Einheit: Der höhere Sattel macht es für mich bequemer, die Enduro-Fussrasten erlauben mir auf Schotter – oder einfach mal zur zur Entspannung – stehend zu fahren, ohne mich wie eine Vogel auf dem Drahtseil zu fühlen. Sonst habe ich keine Modifikationen am Töff, ist nicht so mein Ding.
Der Töff hat auch ohne «custom parts» unterdessen allen technischen Schnickschnack wie Traktionskontrolle, LED-Licht, semi-aktives Fahrwerk und vier verschiedene Fahrmodi (Enduro, Regen, Strasse, Dynamik). Griffheizung und Tempomat sind auch dabei, genauso wie eine Teilintegral-Bremse. «Hat nicht mehr viel mit Motorradfahren zu tun!» mögen hier die Abenteurer einwenden. Das mag so sein, doch ich behaupte, spätestens nach den zwei Wochen würde sie trotzdem heimlich darauf schielen.
Ich war nie ein grosser Schrauber, darum macht es für mich auch keinen Unterschied mehr, dass ich nur noch das «Harley-Repair-Kit» mitnehme: Mobiltelefon und Kreditkarte. Wie auch immer: Mein Fahrgerät ist eine eierlegende Wollmilchsau, damit geht einfach alles und sorgt für jede Menge Fahrspass, was will man mehr, wenn man drei Wochen Ferien geniessen möchte?

Gepäcksystem

Ich habe für die drei Wochen drei, respektive 2.5 Koffer dabei. Einer ist wegen dem Platz für den Auspuff nur gerade geeignet, ein Paar Schuhe in meiner Grösse mitzuführen. Total sind das etwa 70-100l Packvolumen. Da in den Ecken der Koffer immer etwas ungenutzter Stauraum bleibt, ist dieses aber nicht mit einem Rucksack zu vergleichen. Zwei Werte übrigens deshalb, weil die Koffer variabel sind und sich deren Fassungsvermögen mit einem Umschaltbügel vergrössern lässt. Weil der Töff dadurch aber endgültig zur Wüstenschiff verkommt, möchte ich wenn immer möglich mit kleinstem Packvolumen fahren. Dadurch stellt sich die «Unterhosenfrage» (siehe – vielleicht – ein späterer Blogpost). Auf alle Fälle sind die Koffer saupraktisch. Ein kleiner Handgriff und sie sind demontiert und im Hotelzimmer. Aktuell überlege ich mir noch, ob ich mir noch einen Tankrucksack oder noch besser einen Soziussitzrucksack beschaffen soll, um meine Kamera darin zu versorgen und so schneller griffbereit zu habe. Nur sind die Dinger grausam hässlich. Böh!

GPS

Da ich viel Landstrasse fahren werde, wird ein Roadbook, also ein gutes altes Plänli, das einem sagt, wann man wo abbiegen muss, wohl reichen. Das GPS nehme ich aber trotzdem mit, denn es liefert mir immer wieder interessante Daten wie Höhe über Meer, Zeit bis zum Ziel, Himmelsrichtung, etc. Ich mag das und wenn man die Strassenkarte immer aktualisiert vor sich hat, entspannt das zusätzlich. Leider wird mir in der Vorbereitung wieder auffallen, wie schlecht die Software und Benutzerführung von Garmin ist. Ein dauerndes Ärgernis.

Lichtfänger

ObjektivvergleichSicher wird mich meine X-E2 begleiten. Ob mit einem oder mehreren Objektiven, werde ich wohl erst beim Packen entschieden (siehe die Unterhosenfrage).  Aktuell bin ich mir am Überlegen, ob ich sie zusätzlich mit einem Zoom-Objektiv ausrüsten soll. Bin etwas hin- und hergerissen, siehe Bild rechts.

Zusätzlich zur Fotokamera möchte ich eine Action-Cam mitnehmen um kurze Filmsequenzen zu drehen. Diese Kamera wird aber keine GoPro sein, die ist mir für einen einmaligen Einsatz zu teuer. So habe ich mich mal bei Tmart.com umgesehen. Das ist schon unglaublich, was da alles unter Free Shipping und zu was für Preisen feilgeboten wird. «Wegwerf-Gesellschaft» kommt einem automatisch in den Sinn und dass die ökologischen Schäden nicht in die Transportkosten eingerechnet sind.

