Gastbeitrag: Es ist zum Nüsse knacken!

schmutzliJedes Jahr das selbe Spiel vor und am 6. Dezäember. Während mein Chef und ich um die Häuser schliched streifen müssen wir uns anhören, dass wir vom Nordpol kommen, „Hohoho“ soll er sagen, der Boss. Da juckt’s mich im Zeh, mit meinem Stiefel auszuholen und dem Kerl – dem „Hohoho“-Sager, nicht etwa dem Chef – einen ordentlichen Tritt in den Hintern zu verpassen. Der Chef ist, da jeweils die Ruhe selbst und ringt sich noch ein Lächeln ab. Ich bin dann jeweils wieder froh, wenn ich dihei zuhause bin, draussen im Wald. Dann kann ich am Fell der Rehe schnupperän und sie hinter den Ohren kraulen. Das beruhigt; und wenn nicht, dann sage ich dem Rehlein gute Nacht und gehe ich hinters Haus und spalte Holz. Das sieht dann etwa so aus:

Irgendwie haben die Leutz (höhö, das haben ich von den Jungen abgeguckt, lüpfig, gäll) in den Dörfern und noch mehr in den Städten irgendwie ein „durrenand“ gemacht mit dem Typen aus anderen Ländern. Soll einer noch sagen, das Coca-Cola nicht aufs Oberstübchen schlägt, höhö. Da ich ja eigentlich ein lieber Kerl bin (isch würklich so!) mache ich hier mal eine Gegenüberstellung. Vielleicht hilft das. Alle Angaben natürlich ohne Geweih, schliesslich will ich ja nicht die ganze Sage demaskieren (hät mer mal eine gseit, das töni no gschiid, wänn mer das sägi) und mir lupft so schnell keiner den Bart um genauer nachzusehen.

Mal ganz grundsätzlich

Schweiz Sonstwo
Samichlaus (chrischtlich mit Bischofsmütze, aber lieber mit Zipfelchappe) Nikolaus
Christkindli Weihnachtsmann, Santa Claus
Schmutzli Knecht Ruprecht, Krampus

Und jetzt im Detail: Unterschied Chlaus und Santa Claus

Cha nöd so guet tüütsch drum schrib i da une minere Schnurre na

Samichlaus Weihnachtsmann
wohnt Im Wald Am Nordpol
fahrt Nix da, gaht z’Fuess Schlitten
Zugmaschine Eseli Rentier
seit Guete Abig Ho-Ho-Ho
sin Kumpel Schmutzli, das bin ich Rudolf s’Rentier
chunt verbi 6. Dezember 24./25. Dezember
bringt Nuss, Bire, Süesses, chlini Gschänk und gueti Wünsch Gschänkli
Alarmgrät Glöggli Schälle
macht Usem Buech läse und Gschichte verzelle, em Chind zuelose, Sprüchli lose Lost de Chind zue
treit Es langs eifachs Gwand mit Kordle um de Buch und e langi Zipfelchappe ohni Pompom und Firrlefanz E Hose mit Gurt und e Jagge, plus e Chape mit Pompon
chunt i d’Wonig Dur d’Hustür, nachdämm er agchlopft hätt. Schliesslich en aständige Ma, oder? Durs Chämi (und wird nöd dräckig debi, wie macht dä das?)
trinkt Tee Kei Ahnig, Coca-Cola?

Sodelig, ich hoffe, ich konnte euch das wieder mal etwas näher bringen und wie geschrieben ist die Liste nicht sakrosankt, man kann das auch ein bitzeli anderst sehen. Jetzt hoffe ich, Ihr wart alle brav und ich kann meine Fitze in meiner Bauchkordel stecken lassen. Aber eigentlich schon schade, dass man heute nur noch den Weihnachtsmann Geschenke vorbeibringen sieht, das hat das schnusig Chrischtchindli nicht verdient.

Macheds guet!

Eue Schmutzli (gopf, wo sind jetzt wider die Guetzli anecho?)Klecks

In den saueren Apfel gebissen

Foto: Alexander von Harlem / Barockschloss by Creative Commons

Apple ist ja bei uns Marketeers Inbegriff für das Gute, wie man es machen soll, etc. und in der Tat ist es beeindruckend, wie konsequent die Markenführung durchgezogen wird. Ein süsser Apfel, feiner Gala oder so. Das können sie auch, weil so viel von der Wertschöpfungskette unter Kontrolle haben, wie kaum eine andere vergleichbare Marke. Zudem sind sie — erstaunlicherweise, denn das wird ja in jeder Marketingausbildung auf- und abgepredigt — Vorreiter darin, Dinge nicht zu predigen, sondern zu tun. Hier eine Auswahl als Beispiel:

  • Die Verpackung ist Teil des Produkts (man traut sich kaum, die Schachtel fortzuwerfen oder für was Anderes zu verwenden)
  • Die Verpackungen sind beduftet (genau so, dass man es nicht bewusst wahrnimmt, aber so, das bestimmt kein Paket je stinkt)
  • Die Stores sind Erlebnisorte und keine primären Verkaufsorte. Ich kann die Marke inszeniert erleben
  • Klang ist Teil des Markenerlebnisses

Darum erstaunt es, dass an anderen Orten riesige Lücken klaffen. Zum Beispiel die unsägliche Sprachwahl, die bei Thomas Lang schon zum Running-Gag wird:

Oder einem Auftritt in Sozialen Netzwerken, den sich wohl Coop von Apple abgeguckt hat.
Aber es gibt noch viel Schlimmeres, nämlich wenn man ein Software-Problem hat.

