Das Problem der Transparenz

Breitbandantibiotika„Mehr Transparenz!“ ruft es derweilen aus aller Welten Wäldern, quasi als Breitbandantibiotika gegen alle gesellschaftlichen Krankheiten: Lohnungleichheit, proprietäre Daten, etc. pp. Transparenz ist ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung von Ungerechtigkeit, kann sie aber auch verschärfen. Den Schlüsselgedanken für diese Erkenntnis gab mir das Referat des Philosophen  Richard David Precht  anlässlich des Marketingtages 2013. Er deutete das Experiment an Bonobs anders als „die Welt„. Er behauptet — und führt das Experiment als einen seiner Beweise an — dass der Mensch keinen angeborenen Gerechtigkeitssinn, sondern einen angeborenen Ungerechtigkeitssinn hat. Das tönt zunächst identisch und führt wohl auch oft zu demselben Resultat, basiert aber auf anderen Motiven. Es geht mir weniger um die Wortklauberei („Gerechtigkeit“ beschäftigt die Philosophen schliesslich schon seit Jahrtausenden), sondern um die Hilfe im Urteil, ob mehr Transparenz auch zu einem besseren Resultat führt.

Übrigens wird dem Ruf nach Transparenz selten ein Wort der Reichweite beigemischt. Für wen soll die Information transparent sein? Für alle, für relevante, für einzelne? Beispielsweise macht es — für mich — recht viel Sinn, dass meine Krankengeschichte für einen behandelnden Arzt transparent ist, jedoch wenig Sinn, dass sie auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist.  Das zeigt, dass der Begriff „Transparenz“ für sich selbst schon ein schwieriger ist. Denn wie nennt man das Beispiel? „Selektive Transparenz“ oder „Semi-Transparenz“.

Zur Veranschaulichung habe ich zwei Beispiele angefügt, die zeigen, dass die Beurteilung der Transparenz durch den Ansatz eines Ungerechtigkeitsverständnisses einfacher fällt.

Beispiel 1 – Die Untreue

Gerade letzte Woche habe ich von einem Kollegen erfahren, dass er mit seiner Ehefrau, mit der er schon seit Jahren verheiratet ist, eine Abmachung betreffend „Ausrutschern“, also Seitensprüngen hat. Sie haben abgemacht, dass sie sich einen Ausrutscher nicht erzählen würden. Sie lassen ihren Partner— dem Menschen, dem sie am meisten vertrauen — deswegen also komplett im Dunkeln. Sie machen das, weil sie wissen, dass der/die Gehörnte sich ungerecht behandelt fühlen würde und dass so etwas — eine Ausrutscher im Sinne des Wortes — einfach passieren kann und erst dann zum Problem wird, wenn die Probleme ganz an einem anderen Ort liegen, wo sie dann hoffentlich auch zur Sprache kommen.

Beispiel 2 – Die Managerlöhne

Vorweg: Ich find die Dimensionen, die Top-Managerlöhne angenommen haben auch verwerflich und nicht mehr logisch zu rechtfertigen. Aber was passiert, wenn die Managerlöhne für einen grossen Kreis offengelegt werden?  Würde Herr Brady Dougan auf Lohn verzichten, weil es gerechter wäre, dass er nicht mehr Lohn als seine Kollegen mit vergleichbarem Job erhält? Wohl kaum.

Würden seine Kollegen in vergleichbarer Position darauf pochen, dasselbe zu verdienen, weil sie sich sonst ungerecht behandelt fühlen? Sehr wahrscheinlich.

Als Resultat würde die gesamten Managerlöhne weiter ansteigen und die Lohnschere noch weiter aufgehen (kleiner Einschub: Nein, eine 1:x-Regelung macht da keinen Sinn, weil mit Regelung von Extremwerten die Lage einer Verteilung nur unzulässig verbessert wird. Bitte erspart mir einen Statistik-Blogbeitrag, danke).

Transparenz — Kein Breitbandmedikament, nur für überlegten Einsatz empfohlen

Ich meine, es gibt viele weitere Beispiele, die beweisen, dass die Förderung von Transparenz nicht zu einem besseren Resultat führt. Darum meine ich, dass Transparenz als Wirkstoff nur sehr gezielt eingesetzt werden sollte. Beispielsweise um als Bürger zu erkennen, welche Interesse ein Politiker verfolgt, oder Qualitätsbezeichnungen von Lebensmitteln. Doch wann anwenden? Als Entscheidungshilfe finde ich den Fünf-Schritte-Prozess spannend, den der Sicherheitsexperten Bruce Schneier empfiehlt, um zu entscheiden, ob eine Massnahme zur Verbesserung der Sicherheit taugt. Für die Transparenz würde ich noch einen zusätzlichen Punkt (0) hinzufügen:

0) Für wen soll die Information transparent sein?
1) Was für ein Problem löst die Transparenz?
2) Wie löst die Transparenz das Problem?
3) Welche neuen Probleme bringt die Transparenz hervor?
4) Welche ökonomischen und soziologischen Kosten löst die Transparenz aus?
5) Ist die Transparenz diese Kosten wert?

Diese Überlegungen auf Basis eines angeborenen Ungerechtigkeits-Empfindens anzustellen, hilft bei der Beurteilung gesellschaftlicher Probleme und nicht nur dem der Transparenz.