Mein Blick ist auf die Xiamoi Yi gefallen, deren wasserdichtes Gehäuse, das es irgendwie gar noch nicht gibt. Ich habe auf tinydeal.com trotzdem eines gefunden. Der Kundenservice über Chat-Funktion und die Bestellprozedur sind bei diesem Anbieter überraschend professionell. Doch das etwas schlechte Gewissen bleibt. Mal sehen: Wenn denn das Gehäuse kommt, werde ich auch noch die Kamera dazu kaufen. Ob ich auf der Reise zum Video schneiden kommen werde, steht sowieso auf einem anderen Blatt geschrieben. Genauso wie das Bearbeiten von Bildern. Ich habe zwar Lightroom 5, aber Adobe will zusätzlich Geld, wenn ich das auf dem Tablet machen möchte. Mein Schreibtisch hat deshalb schon leichte Bissspuren an der Kante.

Blog-Untensilien

Überhaupt: Wie komme ich zum Bloggen, wenn der Platz zum Mitführen von Material schon knapp ist? Das werde ich wohl über ein iPad mit Prepaid-SIM tun. Das kostet 7.90€ für 7 Tage unlimitiert in Finnland (man staunt). Bei den norwegischen Anbietern habe ich noch keinen gefunden, der günstig eine Festpreis für ein unlimitiertes Datenabo über 30 Tage bietet (hat jemand eine Idee?). Das Telefon wird auch dabei sein und seine Daten über den iPad-Hotspot ziehen. Was mich immer wieder beeindruckt: Hätte man das jemandem von vor zehn Jahren gesagt, er oder sie hätte einem für einen Spinner abgetan. Speicherkarten und andere empfindliche Gerätschaften verstaue ich übrigens in einer Otterbox, die sollte jeder Reisende/ jede Reisende dabei haben, ganz egal wie man reist. Selbst wenn ich noch mit Gepäckrolle und Zelt unterwegs wäre, eine Otter-Box wäre mit von der Partie (auf ihrer Website sind inzwischen aber nur noch Gehäuse für mobile elektronische Geräte zu sehen, mir schwant Böses!) .

It’s about time – not

timeApple hat eine Uhr auf den Markt gebracht. Es wurde deshalb viel über Uhren gesprochen, viel über den Einfluss, aber wenig über Märkte. Darum meine ich:

  1. Geht die Schweizer Uhrenindustrie vor die Hunde? Nein
  2. Wird die Apple Watch ein Erfolg? Ja, in USA und Europa
  3. Ist die Apple Watch ein disruptives Produkt? Nicht die Bohne!

Aber von vorne:

„In welchem Markt sind Sie tätig?“

Das fragte mein Lehrer jeweils. Die Frage schien trivial zu beantworten zu sein. Doch aus dem Café-Markt wurde schnell ein „Daheim aber anderswo“-Markt bei Starbucks oder eben aus dem Uhrenmarkt ein Zeitanzeige-Markt. Das kann man als akademisch abtun, aber wenn man herausfinden möchte, wer einem konkurrenziert, dann ist das essenziell, diese Nuancen zu kennen. Denn was hat das Flugzeug mehr konkurrenziert? Der Zug oder die Telefonkonferenz?

Wer ist heute im Zeitanzeigemarkt führend? Wohl die Mobiltefone und auch noch die Uhren.

Welchen Markt greift den die Apple Watch an? Den Markt um Quantified-Self-Produkte (oder von mir aus der Ich-will-das-Logfile-von-mir-Markt) und den Markt für mobiles Zahlen. Die Anzeige der Zeit ist ein nettes Nebenprodukt wie das Telefonieren eines ist, seit Apple mit dem iPhone gezeigt hat, dass der Markt kein Telefoniemarkt mehr ist, sondern ein unterwegs-das-Internet-nutzen-Markt.

Geht die Schweizer Uhrenindustrie zugrunde?

Absatz vs. Umsatz. Das soll Apple zum Einstürzen bringen? Ich glaube nicht. Bild aus „W The Journal“

Nein, denn die Apple Watch bedient die oben genannten Märkte, die teuren Schweizer Uhren den Markt für gehobenen Lifestyle, bei der aktuellen Zinsituation vielleicht sogar den Anlagenmarkt.

Schwierig wird es für diejenigen, die etwas hübsch die Zeit anzeigen möchten, die Gadgets für Quantified-Self und für all die nerdy-Techkram-Zeitanzeiger. Am stärksten ist gefährdet, wer z.B. ein Golf-GPS für ans Handgelenk bietet, oder Pulsuhren, oder Uhren im Preissegment von 100 – 500 Franken. Eine Swatch kostet 180 Franken, die iWatch 350, eine Omega Speedmaster 4000. Wäre ich Fossil, Garmin, Casio, Seiko, Suunto und wie sie alle heissen, dann würde ich mir schon mal den Muff ausmotten oder das Katzenfell.