Das Problem

Episode 1

Ich habe ein MacBookAir von 2010, das hatte ich mit vorinstallierter Software iWorks gekauft. Blöderweise stürzte Keynote immer wieder ab.  Also bin ich flugs in den AppStore und habe mir Keynote nochmals runtergeladen. Dafür wurde mir dann 20 Franken in Rechnung gestellt.

Episode 2

Nach der Installation von Mavericks meint iPhoto — mit dem ich nota bene alle meine Fotos verwalte — es könne unter dieser OSX-Version nicht mehr geöffnet werden. Mir wurde der Eingang zum Paradies verwehrt.

Apples Kundendienst, der Biss in den sauren Apfel

Episode 1

Ich schrieb ein Mail, über den Kontakt, der einem beim Softwarekauf angegeben wird und teilte alle Informationen die ich dazu hatte (ich grub dazu meinen alten Kaufbeleg wieder aus) und sagte, dass ich die Software darum nicht bezahlen wolle. Die Antwort — inklusive persönliche Vorstellung des Kundendienst-Mitarbeiters— meinte, ich solle die Software doch künftig nochmals von der DVD laden, die 20 Franken würden sie mir ausnahmsweise gutschreiben. Ich sah den erhobenen Zeigefinger der Formulierung  vor meinem geistigen Auge.

Episode 2

Ich schreibe zurück, dass die Software eben vorinstalliert  war und ich darum keine DVD habe und auch wenn ich hätte, nichts damit anzustellen wüsste, weil das MacBookAir ja kein DVD-Laufwerk besitze.  Ein neuer Kontakt — inklusive Persönlicher Vorstellung — Begriff dann das Problem, meinte ich solle die Software doch vom AppStore unter „Einkäufe“ runterladen. Ich beschied ihm, dass ich die Software dort eben nicht aufgelistet sehe,  wohl weil die Software auf meinen Rechner kam, bevor es einen AppStore für OSX gab. Da könne er mir nicht weiterhelfen, ich solle mich beim Support melden.

Da hatte ich schon genug und wollte aufgeben, als aber nach der Installation von Mavericks auch iPhoto — du ahnst es, auch vorinstalliert — nicht mehr starten wollte, erhöhte sich mein Blutdruck wieder.

 Episode 3

Ich hangelte mich also durch die Website, fand nix, wo man sich über die Software beklagen konnte, wählte „Anderes“ (oder ähnlich) und landete auf der Website für Deutschland. Ich probierte das noch ein paar Mal und schaffte es letztlich zum Support für die Schweiz zu gelangen, wo geschrieben stand, dass ich natürlich keinen Service-Anspruch habe und ein Fall so gegen 70 Franken koste. Ich wählte die „Ausnahmesituation“-Option und wählte Chat, der funktionierte aber trotz mehreren Anläufen nicht, weshalb ich einen Rückruf anforderte. Der klappte auch. Der Herr — inklusiver persönlicher Vorstellung —  erfasste das Problem, erfasste aber auch, dass er mir nicht helfen konnte, er habe den Fall aber erfasst und hinterlegt, damit ich ihn nicht nochmals erzählen müsse (du ahnt es).  Er meinte auch noch, dass das neue iWorks neu lizensiert/gekauft werden müsse, aber bei Neukäufen ab 1. Oktober gratis sei, ich solle mir also quasi ein neues Notebook kaufen (haste Worte!). Da ich dafür keinen Grund sah und ich darauf bestand, dass ich meine Software, die nicht abgekündigt ist, weiter verwenden wolle, kamen wir weiter, jedoch nicht sehr weit. Da wegen Mavericks  seine Kontakte nicht erreichbar seien, Telefonsystem überlastet, und ich insgesamt schon gegen eine Stunde in der Warteschleife war, meinte er ich solle den After Sales anrufen. Übrigens: Die Musik  Der akkustische Raumspray (© Wiglaf Droste) in der Warteschleife tönte wie früher aus dem Kofferradio auf der Gotthardstrecke, im Kehrtunnel.

Episode 4

Ich rief also den After-Sales-Support an und merkte, dass da nix war mit direkt einwählen wie versprochen, sondern ich mich zuerst mit einem Nummernautomaten begnügen musste. Da nix für Software dabei war, landete ich bei allem anderen. Der Herr — der sich freundlich vorstellte — meinte aber, ich sei bei ihm falsch, hier sei iPad, ich winselte lautlos. Er konnte mich aber mit dem richtigen Ort verbinden. Nach „Musik“, begrüsste mich eine Frau — die sich freundlich vorstellte — und mich erst mal fragte worum es ging. Da war sie wieder, meine Geschichte, die hinterlegt sein sollte. Ich erzählte die Geschichte erneut —so muss sich ein Komiker auf der Bühne fühlen, überhaupt nicht komisch. Die Frau merkte mir meine Mürrigkeit an (das Schaffen Männer nie so gut) und ich deeskalierte gleich, als ich dies wiederum bemerkte. Sie wolle kurz abklären und gebe mir in der Zwischenzeit etwas Musik auf meine Lauscher. Ich konnte mir einen Lacher nicht verkneifen. Lange Warteschleife, kurzer Sinn: Sie konnte mir nicht helfen, kam auch nicht durch und wollte mir eine weitere Berieselung durch Kakkofonie ersparen (danke!). Man werde mir zurückrufen.

