Sponsoring: Schnapsidee inside? Mitnichten!

Bild zeigt Intel-Logo auf der Innenseite das FC Barcelona-Trikots

Bild aus der Intel-Medienmitteilung

Über den nachfolgenden Tweet von Roger Hausmann (@roger_hausmann)  bin ich auf die Sponsoring-Idee von Intel gestossen.  FC Barcelona, früher stolzer Trikot-Sponsor-Ignorant braucht heute auch das Geld, ohne das es im Spitzenfussball schlicht nicht mehr geht (auch im Nicht-Spitzenfussball, wie das Beispiel Grasshopper Club Zürich zeigt). Erst dachte ich, was für eine blödsinnige Idee von Intel, aber dann hat es mir gedämmert und je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr wurde mir klar, dass das eine grossartige Idee ist, besonders für Intel.

Das „Intel Inside“-Ding

Intel wirbt ja schon lange mit dem Claim „Intel Inside“. Damit schafft es Intel, seiner Marke Aufmerksamkeit zu geben, die sie sonst kaum bekäme. So ein Prozessor, also das Herzli eines Rechners, wird ja nur von den Nerds gesehen, welche eine Kiste aufschrauben und die Innereien angucken, oder gar austauschen. Die breite Anwendermasse bekommt den Prozessor nur dann zu Gesicht, wenn sie entnervt den Rechner aus dem Fenster des zweiten Stocks werfen und die Sauerei nach der emotionalen Ausgleichshandlung auf der Strasse zusammenwischen müssen (oder ähnlich).

Zur Erinnerung: Das Sponsoring

Im Sponsoring ist – ganz grob formuliert, im Detail gibt es viele Nuancen – entscheidend, dass Markenwerte unterstützt oder transportiert werden, nur dann kann genügend Aufmerksamkeit für die Marke geschaffen und das Image transportiert werden. Wird das erzielt – und das ist die grosse Kunst, die den meisten nicht gelingt–, bekommt das Sponsoring  einen starken Vorteil gegenüber schlichter Werbung, weil es mit einem Erlebnis verbunden ist und die Markenbotschaft eher unterschwellig bei der Empfängerin ankommt. Das kann für eine spezifische Zielgruppe genauso gut erfolgen wie die breite Masse.

Cleverer Intel-Marketingmensch!

Auf den ersten Blick erscheint es doof, die Innenseite eines Trikots mit einem Logo zu bedrucken. Der geneigte Fussballgucker und noch mehr die dem manchmal aufblitzenden Sixpack nicht ganz abgeneigte Fussballguckerin wissen aber, dass die Innenseite doch recht oft zu sehen ist. Dann nämlich, wenn der pfauische Fussballstar nach geschossenem Tor, seinem Jubel freien lauf lässt. Am liebsten möchte er dann das Leibchen abstreifen und in guter Primatenmanier seinen nackten Oberkörper zu Schau stellen, manchmal auch begleitet durch martialisches Geschrei, Mimik und Brusttrommeln.
Das haben die Fussballverbände inzwischen unterbunden. Wer es doch tut, bekommt eine Strafe (gelbe Karte). Was macht also der Fussballspieler im Testosteronsturm? Er lupft das Leibchen bis zur Brust oder er zieht es sich über den Kopf. Und dann, nur dann, in erfolgreichen, wichtigen  Momenten ist das Intel–Logo zu sehen, eingefangen von allen Kameras, hochauflösend, in Nahaufnahme und suggeriert: „Mit Intel Inside ist man leistungsfähiger, erfolgreicher“. Genau wie ein Prozessor, der sonst nie ersichtlich ist, aber in den wichtigen Momenten entscheidend sein kann.
Mit witzigen Begleitaktionen kann das sogar noch viel intensiver inszeniert werden und die Fanleibchen mit Aufdruck werden beim Waschen ja auch alle gedreht, das sieht dann wohl mehrheitlich (noch) die Mutter, aber die ist bei Kaufentscheiden von Elektronikgeräten nicht ganz unwichtig. Es ist ein mutiger Weg, mit noch mehr Flopp-Risiko als das profane Sponsorings ganz allgemein schon bergen. Doch ich halte es für eine sehr clevere Aktion, die fast nur für Intel passt. Well done!