Guckt man sich den Absatzmarkt der Schweizer Uhren an (siehe Studie Credit Suisse), und überlegt sich, wo denn die Apple Watch so hinzielt, gibt es wenig Überdeckung. Der Anteil an Exporten nach USA geht schon seit Jahren zurück wie in fast gleichem Masse der Export nach Hongkong ansteigt. Klar Export heiss noch nicht, dass auch in denselben Markt abgesetzt wird, aber ein gutes Indiz ist es dennoch.

Ein weiterer Aspekt, der aufzeigt, wo die Entwicklung des Schweizer Uhrenmarktes stattfindet, ist der Anteil mechanischer Uhren. In den letzten Jahren ist dieser auf fast 25% angestiegen. Ein Käufer einer solchen Uhr würde die Apple Watch kaum als Substitut ansehen, sondern als Komplementärgut.

Und Swatch?

Hauptabnehmer für Kleinuhren aus der Schweiz ist China, mit fast 30%. Werden diese Kleinuhren dort von der Apple Watch, also einem Produkt aus der USA verdrängt werden? Ich habe so meine Zweifel, wenn ich mir die weltpolitische Lage so überlege. USA, Japan, Europa VAE wird wohl der Hauptabsatzmarkt der Apple Watch sein.

Zugegeben: Ich weiss (immer noch) nicht, wieso Swatch so gut funktioniert. Wohl, weil sie im Accessoire-Markt tätig sind und darum wird Swatch wohl auch nur indirekt von der Apple Watch konkurrenziert werden. Ein weiterer meiner Gedanken zur Konkurrenzsituation: Ich kenne niemanden in meinem Freundeskreis, der heute eine Swatch kauft/trägt, aber einige, die wohl bald mit einer Apple Watch am Handgelenk rumlaufen werden

 Die Position am Markt ist entscheidend (einmal mehr)

Man kann es nur gebetsmühlenartig wiederholen. Wer sich ausschliesslich tief hängenden Früchten widmet oder sonst etwas im Markt rumeiert, wer also seine Position im Markt noch nicht gefunden hat, sollte schnell eine Lösung finden, das Zeitfenster schliesst sich wegen der Apple Watch rasant. Gleiches gilt, wer mit einem „wearable“-Produkt sein Stammgeschäft erweiterte.

Apple, ein proprietäres System mit geschlossener Markt – Reichweite limitert

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Apple Watch in USA und Europa einen guten Erfolgt erzielen kann, da aber mit beschränkter Reichweite.

Apple schafft dank der starken Markenabhängigkeit ihrer Käufer, was sich andere nur wünschen können. Darum schafft es Apple auch fast immer, die kritische Hürde für ein Produkt zu nehmen, weil ihnen die Appelisten alles aus den Händen reissen, was sie bauen, egal wie gut dass das ist. Davon können Google und Microsoft genauso träumen, wie all die Crowd-Funded-Startups.

Das Problem ist, dass Apple durch die Proprietärität ihrer System in der Reichweite begrenzt ist. Das hat sich beim iPhone gezeigt, das rasant in den Markt der Smartphones einfiel und in horrender Geschwindigkeit Marktanteile gewann. Aber seit Jahren verharrt Apple auf einem Marktanteil von 15-20 Prozent. Ein grossartiger Wert, ohne Frage, aber eben nicht ausbaufähig. Sollte sich also Apple mit seiner Uhr im Quantified-Self-Markt der USA und Europa 20 Prozent sichern, wird das der Schweizer Uhrenindustrie wohl nicht weh tun, ganz im Gegensatz zum Fuelband, Jawbone, etc.

Die Gefahr liegt dort, wo keine Bewegung ist

Aus all den genannten Gründen meine ich, dass die Apple Watch den Zeitanzeigemarkt nicht einbrechen lassen wird. Es ist schlicht eine andere Situation als bei der Lancierung des iPhones, denn wenige sahen das Telefon als Lifestyle-Produkt vergleichbar mit einer Uhr mit mehreren Tausend Franken Wert,  noch wenigere als Wertanlage . All meinem Abwiegeln zum Trotz wird die Schweizer Uhrenindustrie gut daran tun, die Apple Watch nicht mit einem Lächeln abzutun. Denn zu wissen, in welchem Markt man tätig ist und eine klare Position darin zu finden, wird durch das neue Gadget von Apple umso wichtiger werden.