Episode 5

Wie immer, wenn du ’ner Frau deine Telefonnummer gibst und sie um einen Rückruf bittest, bleibt dieser dann aus ;-). 

Fazit

Apple-Mitarbeiter sind zwar immer freundlich, sie haben aber null Handlungsspielraum. Wenn der Kundendienst jedoch nicht mehr Handlungsspielraum hat, als ein strukturiertes Formular auf der Website, ist er schlicht überflüssig. Bedenkt man die Kosten der von mir gekauften Software und diejenige der Hotline, welche ich  für mindestens 2h (bisher, das Problem ist ja noch nicht gelöst) beschäftigte, wäre es einfacher gewesen mir einfach ne neue Lizenz im AppStore zu vergeben. Schliesslich habe ich die Software ja schon mal gekauft.

Das Kundenerlebnis ist grauenhaft: Die Musik ist schlimm — hatten wir. Man will alles verrechnen — hatten wir. Man will was Neues verkaufen, statt das Problem lösen — hatten wir. Aber wie man wie eine heisse Kartoffel rumgereicht wird, weil jeder nur bestrebt ist, das Problem von seinem Tisch zu haben und quasi darauf hofft, dass der Kunde dann einfach aufgibt und was Neues kauft, das habe ich noch so nie erlebt. Man stelle sich den Sturm der Entrüstung vor, wenn das bei Swisscom oder UPC Cablecom geschehen würde.

Wann begreifen Firmen endlich, dass ein guter Kundendienst zwar nicht beim Kaufentscheid hilft, aber dafür umso mehr bei der Kundenbindung. Da Apple aber nicht auf Sozialen Netzwerken mithört und somit sicher nicht lesen wird, passiert da auch nichts. Die Prinzessin auf dem Apfel. Selbst wenn sie diesen Artikel per Zufall doch noch sehen würden, wäre das Apple wohl egal, denn sie wissen genau, dass sie einem mit ihren Produkten und Services so im Bannstrahl ihres Universums (Lock-in) haben, dass man daraus fast nicht mehr entrinnen kann.

Ob ich bei all dem wieder ein Apple Notebook kaufen werde? Ich weiss nicht, vermutlich schon, die Produkte sind, wenn sie funktionieren ja wirklich dolle, aber ich werde diese Episode beim Kaufentscheid sicher nicht vergessen. Wer beisst schon gern zwei Mal in denselben sauren, faulen Apfel.

Das Öko-Feigenblatt

Ich lebe in der Stadt und besitze nur ein Motorrad. Das ist ökologisch nicht die Weisse Weste, brauche ich es zumal auch mal nur für eine Ausfahrt. Obschon ein Durchschnittsverbrauch von 5l/100Km für eine Maschine mit grossvolumigem Motor (1200cc) als sehr gering gilt, ist das doch eine Menge, wenn man das Gewicht mit dem eines Autos vergleicht. Nun, der Luftwiderstand ist halt immens grösser als bei einem Auto (ein gutes Auto hat einen cw-Wert von ca. 0.28, ein Motorrad etwa 0.7) und da dieser mit zunehmender Geschwindigkeit im Quadrat steigt, ist schnell klar, woher der Verbraucht kommt.  Ein Auto besitze ich dafür keines oder nur temporär, wenn ich mir eines über Mobility Car-Sharing borge. Wenn man das Fahrzeug für einen ganzen Tag braucht, kann das auch ganz schön teuer werden, darum bieten sie dafür die Möglichkeit, bei gängigen Autovermietern ein Fahrzeug zu mieten. Tolle Sache, Mobility und ökologisch sehr sinnvoll.

Emotionen steuern die Wahl

Fahrzeug Citroën DS5

Dass wir uns bei einem Kauf(oder Miet)-Entscheid von unseren Emotionen steuern lassen, ist nichts Neues. Ich merkte das, als ich sah, dass ich für nur 10 Franken mehr statt irgendeiner namenlosen Büchse eine Alfa Romeo Giulietta mieten konnte. „Herz hüpf, schönes Auto, endlich mal sehen, ob die Alfas denn wirklich so tolle Autos sind“, sagte das Teufelchen auf meiner Schulter. Das Engelchen sagte: „Schau dir mal den Verbrauch an, da kannst du bei geplanten 300 Km gleich für 10 Franken eine Klasse höher, mit noch tieferem Verbraucht buchen und fährst günstiger. Zudem ökologisch, ey!“ Was soll ich sagen? Das Teufelchen gewann.

Bei der Buchung stand da: „oder vergleichbar“. Ich ahnte schon, dass ich ein vergleichbares Fahrzeug erhalten würde,  bekam dann einen Citroën DS5 Hybrid. „DS“ oder eben „Deesse“ bezeichnete damals  -zurecht- die Göttin der Fahrzeuge. Heute sieht die Kiste mehr aus wie ein Transformer aus den bekannten Hollywood-Filmen. „Ein Auto voller moderner Technik“, beteuerte die Vermieterin. Da hatte sie recht.