Nota Bene:

  1. Auch gut gemacht vom FC Barcelona: Wer kann schon beide Seiten seines Trikots vermarkten?
  2. Das Logo hebt sich aber für mich zu wenig auffällig vom Weiss ab. Das hätte ich anders gemacht.
  3. Wetten, dass die Spieler angehalten werden, das Trikot beim Torjubel vermehrt über den Kopf zu ziehen?
Advertisements

Gastbeitrag: Es ist zum Nüsse knacken!

schmutzliJedes Jahr das selbe Spiel vor und am 6. Dezäember. Während mein Chef und ich um die Häuser schliched streifen müssen wir uns anhören, dass wir vom Nordpol kommen, „Hohoho“ soll er sagen, der Boss. Da juckt’s mich im Zeh, mit meinem Stiefel auszuholen und dem Kerl – dem „Hohoho“-Sager, nicht etwa dem Chef – einen ordentlichen Tritt in den Hintern zu verpassen. Der Chef ist, da jeweils die Ruhe selbst und ringt sich noch ein Lächeln ab. Ich bin dann jeweils wieder froh, wenn ich dihei zuhause bin, draussen im Wald. Dann kann ich am Fell der Rehe schnupperän und sie hinter den Ohren kraulen. Das beruhigt; und wenn nicht, dann sage ich dem Rehlein gute Nacht und gehe ich hinters Haus und spalte Holz. Das sieht dann etwa so aus:

Irgendwie haben die Leutz (höhö, das haben ich von den Jungen abgeguckt, lüpfig, gäll) in den Dörfern und noch mehr in den Städten irgendwie ein „durrenand“ gemacht mit dem Typen aus anderen Ländern. Soll einer noch sagen, das Coca-Cola nicht aufs Oberstübchen schlägt, höhö. Da ich ja eigentlich ein lieber Kerl bin (isch würklich so!) mache ich hier mal eine Gegenüberstellung. Vielleicht hilft das. Alle Angaben natürlich ohne Geweih, schliesslich will ich ja nicht die ganze Sage demaskieren (hät mer mal eine gseit, das töni no gschiid, wänn mer das sägi) und mir lupft so schnell keiner den Bart um genauer nachzusehen.

Mal ganz grundsätzlich

Schweiz Sonstwo
Samichlaus (chrischtlich mit Bischofsmütze, aber lieber mit Zipfelchappe) Nikolaus
Christkindli Weihnachtsmann, Santa Claus
Schmutzli Knecht Ruprecht, Krampus

Und jetzt im Detail: Unterschied Chlaus und Santa Claus

Cha nöd so guet tüütsch drum schrib i da une minere Schnurre na

Samichlaus Weihnachtsmann
wohnt Im Wald Am Nordpol
fahrt Nix da, gaht z’Fuess Schlitten
Zugmaschine Eseli Rentier
seit Guete Abig Ho-Ho-Ho
sin Kumpel Schmutzli, das bin ich Rudolf s’Rentier
chunt verbi 6. Dezember 24./25. Dezember
bringt Nuss, Bire, Süesses, chlini Gschänk und gueti Wünsch Gschänkli
Alarmgrät Glöggli Schälle
macht Usem Buech läse und Gschichte verzelle, em Chind zuelose, Sprüchli lose Lost de Chind zue
treit Es langs eifachs Gwand mit Kordle um de Buch und e langi Zipfelchappe ohni Pompom und Firrlefanz E Hose mit Gurt und e Jagge, plus e Chape mit Pompon
chunt i d’Wonig Dur d’Hustür, nachdämm er agchlopft hätt. Schliesslich en aständige Ma, oder? Durs Chämi (und wird nöd dräckig debi, wie macht dä das?)
trinkt Tee Kei Ahnig, Coca-Cola?

Sodelig, ich hoffe, ich konnte euch das wieder mal etwas näher bringen und wie geschrieben ist die Liste nicht sakrosankt, man kann das auch ein bitzeli anderst sehen. Jetzt hoffe ich, Ihr wart alle brav und ich kann meine Fitze in meiner Bauchkordel stecken lassen. Aber eigentlich schon schade, dass man heute nur noch den Weihnachtsmann Geschenke vorbeibringen sieht, das hat das schnusig Chrischtchindli nicht verdient.

Macheds guet!

Eue Schmutzli (gopf, wo sind jetzt wider die Guetzli anecho?)Klecks

Marketingleiter, ledig, sucht….

… eine Marke zum Verlieben

Nach zwei wundervollen, mehrjährigen Beziehungen zu den Marken Netcetera (B2B) und Brack.ch (B2C) suche ich ab November 2013 eine neue Marke, der ich meine Treue schwören und die ich auf Händen tragen darf.

Meine Mitgift

Ich sorge dafür, dass du

Für Brautschau auch gerne mal im Anzug

Für Brautschau auch gerne mal im Anzug

  • im besten Licht dastehst (Marketingkommunikation, PR)
  • geschätzt wirst und dich erfolgreich weiterentwickeln kannst (Markenpositionierung, Markenaufbau und -führung)
  • mit einer ausgeklügelten Koordination erfolgreich bist. (Integrierte Kommunikation)
  • immer mit der Zeit gehst. Falls du also mit Online Marketing, Mobile, Social Media oder E-Commerce noch nicht so viel Erfahrung hast, kein Problem, ich bringe das mit.
  • auch mal ausgefallene Dinge ausprobierst, die wir vielleicht beide noch nicht kennen
  • an Events und mit Sponsoringaktivitäten eine gute Falle machst
  • auch mal einen neidischen Blick erhältst

Mich zeichnet eine professionelle, zielgerichtete und methodische Vorgehensweise aus, die Ergebnisse schafft und keine Marketing-Schlagworte. Ich führe fordernd und fördernd. Dabei ist mir wichtig, dass Raum für Kreativität und Querdenken geschaffen wird. Gespräche, schöne Texte und Musik sind meine Inspiration.

Was ich mir von dir wünsche:

  • Mehr 360-Grad-Marketing, anstatt nationaler Adaption von internationalen Konzepten
  • Eine Vorstellung, wohin du dich mittel- und langfristig entwickeln möchtest
  • Einen offenen Geist, der den Wert von Mitarbeitern erkennt
  • Dass du deiner Intuition auch mal den Vorzug gegenüber der Zahlenflut lässt
  • Moderne Umgangsformen
  • Am liebsten eine Abteilung / ein Team, das ich führen darf

Da ich mein Herz auch an Zürich verloren habe, ziehe ich vor, wenn du in Zürich lebst oder hier zumindest eine Zweitwohnung hast.

Übrigens

Falls du jetzt denkst. „Ja, ja, das sagen sie am Anfang alle!“, bestätigen dir meine früheren Liebschaften gerne, dass ich keine leeren Versprechen abgebe. Branchenzugehörigkeit ist mir nicht so wichtig, schliesslich habe ich bereits für die Industrie, IT, Finanzdienstleistung und den Handel gearbeitet.

Melde dich!

Wenn du dich angesprochen fühlst, melde dich bitte — mit dem untenstehende Kontaktformular — bei mir, dann erzähle ich dir gerne mehr über mich. Falls nicht oder wenn du bereits einen beneidenswerten Markenflüsterer hast, freut es mich, wenn du meine Anzeige weiterleitest.

Vielen Dank, Marc Werlen

Das elektronische Bild ist für SBB immer noch Neuland

Als ich vor einem Jahr ein GA kaufen wollte, geriet ich wegen eines Fotos, das partout physisch abgeliefert werden muss, auf eine Odyssee. Jetzt, ein Jahr später, stelle ich fest, dass elektronische Daten der SBB noch immer Probleme bereiten.