Der Öko-Schwachsinn

Ich stieg also ein und stellte mal Spiegel und Sitz ein. Dafür betätigte ich etwa 20 Elektromotoren. An die Spiegelverstellung hat man sich unterdessen ja gewöhnt, ist auch praktisch. Aber wieso muss man den Sitz elektrisch mit einem schweren Kerl darauf sitzend verstellen könne? Ich meine, bei konventionellen Fahrzeugen mache ich einen Griff unter den Sitz, Zack! im letzten Rastpunkt: schnell, einfach, praktisch. Aber das ist wohl wie mit der Klimaanlage, die ist ne Verbrauchsschleuder, aber halt einfach so praktisch, dass ich sie auch nicht mehr missen möchte. Daneben hatte es ein Head-Up-Display, das sich elektrisch verstellen lässt, drei elektrische Dach-Rollos, ein elektrischer Kofferraumdeckel, Massagesitze und ein Staufach in der Armablage das gekühlt und beleuchtet ist. Das ist alles praktisch, aber ökologisch kompletter Schwachsinn.

Mit weniger Fahrzeuggewicht und weniger elektrischen Verbrauchern könne der Verbrauch wohl am wirkungsvollsten gesenkt werden.

Man kann sich zudem überlegen ob es sinnvoll ist, ein Fahrzeug für den Hybridantrieb ca. 300Kg schwerer zu machen. Das Hybrid-Fahrzeug wiegt rund 1800 Kg! Zum Vergleich: Das einzige alltagstaugliche Auto, das ich je besass, war ein gebrauchter, alter (Jahrgang 1986) Saab 900 Aero Turbo. Der hatte auch den ganzen elektrischen Schnickschnack, einen aufwändigen Motor und dickes Blech. Dieser „Schwedenpanzer“ wog damals 1300 Kg (und verbrauchte 10l/100Km).

Da ich mit dem DS5 vor allem auf der Autobahn unterwegs war, lief der Elektromotor eher selten, ausser es war Stau (es war) und für das Rollen in der Stadt. Die Überraschung kam an der Zapfsäule, als ich für etwas mehr als 300 Km etwas weniger als 20l Diesel nachtanken musste. OK, war von der Vermietung wohl nicht ganz voll (alter Trick), der Motor hatte erst 3000 Kilometer auf dem Buckel, die Klimaanlage musste bei 35 °C ordentlich arbeiten und im Stau hatte ich auch die Massagefunktion eingeschaltet, das macht man dann halt wie automatisch, überall rumdrücken. Aber man kann es drehen und wenden wie man möchte. Das ist massiv zu viel. Dass der Motor „Airdream“ (!) heisst, wirkt dann fast zynisch.

Ein Feigenblatt für die Ökologie

Ein Hybrid-Auto mit 1800 Kg Gewicht, dessen Diesel säuft und der mit Elektromotoren und -Verbrauchern nur so vollgestopft ist, soll uns das Gewissen beruhigen. Offenbar funktioniert das, denn die Fahrzeuge werden allgemein von Jahr zu Jahr schwerer und es gibt kaum kritische Stimmen gegen Hybrid-Autos. Zudem, weil ich auch nicht weiss, was mit all den Batterien mal geschehen wird (weiss das jemand?). Wie auch immer, es wird auf jeden Fall viel graue Energie brauchen für die Aufbereitung und Entsorgung.

Nichtsdestotrotz glaube ich, dass der Hybrid-Antrieb in die richtige Richtung geht, es sicher bessere Hybrid-Fahrzeuge als den DS5 gibt und wenn mal eine Wasserstoff-Brennstoffzelle die Batterie ablöst und der Verbrennungsmotor nur noch für Vortrieb dient (tschüss Alternator), dann haben wir wohl einen sehr grossen Schritt gemacht. Dass Autos wieder leichten werden, daran glaube ich nicht, wenn ich sehe, wie viele SUVs und hubraumstarke Fahrzeuge so in der Stadt unterwegs sind. Vielleicht sollten wir uns überlegen, in unseren Schulen statt Frühenglisch, Physik und Ökologie einfliessen zu lassen, damit wir künftig besser erkennen, wenn uns Öko-Feigenblätter vorgehalten werde. Das ist Polemik, zugegeben.

Zu guter Letzt – Von Trollen und Besserung

smileyGanz nach Kästners „Spruch in die Silvesternacht“ mache ich mir schon lange keine Vorsätze mehr ins neue Jahr. Je nach dem stelle ich das neue Jahr für mich jedoch unter ein Motto.

„Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos“ E. Kästner

Für 2012 hatte ich mir das Motto „Lächeln“ gegeben. Einfach so, um eine Situation zu entspannen. Einfach so, um mich selbst aufzumuntern, wenn es mir mir mal nicht so dolle geht. Ganz ehrlich: Ich glaube, ich habe das für 2012 nicht ganz so gut hinbekommen, wie ich wollte. Auch wenn ich viel gelächelt habe, hätte es noch besser machen können. Man kann gar nicht genug lächeln, denn die Wirkung ist erstaunlich. So manch überraschtes Gesicht auf der Strasse warf mir einen erstaunten Blick zurück, manch schlecht gestarteter Tag konnte ich mit einem kleinen Lächeln zum Besseren wenden.