Kein neues GA

Mein GA wollte ich nicht verlängern, weil sich meine Lebensumstände geändert haben und das GA mir darum keinen Mehrwert bietet. Auch die SBB möchte wohl nicht, dass ich das GA verlängere, denn entweder habe ich die Meldung verpasst oder ich habe keinen Hinweis für die Verlängerung erhalten. Das muss ja auch nicht sein, wäre aber noch hübsch, um die Bestandskunden bei der Stange zu halten. Andere Firmen  tun das und bieten Bestandskunden, die das wohl zweitteuerste Produkt (GA 2. Klasse) kaufen, auch noch Zusatzleistungen an. Das macht die SBB vielleicht auch, aber auch das habe ich nicht mitbekommen. Die App, ein physisches Schrieben, oder auch per E-Mail (wo es halt vielleicht untergeht) böten hierzu Gelegenheit für Hinweise.

Da wir also beide nicht wollten, dass ich weiter ein GA habe, habe ich mich für einen ZVV-Netzpass für einen Monat und für ein Halbtax-Abonnement entschieden. Das sollte auch nicht auf meinem Telefon sein, denn weil mein Telefon ein Smartphone ist, geht dem immer wieder der Saft aus und dann stehe ich zwar mit gültigem Ticket da, kann es aber nicht präsentieren, was die SBB verständlicherweise nicht mag.

Verstaubt

Ich begab mich zum Hauptbahnhof, zog mein Los und setzte mich in den Warteraum. Das ist etwas antiquiert, wo es doch online geht, aber für einen Dialog mag ich den persönlichen Kontakt. Als ich auf mein Losglück wartete, fiel mir der Fotoautomat auf und in der Vorahnung was folgen würde, dachte ich: „ou Mist!“.

Ding! Ich war an der Reihe. Die freundliche Kundenberaterin hatte sehr schnell mein Profil auf ihrem Schirm, denn blöderweise hatte ich das abgelaufene GA nicht mehr mit. CRM, geht ja. Sie wies mich darauf hin, dass mein Foto doch etwas antiquiert sei. Da gab ich ihr recht, schliesslich wollte ich es darum vor einem Jahr ersetzen. Sie verstand aber nicht, dass ein physisches Foto genauso verstaubt ist und die ganze Geschichte vor einem Jahr wollte ich ihr nicht eröffnen. Ich verstand auch, dass das gegen ihren Prozess geht und Prozesse in grossen Firmen nur schwer zu ändern sind. Trotzdem wurde sie – genau so wie ich – etwas unwirsch ob meines Widerstandes jetzt noch schnell für zwei Minuten ein Foto zu machen (und mich wohl wieder zuhinterst in die Warteschleife zu setzen). Ich sähe gar nicht mehr so aus, wie auf dem Foto, meinte sie und auch da gab ich ihr Recht.

Wie ich mich erinnerte, war mein Foto aber neun Jahre und elf Monate alt, worum ich sie bat, es weiter zu verwenden. Das in der Hoffnung, dass vielleicht in einem Jahr auch die SBB im 21ten Jahrhundert landet und ihren Bestandskunden ein Profil ermöglichen, auf dem sie ein Foto hochladen können oder sie gucken sich den Prozess „vor-Ort-Digitalbild-erstellen“ des Passbüros ab, die können das.

Ticket in unpraktischer GrösseAch, wenn wir beim Entstauben sind: Dieses Ticket-Format ist eigentlich auch im letzten Jahrhundert ausgestorben.

Das Problem der Transparenz

Breitbandantibiotika„Mehr Transparenz!“ ruft es derweilen aus aller Welten Wäldern, quasi als Breitbandantibiotika gegen alle gesellschaftlichen Krankheiten: Lohnungleichheit, proprietäre Daten, etc. pp. Transparenz ist ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung von Ungerechtigkeit, kann sie aber auch verschärfen. Den Schlüsselgedanken für diese Erkenntnis gab mir das Referat des Philosophen  Richard David Precht  anlässlich des Marketingtages 2013. Er deutete das Experiment an Bonobs anders als „die Welt„. Er behauptet — und führt das Experiment als einen seiner Beweise an — dass der Mensch keinen angeborenen Gerechtigkeitssinn, sondern einen angeborenen Ungerechtigkeitssinn hat. Das tönt zunächst identisch und führt wohl auch oft zu demselben Resultat, basiert aber auf anderen Motiven. Es geht mir weniger um die Wortklauberei („Gerechtigkeit“ beschäftigt die Philosophen schliesslich schon seit Jahrtausenden), sondern um die Hilfe im Urteil, ob mehr Transparenz auch zu einem besseren Resultat führt.