Viel Rumgehacke auf Dialogmedien

Umso mehr erstaunt mich, wie fest das Negative auf den Dialogmedien Oberhand hat. Da gibt’s zwar Lächeln für viel Lustiges aus dem Alltag und auch ein grosses Gschnorr (oft hinter vorgehaltener Hand). Das ist wohl einfach so, wenn eine Gruppe von Menschen beisammen ist und ich bin keine Ausnahme. Was mich aber zusehends verärgert ist, dass man kaum Kritik an sich selbst liest und dafür umso mehr Kritik und Häme gegenüber anderen. #fail-Tweets sind häufig und wenn jemand auf einen anderen einprügelt, geht es nicht lange, bis andere noch einen obendrauf geben. Social Troll Media, Judihui!

  • Immer schön Schwarz/Weiss
  • Böse Absicht vermuten
  • wenn du nicht für mich bist, bist du gegen mich
  • Die haben ja keine Ahnung
  • Ich!
  • Fehler sind erlaubt, ausser ich finde sie nicht gut

Nehmen wir als Beispiel vom Rebranding das SRF. Ich habe kaum Positives darüber gelesen. Ich persönlich finde den Schritt zu einer Dachmarke richtig. Ich hätte mir die Umsetzung auch etwas konsequenter gewünscht, aber ich weiss, wie schwierig ein solcher Schritt ist. In einem Konzern wie dem SRF gibt es viele Anspruchgruppen, viele unterschiedlichen Interessen,  so viel Geschichte, die in den alten Marken stecken und wohl auch viel Politik. Es war nun mal keine grüne Wiese, die es zu bestellen gab. Wieso freute sich niemand, dass die als verstaubt geltenden „Öffentlich Rechtlichen“ einen Schritt nach vorne wagten und damit schafften, was in vielen privat geführten Konzernen solcher Grösse nicht mehr gelingt? Wieso hat keiner die Rechnung aufgestellt, dass der vormalige Markenwirrwarr wohl unter dem Strich viel teurer war? Nein es war halt einfach, in den allgemeinen Tenor einzustimmen und noch einen obendrauf zu geben. Schliesslich ist jeder Marketingexperte (dabei bin ich der einzige 😉 ) und es macht halt Spass, die Sau muss durchs Dorf zu treiben.

Bitte recht freundlich – mein Wunsch für 2013

Nein, ich will keine Harmonie wie in einem Hobbit-Dorf. Mir ist die Faust lieber auf dem Tisch, als im Sack. Man soll die andere Meinung ausdrücken und Konflikte offen ausgetragen. Aber  ich wünsche mir für 2013 – neben Gesundheit (und Schokoladekuchen) – mehr Positives auf den Dialogmedien zu lesen: mehr Freude, mehr Selbstkritik, mehr Selbstironie, mehr Lob, mehr Überlegtes, Abgewägtes und mehr Taten, die zu einer Verbesserung führen, als aus der virtuellen Ecke ein Bier aufs Spielfeld zu werfen. Es wird mir selbst auch nicht immer gelingen, aber wenn nur schon jede Kritik auch mal mit einem Lob kompensiert wird, dann ist schon ein grosser Schritt getan.

In dem Sinne wünsche ich allen einen guten Rutsch in ein umwerfendes 2013. Schön locker blieben und wenn das nicht gelingt, einfach mal lächeln und einen schönen, gutgemeinten Kommentar schreiben.

Mac vs. PC (Nachschrift)

So schrieb ich damals über meine ersten Gehversuche mit meinem Mac Book Air. Unterdessen sind ein paar Gigabytes auf meiner Solid State Disk verschoben worden. Zeit ein paar Neuerungen zu publizieren.

Was hat sich geändert:

  • Ein paar Kurzbefehle haben sich bei mir eingenistet. Wie @leumund schon sagte, das hält das Hirn auf trab um nicht grau zu werden. Ich ertappe mich schon mal, wie ich im Geschäft eigentümlich agiere und den Delete-Button schon fast vergessen habe.
  • Mit der Tastatur komme ich besser zurecht, das macht sie aber insgesamt nicht besser.
  • Die Stromversorgung für den USB-Hub habe ich abgehängt (danke Stefan für den Tipp) Tastatur, Backupdisk, Scanner und Drucker brauchen keine zusätzlichen Milliamperes.
  • Spaces ist eingerichtet (Ok, aha, na ja)
  • Die Time Machine hat jedes zweite Mal ein Problem damit, ein Backup zu erstellen. Die Disk ist gemounted (einmal gelb, einmal schwarz was mir das wohl sagen möchte?) aber dennoch kann Time Machine dann nicht darauf schreiben. Info, Help etc. Fehlanzeige! Man hängt im backupfreien Raum. Unmounten, ausstecken, neu mounten erst dann geht es wieder.

Software Top und Flop

  • Evernote habe ich für die Notizvewaltung installiert. Das ist handy, aber man kommt sich nach OneNote vor wie wenn man von Business- zur Economy-Class zurückgestuft wird. Geht auch, man kommt an, aber einfach nicht so komfortabel.
  • Pages hat mich im Grossen und Ganzen positiv überrascht. Geht einfach und gut von der Hand. Da ich nicht viele Daten austauschen muss, braucht’s das Office zurzeit nicht mehr
  • Und tschüss Safari. Youtube bleibt hängen, zu viel Platzverbrauch in der Menüleiste, lahme Extensions. Welcome back Chrome
  • Finder uäh
  • Kleiner Helfer: Lyrica als add-on für iTunes

Was vermisse ich (immer noch)

  • Den Fenstermanager, der gibt bei Windows einfach eine bessere Übersicht und ist funktionaler als Expose & Dock.
  • Die Feder im Slot für SD-Karten. Das Ding (die Karte) dort reinzuhämmern bis nix mehr geht, ist nicht die feine Art, geht aber nicht anders beim Mac. Das passt für mich dann auch nicht zur Wertigkeit die das Air sonst auszeichnet.
  • Das „unmount all“ mit einem Knopf (ja ich weiss, gibt’s Software für, kann man konfigurieren etc. ). Das gehört für ein mobiles Gerät aber schlicht zur Standardausstattung. Push Button and Go ist die Devise, nicht Klickmarathon.