Übrigens wird dem Ruf nach Transparenz selten ein Wort der Reichweite beigemischt. Für wen soll die Information transparent sein? Für alle, für relevante, für einzelne? Beispielsweise macht es — für mich — recht viel Sinn, dass meine Krankengeschichte für einen behandelnden Arzt transparent ist, jedoch wenig Sinn, dass sie auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist.  Das zeigt, dass der Begriff „Transparenz“ für sich selbst schon ein schwieriger ist. Denn wie nennt man das Beispiel? „Selektive Transparenz“ oder „Semi-Transparenz“.

Zur Veranschaulichung habe ich zwei Beispiele angefügt, die zeigen, dass die Beurteilung der Transparenz durch den Ansatz eines Ungerechtigkeitsverständnisses einfacher fällt.

Beispiel 1 – Die Untreue

Gerade letzte Woche habe ich von einem Kollegen erfahren, dass er mit seiner Ehefrau, mit der er schon seit Jahren verheiratet ist, eine Abmachung betreffend „Ausrutschern“, also Seitensprüngen hat. Sie haben abgemacht, dass sie sich einen Ausrutscher nicht erzählen würden. Sie lassen ihren Partner— dem Menschen, dem sie am meisten vertrauen — deswegen also komplett im Dunkeln. Sie machen das, weil sie wissen, dass der/die Gehörnte sich ungerecht behandelt fühlen würde und dass so etwas — eine Ausrutscher im Sinne des Wortes — einfach passieren kann und erst dann zum Problem wird, wenn die Probleme ganz an einem anderen Ort liegen, wo sie dann hoffentlich auch zur Sprache kommen.

Beispiel 2 – Die Managerlöhne

Vorweg: Ich find die Dimensionen, die Top-Managerlöhne angenommen haben auch verwerflich und nicht mehr logisch zu rechtfertigen. Aber was passiert, wenn die Managerlöhne für einen grossen Kreis offengelegt werden?  Würde Herr Brady Dougan auf Lohn verzichten, weil es gerechter wäre, dass er nicht mehr Lohn als seine Kollegen mit vergleichbarem Job erhält? Wohl kaum.

Würden seine Kollegen in vergleichbarer Position darauf pochen, dasselbe zu verdienen, weil sie sich sonst ungerecht behandelt fühlen? Sehr wahrscheinlich.

Als Resultat würde die gesamten Managerlöhne weiter ansteigen und die Lohnschere noch weiter aufgehen (kleiner Einschub: Nein, eine 1:x-Regelung macht da keinen Sinn, weil mit Regelung von Extremwerten die Lage einer Verteilung nur unzulässig verbessert wird. Bitte erspart mir einen Statistik-Blogbeitrag, danke).

Transparenz — Kein Breitbandmedikament, nur für überlegten Einsatz empfohlen

Ich meine, es gibt viele weitere Beispiele, die beweisen, dass die Förderung von Transparenz nicht zu einem besseren Resultat führt. Darum meine ich, dass Transparenz als Wirkstoff nur sehr gezielt eingesetzt werden sollte. Beispielsweise um als Bürger zu erkennen, welche Interesse ein Politiker verfolgt, oder Qualitätsbezeichnungen von Lebensmitteln. Doch wann anwenden? Als Entscheidungshilfe finde ich den Fünf-Schritte-Prozess spannend, den der Sicherheitsexperten Bruce Schneier empfiehlt, um zu entscheiden, ob eine Massnahme zur Verbesserung der Sicherheit taugt. Für die Transparenz würde ich noch einen zusätzlichen Punkt (0) hinzufügen:

0) Für wen soll die Information transparent sein?
1) Was für ein Problem löst die Transparenz?
2) Wie löst die Transparenz das Problem?
3) Welche neuen Probleme bringt die Transparenz hervor?
4) Welche ökonomischen und soziologischen Kosten löst die Transparenz aus?
5) Ist die Transparenz diese Kosten wert?