Dinge von denen ich immer noch nicht weiss wie’s geht

  • Einen Ordner direkt in einem Unterordner erstellen (kann doch nicht so schwer sein).
  • Wie man Skype wieder aus dem „Wenn du dich anmeldest, möchte ich dich neu installieren“-Modus bringen kann.
  • Wie man die Backuphistory eines einzelnen Files ansehen kann.

Was ärgert mich (immer noch)

  • Dass Fenster nicht in Vollansicht gehen, sondern in eine „Ich weiss besser als du, wie gross ein Fenster dargestellt werden soll“-Ansicht. Da fühle ich mich bevormundet. Es kann schon sein, dass sich ein Dokument (z.B. Google Docs) auf einer Ansicht öffne, von der ich erst wegnavieren muss. Die Zielgrösse ist dann aber grösser als die erste und das Fenster bleibt zu klein.
  • Dass die Fenstergrösse nicht an den Seiten geändert werden kann, sondern nur am fummeligen Dreieckchen unten rechts. In Kombination der Seitengrössenbevormundung wird das noch fataler.
  • Dass die Fensterverwaltung, wenn der Desktop auf einen externen Monitor erweitert wird, immer wieder die letzte Einstellung vergisst. Erst zeigt es den externen Monitor nicht an, dann den des Notis. Wie man wohl „benutzte Einstellungen merken“ dazu bringt, sich was zu merken?
  • Der verschwenderische Platzverbrauch der Menü- und Fensterleiste. Die obersten, sagen wir, 100 Pixel sind bei einem Notebook die mit wichtigsten.
  • Das Trackpad. Auch wenn die Gestures eine tolle Sache sind, verliere ich im Vergleich zum Trackpoint enorm Zeit, um zu einem bestimmten Punkt zu navigieren.
  • Der Speed beim Einlogen. Beim erweiterten Desktop geht das eine ganze Weile bis die Loginbox auf dem anderen Monitor erscheint (wenn überhaupt) und dann ist da auch schon mal der Fokus nicht mehr im Feld. Da geht zu viel Zeit verloren.

Was mir enorme Freude macht:

  • Dass der Rechner nicht automatisch die Lautsprecher anmacht, wenn ich die Aktivboxen / den Kopfhörer ausstecke. Das sollte Standardverhalten für alle mobilen Geräte sein. Das kommt mir so vor, als wollte ich das immer schon so habe.
  • Wie einfach man PDFs erstellen kann, ist ein Segen.
  • Die Grösse, das Gewicht und die Akkulaufzeit.
  • Der AppStore (auch wenn ich nicht verstehe, wieso das ausserhalb von iTunes gelöst wird).
  • Die Hilfsbereitschaft der Apple-Fans. Fast jeder hat mir gesagt „Melde dich wenn du nicht weiter kommst, ich weiss ziemlich viel“.
  • Die klare Ablagestruktur von Programmen und Dateien erleichtert die Arbeit ungemein.

Fazit:

Wer Umsteigt, braucht lange, um sich ans neue System zu gewöhnen. Das macht keinen Unterschied ob von PC zu Mac oder umgekehrt. Klar, dass man dabei vermisst, was einem zuvor einfach von der Hand ging. Ich werde immer noch gefragt, wie zufrieden ich mit dem Mac bin. Nun, ich bin sehr zufrieden. Die Grösse und Portabilität in Verbindung mit so viel Nutzen, das ist einfach genial. Aber ich kann nicht sagen, dass ich den Mac besser finde als den PC (was von einem Umsteiger wie mir, so scheint’s, erwartet wird) ich hatte an beiden Systemen meine Freude, denn es sind beides gute Helfer und darum finde ich die Mac vs. PC -Debatte überflüssig.

Mac vs. PC (aus der Sicht eines Agnostikers)

Nein, ich finde weder Steve Jobs noch Bill Gates sind Gott (ich bin Agnostiker und im -somit für mich hypothetischen- Fall, dass es so was gäbe, würde der/die wohl kaum eine Brille tragen). Ich erwähne das, weil die Argumentationen um Mac vs. PC meist in der Art und Weise geführt werden, wie es religiöse Eiferer tun. Ich finde Windows nicht besser und Apple nicht schlechter als es ist. Mein erstes Apple Produkt war ein iPhone 3G und hätte es damals schon eine vernünftige Android-Alternative gegeben, wäre dies meine Wahl gewesen. Ganz einfach darum, weil mir Lobhudelei suspekt ist (und Apple ja über den grünen Klee gelobt wird) und ich offene Systeme bevorzuge. Aber jetzt bin ich im convenience-lock-in (den Vorteil, den weniger offene Systeme bieten) des iPhone gefangen. Meine Rechner waren jahrelang Windows-Rechner – ich war zufrieden damit, die konnten, was ich wollte. OK, da läuft noch ein Linux um die Musik zu streamen, aber wie Gabe Schwarzer in seinem Mac vs. PC vs. Linux über Linux sagt: „Go play with your Servers, Linux, this is grown-ups talk here“. Anmerkung: Die Migration von Suse auf Ubuntu (auch so ein über den grünen Klee gelobtes Produkt) die ich dieser Tage vornahm, benötigte unzählige Stunden mit trial/error und Forumswühlerei (stöhn).

Ich bin ein Verfechter von „form follows function“ und nicht umgekehrt. Darum stand bei mir, als musikaffinen Menschen, auch nie Harman/Kardon oder Bose rum, sondern Geräte und Boxen die gut tönten (und manchmal schrecklich aussahen). Gemach! Vor zwei Wochen habe ich mir ein Mac Book Air gekauft, weil so leicht und klein (was für mich als Stadtwanderer funktional wichtig ist) und weil man ja auch mal die andere Seite des Hages ansehen sollte, bevor man den Stab über diesen bricht. Zeit genug also für ein erstes Urteil.

Zum Vergleich:

  • Bisher: Lenovo X60 Tablet (LEN) Intel Core 2 DUO 1.6GHz 3GB RAM, 80GB SSD (nachgerüstet) das Teil ist bald vier Jahre alt
  • Neu: Mac Book Air 13.3“ (MBA) Intel Core 2 DUO 2.13GHz 4GB RAM, 256GB SSD

Verarbeitung

Die Verarbeitung des MBA ist schlicht umwerfend. Da klackert nichts, das Aluminium ist edel, die Spaltmasse sind klein. Da wirkt das LEN (OK schon ein paar Jahre alt) einfach minderwertiger.

Tastatur

Die Tastatur eines Lenovos ist für mich eigentlich nicht zu schlagen. Angenehme Mulden für ein Gespür, anständiger Hub. Da wirkt das MBA einfach nicht so doll, auch wenn man sich schnell an die Tastatur gewöhnt und das leise Tastaturklicken sehr angenehm ist. Sehr störend beim MBA ist, dass viele Sonderzeichen nicht angeschrieben sind, für alte Mac-Füchse wohl schon im Rückenmark programmiert, nicht so für ein Neueinsteiger. Das führt dann dazu, dass ich nach einem geschriebenen Tweet das „hashtag“ wählen möchte und mich auf youtube wiederfinde und der Tweet verloren ist. Nein, ich möchte nicht ein Menü öffnen müssen, um herauszufinden, wo sich das „hashtag“ versteckt oder die eckigen Klammern.  Die Unterscheidung von <fn>, <ctrl>, <alt>, <cmd> ist alles andere als intuitiv. Dazu hat die Tastatur eine Taste für „eject“ die aber keine Funktion besitzt. Anstelle davon wäre eine „delete“-Taste nützlich. Da muss man dann erst darauf kommen, dass man dafür <fn>+<backspace> drücken muss, das erschliesst sich einem ja nicht durch die Nabelschnur. Zudem hat die Backspace-Taste keinen Beschleuniger, da schläft einem schon mal das Gesicht ein. Mir muss auch keiner mehr kommen und über den „Affengriff“ lästern. Wer copy /paste auf der Apple-Tastatur machen muss, der hat danach Knöpfe in den Sehnen, die Tasten liegen so nahe zusammen. Dabei finde ich es auch nicht einfacher, die <cmd>-Taste mit dem rechten Daumen zu bedienen. Wohl einfach nur Gewöhnungssache sind all die neuen Shortcuts. Toll am MBA sind die Cursor-Tasten, die sehr schnell zu erfühlen sind und das gefräste Alu, das weniger Dreck ins Innere leitet und halt auch für das optische Erscheinungsbild. Aus Sicht der Bedienbarkeit finde ich es nicht gelungen, die Ein/Aus-Taste über der Backspace-Taste anzusiedeln, es führt zu Fehleingaben. Die Enter-Taste ist schlicht zu klein geraten und das obschon die MBA-Tastatur breiter ist als die des LEN.

Akku

In zwei Jahren werde ich wohl die Akkus ersetzen müssen. Ich bin gespannt, ob Apple diese in Stundenfrist wird ersetzen können, denn ich werde nicht tagelang auf meinen Rechner  verzichten wollen, schon gar nicht mit meinen privaten Daten darauf. Die Akkubetriebszeit ist nicht überragend, wenn man sie mit anderen Notebooks vergleicht. Dieser Vergleich ist aber nicht fair, denn es gibt kein so kleines und leichtes (vollwertiges) Notebook mit so viel Leistung und Akkubetriebszeit.

Display

Hier ist der Vergleich, sicher auch wegen des LEN-Alters, einseitig. Die Branche hat hier in vier Jahren einiges bewegt. Das Display von MBA ist toll, hell und der Wide-Screen macht alles etwas angenehmer. Aber dem Erfinder der Gloss-Displays gehört eine gescheuert, und zwar mit Anlauf (siehe „function follows form“)

Tippt man auf wackeliger Unterlage, wobbelt der Screen beim des MBA recht unangenehm, was ich bei der einfach fantastischen Dünne des Displays lieber in Kauf nehme als die – konstruktionsbedingt – eingeschränkte Neigung des Displays nach hinten.