Diese Überlegungen auf Basis eines angeborenen Ungerechtigkeits-Empfindens anzustellen, hilft bei der Beurteilung gesellschaftlicher Probleme und nicht nur dem der Transparenz.

Buchstöckchen

„Fass, Slartie, fass!“ so – oder ähnlich – rief es von @sunnechind aus dem Wald, als sie mir das „Buchstöckchen“, das @Frau_W in ihrem Blog geschnitzt hatte, zuwarf. Ein Blogkettenbrief zu Fragen rund um Bücher.  Da ich eben am Compi sass, um mich mit Redaktionsarbeit (örks!) für mein eigenes Buch beschäftigen wollte, war dieses Ruf eine willkommene Prokrastination. So wackle ich mit den Ohren, wechsle zu treueM Blick, lass meine Zunge etwas raushängen und beginne zu schreiben.

Welches Buch liest du momentan?

417b1lt5dXL._SY445_Eben grad weggelegt habe ich „Das hündische Herz“ von Michail Bulgakov, sehr lesenswert, aber nicht Antwort auf die Frage (habe ich nur hingeschrieben um etwas zu imponieren). Aktuell lese ich ein Fachbuch „Alles ist offensichtlich – sobald man die Antwort kennt“ von Duncan J. Watts.

Warum liest du dieses Buch? Was magst du daran?

Als ich davon hörte, hat es mein Interesse geweckt, weil mich alles interessiert, was Menschen (schliesst mich ein, bin ja kein Alien) zu Entscheidungen und Fehlentscheidungen leitet.

Das Buch handelt von Soziologie, Psychologie, Ökonomie und Marketing. Das interessiert mich als neugierigen Menschen und als (ebenfalls neugierigen) Marketingmenschen. Warum haben die einen Kampagnen erfolg und andere nicht? Warum  picken wir uns zum Beispiel die bestätigenden Informationen aus einer Antwort und lassen diejenigen links liegen, die nicht in unser Muster passen?

Die Analyse von Watts ist enorm entwaffnend und auch etwas desilusionierend. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber ein Zitat – nicht von Watts – beschreibt das recht treffend: „Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“.

Wurde dir als Kind vorgelesen? Kannst du dich an eine der Geschichten erinnern?

Ich kann mich nicht an so viel von meiner Kindheit erinnern. Sicher wurden mir Geschichten vorgelesen, ich begann mich aber schon bald selbst mit Büchern unter die Bettdecke zu verkriechen – auch schon mal mit Taschenlampe. Die intensivsten Erinnerungen habe ich an Franz Hohlers „Tschipo„, bei dem ein Junge intensiv träumt und immer was vom Traum in der realen Welt zurückbleibt. Auch schon mal ein Schokoladevelo im Bett. Uiuiui, das wollte ich auch.

Gibt es einen Protagonisten oder eine Protagonistin, in den / die du schon mal regelrecht verliebt warst?

Nein, das ist mir noch nie passiert.

In welchem Buch würdest du gerne leben wollen?

In einem von Walter Moers‘ Zamonien-Büchern). Mit Rumo eine neue Welt voller Zyklopen, Schrecksen, Haifischmaden und Eudeten zu erforschen oder die Stadt der träumenden Bücher. Da würde die wunderbare Fantasie, die er aufzubauen mag zwar zerstört, aber die Erlebnisse wären sicher unbeschreiblich.

Welche drei Bücher würdest du nicht mehr hergeben wollen?

Ich gebe alle meine Bücher her. Die Texte sind heute ja allgemein wieder gut beschaffbar. Ich empfehle aber diese drei – es gäbe noch viel mehr und ein anderes Mal würde ich vielleicht drei andere auswählen – Bücher zum Lesen:

  • Wie der Wal zur Flosse kam“ von Steve Jones. Der englische Genetiker Jones erzählt darin Darwins „Entstehung der Arten“ nach heutigen Erkenntnissen neu. Es ist ein Buch, das mein Bild von der Natur, der Welt und  der unbedeutenden Rolle der Menschen darin, massgeblich verändert hat. Zitat zur Vielfalt der Lebewesen: „Damit steht auch die Menschheit an ihrem richtigen Platz – in der Nähe der Bananen“.  Jones erzählt mit gutem britischen Humor und einer allgemein verständlichen Sprache. Ich gehe so weit, dass das eigentlich Pflichtlektüre für Schüler sein müsste.
  • Stadt der Blinden“ von José Samarago. Ein Virus lässt Menschen plötzlich erblinden. Eine beklemmende Geschichte zur Soziologie unserer Gesellschaft.
  • Gesammelte Werke“ von Wilhelm Busch. Der Kerl ist einfach unglaublich
    (habe zwar nicht die gesammelten Werke, aber viel davon)

Ein Lieblingsssatz aus einem Buch

Neben dem Bananensatz von Jones, gehört hier einfach ein Zitat von Busch hin:

Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung

Mein #superslart-T-Shirt-Shop: Es begann alles so einfach

Superslart-LogoManchmal gehen mir die Gedanken durch, wie eine Horde wilder Pferde, die einen lauten Knall gehört haben. So kam ich damals, drüben bei Twitter, auf die Idee, über #superslart zu berichten. Einen Helden des Alltags, der eigentlich alles kann (was andere auch können) und das noch nicht mal besser, oder anders, aber das ist auch egal. Doch was wäre ein Superheld ohne ein vernünftiges Signet? Einfach nichts! Denn ohne sein Signet auf den Mond zu projizieren, hätten sie den Batman nicht aus der Höhle gelockt und ohne grosses „S“ (ok, da war noch das mit der Brille) wäre Superman nicht von Clark Kent zu unterscheiden gewesen. Darum brauchte #superslart ein Signet. Basta!

Thomas Kupferschmied (kupferschmied.ch) hat mir dann freundlicherweise ein wunderbar schönes Signet für #superslart kreiert. Mit „S“ und Hashtag und allem was dazu gehört. Kaum hatte ich das, gingen die Pferde schon wieder mit mir durch und ich meinte, ich müsse #superslart einen Fan-Shop auf die Beine stellen (Für Groupies oder was auch immer). Easy, E-Commerce, T-Shirt, Standard, „klick-klack“ und das Ding ist gebaut, dachte ich, doch weit gefehlt!

What you see is what you see

Welche Produkte wähle ich aus, wie platziere ich das Logo? Bei den meisten Shops kann man farbige Logos nur auf weisse Shirts drucken lassen. Das ist auch logisch, denn je nach Druckverfahren sieht sonst das Resultat eigenartig aus. Bei Zazzle.com gehen sie offenbar das Risiko ein und man kann auch auf dunklen Basisfarben sein Logo aufdrucken. Also hatte ich etwas rumexperimentiert und mir zwei Muster zustellen lassen (man will ja erst proben, bevor man es seinen Freunden zur Verfügung stellt). Die Antwort liess mit über einer Woche zu lange auf sich warten. Das Resultat war OK für das Jäckchen, das T-Shirt habe ich aber gleich zum Schuhputzdienst eingeteilt. Ärgerlich war, dass ich da noch MwSt. bezahlen musste, das ist zwar logisch und richtig so, ich mag einfach nicht beim Empfang noch zusätzlich Geld zahlen müssen, wenn ich etwas Online kaufe. Zudem landet das Paket so nicht im Milchkasten, sondern bei ner zentralen Poststelle (nicht meiner Apotheken-Poststelle in der Nähe, die darf keine Pakete aushändigen, für die Geld bezahlt werden muss). Was aber vor allem gegen Zazzle.com sprach, ist, dass das Ganze aus der USA geliefert wurde. Das war mir für den Spass, der mein Shop ja ist, doch ökologisch zu fragwürdig.