Peripherie

MBA bietet keine Docking-Station. Das führt zum gehassten Kabelsalat am Arbeitsplatz. Ich dachte, das Problem gehöre der Vergangenheit an und sei gelöst. Irrtum, sprach der Igel, und stieg vom Kaktus und wie ich Apple einschätze wird das wohl auch so bleiben, weil sie für die Peripherie komplett auf Wireless setzten werden. Das führt dann dazu, dass die Backup-Disk, der Drucker, die Zehnertastatur und der Scanner wieder an einem USB-Hub hängen, der Strom säuft. Dafür ist der Anschluss eines zusätzlichen Screens mit dem MBA um einiges einfacher als mit dem LEN, wären da nicht die Dongels die man im Dutzend kaufen und rumschleppen muss. Generell ist das Anschliessen der Peripherie mit dem MBA jedoch recht einfach, meine Bluetooth-Maus verbindet zuverlässiger und schneller als mit dem LEN, das Aufsetzen von „Time Machine“ würde ich auch meinen Eltern zutrauen. Ganz übel finde ich, dass ich 20 Minuten brauchte um ein Internet-Tethering über Bluetooth einzurichten, mit einem iPhone 4 wohlgemerkt. Das funktionierte mit dem LEN einfacher und besser. Trotzt allem Tollen in Sachen Peripherie,  zwei Dinge vermisse ich beim MBA enorm: den Trackpoint und der Fingerprint-Reader. Ich bin offenbar einer der wenigen Benutzer, die sehr gut mit dem Trackpoint umgehen können. im Gegensatz zum Trackpad muss ich mit dem Trackpoint für das Scrollen und Navigieren die Hände nicht von der Tastatur nehmen und Falscheingaben sind praktisch ausgeschlossen. Das „instant-on“ des MBA verspielt sich wegen fehlendem Fingerprint-Reader einen allfälligen Vorteil gegenüber dem LEN (Win7 mit SSD ist verdammt schnell). Gerade bei Geräten im mobilen Einsatz bin ich froh, wenn ich die Authentifizierung einhändig machen kann, das ginge beim MBA nur mit einem „asdf“-Passwort.

Funktionalität

Der Funktionsvergleicht ist ja mehr OS X vs. Win7 und dabei war meine Erwartungshaltung (siehe Lobhudelei) an OS X schlicht zu gross. Die Bedienbarkeit des MBA ist nicht wesentlich besser als die des LEN. Beispielsweise schneidet OS X im Finder (der dem File Explorer schlicht unterlegen ist) in der Anzeige die Filenamen ab. Diese können dann nur mit mouse-over (und warten) angezeigt werden. Abgeschnitten werden auch Titel von Hilfetexten, so kann ich nicht beurteilen, welchen Artikel ich denn lesen möchte. Verschiedene Funktionen erschliessen sich mir (noch?) nicht: Windows-Maximize ist nicht bildschirmfüllend (oder nur vertikal), ein Browser der im erweiterten Bildschirm füllend ist, lässt den Dock verschwinden und Anwendungen die ich schliesse, laufen im Hintergrund weiter. Welche Vorteile habe ich davon? Ich weiss es schlicht nicht. Im Gegenteil dazu erahne ich, dass mir Expose und Spaces bei intensiverer Nutzung noch gefallen werden. Zukunftsweisend erachte ich dafür die „guesture recognition“ über das Trackpad. Hier hat Apple begriffen, dass man nicht auf einen vertikal aufgestelltes Display fingern möchte und die Funktionen erschliessen sich einem schnell. Ein grosses Plus von OS X ist die Softwareinstallation und die Konfiguration. Beide sind einfach, klar und ich bekomme nur so viel Information wie nötig. Aufholen muss OS X gegenüber Win7 aber mit den Display-Funktionen wie z.B. auto-dock und gruppierten Miniaturansichten mit Vorschau.

Leistung

SSD macht den Rechner schnell; egal was für ein Rechner. Davon profitiert auch das MBA, es ist superschnell. Was das MBA besser macht, ist wie es mit der Leistung umgeht. Das Gerät wird warm, aber nicht heiss und wenn die Wärme abgeführt werden muss, rauscht der Ventilator nicht gleich wie eine Flugzeugturbine los. Filetransfers sind sehr schnell, weil da kein Virenscanner seine Finger im Spiel hat, aber das ist wohl einfach eine Frage der (Verbreitungs-)Zeit.

Design

Dazu ist wohl alles gesagt.

Fazit:

Die Diskussion Mac vs. PC ist wie wenn wir Schweizer argumentieren, wieso wir keine Deutsche sind. Wir bauschen kleine Unterschiede zu grossen auf, denn:

  • Ist das MBA schneller ? Wenn ja, dann nicht dramatisch
  • Ist das MBA besser? Nein, einfach anders
  • Ist das MBA kleiner und leichter ? Ja!

Ja, genau darum habe ich es gekauft, weil es göttlich klein und leicht ist, mit einer Top-Performanz und genügend langer Akkubetriebsdauer. Genau das macht es einzigartig. Zu guter letzt macht das Arbeiten mit einem qualitativ hochwertigem Gerät mit gutem Design einfach mehr Spass.

PS: der HP-12 für das Dashboard ist natürlich auch ein Plus 😉