Da gibt es noch einige deutsche Anbieter, wie spreadshirt.de, die ermöglichen aber nur Einkäufe gegen Bezahlung in Euro und ich mag nicht, wenn Leute vor dem Einkauf rechnen  und dann Beträge wie 32.09CHF zahlen müssen.

So bin ich letztlich wieder bei Shirtcity.ch gelandet, die ich erst verwarf, weil das mit den farbigen Shirts nicht ging. Dort merkte ich, dass ich, wenn ich ein eigenes Vektor-Motiv hochlade (Seitenbemerkung: Danke, liebes Adobe-Team, dass Photoshop Elements 11 kein EPS mehr unterstützt [unterdrückter Kraftausdruck]), ich wohl bessere Resultate erhalte und auch andere Druckverfahren auswählen kann.

Nach ca. zwei Wochen war dann mein Motiv akzeptiert und ich konnte damit schlicht nichts anfangen. Bei der Hälfte der Platzierungen war das Motiv zu gross (Hallo, Dr. Vektor?) oder wurde dargestellt und wenn ich es dann in den Shop stellte wieder weg. Also zurück zum Bitmap (!) und ein paar weiteren Stunden mit dem Versuch eine gute Produktreihenfolge in den Shop zu erstellen, was immer wieder, aus unerfindlichen Gründen, über den Haufen geworfen wurde. Ach ja, die Ware wird aus Deutschland geliefert und darum fällt auch Mehrwertsteuer bei der Lieferung an. Die Qualität hat mich auch nicht restlos überzeugt, ist aber OK, vor allem, wenn man die tiefen Kosten bedenkt.

Fazit

T-Shirt-Produktion mit eigenem Shop im Online-Shop ist eine tolle Idee. Fulfillment und Logistik übernimmt der Shopbetreiber und das ist super-Easy. Leider habe keinen Shop in der Schweiz gefunden, der einen Shop im Online-Shop anbietet. Ich habe beliebig mehr Zeit gebraucht, als gewünscht. Man sieht zwar bei den Anbietern sehr viele Shirtmodelle und – Farben, letztlich stehen die aber meist nicht zur Verfügung, darum bin ich dann doch, der Einfachheit wegen und wegen des Druckresultats, bei weissen Shirts gelandet. Die Qualität der Produkte ist recht unterschiedlich und bleibt halt eine Überraschung. Den Shop zu konfigurieren war zu Beginn einfach uns simpel, bis man versucht, mit eigenen Motiven zu arbeiten und Sortierreihenfolgen festlegen zu wollen, da gehen gefühlte drei Tonnen gekauter Fingernägel drauf.

Kauft #superslart Fanartikel!

Ich bin bei Shirtcity.ch geblieben und habe jetzt meinen Shop unter www.shirtcity.ch/shop/slartbart . Der Druck ist OK, der Preis ist OK und ich möchte nicht noch mehr Zeit investieren, denn es ist ja mehr ein Gag und ein Versuch, das auch für einen Verein zu betreiben.

Ich freue mich über deinen Einkauf (#superslart, ey!) und die Netto-Einnahmen werde ich einen Kiva-Projekt oder sonstwie sinnvoll sponsoren. Denkt beim Einkauf daran, dass das Resultat gut ist, aber nicht wie wenn ihr was fixfertig Produziertes kauft. Nicht alle Modelle habe ich mir als Muster gekauft, denn für den rosa Spaghettiträger-Hemd für Frauen habe ich etwas wenig Einsatzmöglichkeit. Es bleibt also ein kleines Restrisiko, was bei den moderaten Preisen aber sicher zu verkraften ist. Ach ja, und denkt daran, 8% des Kaufpreises müsst ihr bei Lieferung noch bezahlen.

Ich freue mich auf alle Fälle. wenn ich mal ein #superslart -Fanartikel live sehe. Schliesslich besser als Superman oder Captain America, Flattermaus, Fantastic Four, etc. die gibt es ja nur in Comics, #superslart soll hingegen schon in Schweizer Gassen (und Bars) angetroffen worden sein, aber das ist ein Gerücht.