Buchstöckchen

„Fass, Slartie, fass!“ so – oder ähnlich – rief es von @sunnechind aus dem Wald, als sie mir das „Buchstöckchen“, das @Frau_W in ihrem Blog geschnitzt hatte, zuwarf. Ein Blogkettenbrief zu Fragen rund um Bücher.  Da ich eben am Compi sass, um mich mit Redaktionsarbeit (örks!) für mein eigenes Buch beschäftigen wollte, war dieses Ruf eine willkommene Prokrastination. So wackle ich mit den Ohren, wechsle zu treueM Blick, lass meine Zunge etwas raushängen und beginne zu schreiben.

Welches Buch liest du momentan?

417b1lt5dXL._SY445_Eben grad weggelegt habe ich „Das hündische Herz“ von Michail Bulgakov, sehr lesenswert, aber nicht Antwort auf die Frage (habe ich nur hingeschrieben um etwas zu imponieren). Aktuell lese ich ein Fachbuch „Alles ist offensichtlich – sobald man die Antwort kennt“ von Duncan J. Watts.

Warum liest du dieses Buch? Was magst du daran?

Als ich davon hörte, hat es mein Interesse geweckt, weil mich alles interessiert, was Menschen (schliesst mich ein, bin ja kein Alien) zu Entscheidungen und Fehlentscheidungen leitet.

Das Buch handelt von Soziologie, Psychologie, Ökonomie und Marketing. Das interessiert mich als neugierigen Menschen und als (ebenfalls neugierigen) Marketingmenschen. Warum haben die einen Kampagnen erfolg und andere nicht? Warum  picken wir uns zum Beispiel die bestätigenden Informationen aus einer Antwort und lassen diejenigen links liegen, die nicht in unser Muster passen?

Die Analyse von Watts ist enorm entwaffnend und auch etwas desilusionierend. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber ein Zitat – nicht von Watts – beschreibt das recht treffend: „Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“.

Wurde dir als Kind vorgelesen? Kannst du dich an eine der Geschichten erinnern?

Ich kann mich nicht an so viel von meiner Kindheit erinnern. Sicher wurden mir Geschichten vorgelesen, ich begann mich aber schon bald selbst mit Büchern unter die Bettdecke zu verkriechen – auch schon mal mit Taschenlampe. Die intensivsten Erinnerungen habe ich an Franz Hohlers „Tschipo„, bei dem ein Junge intensiv träumt und immer was vom Traum in der realen Welt zurückbleibt. Auch schon mal ein Schokoladevelo im Bett. Uiuiui, das wollte ich auch.

Gibt es einen Protagonisten oder eine Protagonistin, in den / die du schon mal regelrecht verliebt warst?

Nein, das ist mir noch nie passiert.

In welchem Buch würdest du gerne leben wollen?

In einem von Walter Moers‘ Zamonien-Büchern). Mit Rumo eine neue Welt voller Zyklopen, Schrecksen, Haifischmaden und Eudeten zu erforschen oder die Stadt der träumenden Bücher. Da würde die wunderbare Fantasie, die er aufzubauen mag zwar zerstört, aber die Erlebnisse wären sicher unbeschreiblich.

Welche drei Bücher würdest du nicht mehr hergeben wollen?

Ich gebe alle meine Bücher her. Die Texte sind heute ja allgemein wieder gut beschaffbar. Ich empfehle aber diese drei – es gäbe noch viel mehr und ein anderes Mal würde ich vielleicht drei andere auswählen – Bücher zum Lesen:

  • Wie der Wal zur Flosse kam“ von Steve Jones. Der englische Genetiker Jones erzählt darin Darwins „Entstehung der Arten“ nach heutigen Erkenntnissen neu. Es ist ein Buch, das mein Bild von der Natur, der Welt und  der unbedeutenden Rolle der Menschen darin, massgeblich verändert hat. Zitat zur Vielfalt der Lebewesen: „Damit steht auch die Menschheit an ihrem richtigen Platz – in der Nähe der Bananen“.  Jones erzählt mit gutem britischen Humor und einer allgemein verständlichen Sprache. Ich gehe so weit, dass das eigentlich Pflichtlektüre für Schüler sein müsste.
  • Stadt der Blinden“ von José Samarago. Ein Virus lässt Menschen plötzlich erblinden. Eine beklemmende Geschichte zur Soziologie unserer Gesellschaft.
  • Gesammelte Werke“ von Wilhelm Busch. Der Kerl ist einfach unglaublich
    (habe zwar nicht die gesammelten Werke, aber viel davon)

Ein Lieblingsssatz aus einem Buch

Neben dem Bananensatz von Jones, gehört hier einfach ein Zitat von Busch hin:

Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung

Das Öko-Feigenblatt

Ich lebe in der Stadt und besitze nur ein Motorrad. Das ist ökologisch nicht die Weisse Weste, brauche ich es zumal auch mal nur für eine Ausfahrt. Obschon ein Durchschnittsverbrauch von 5l/100Km für eine Maschine mit grossvolumigem Motor (1200cc) als sehr gering gilt, ist das doch eine Menge, wenn man das Gewicht mit dem eines Autos vergleicht. Nun, der Luftwiderstand ist halt immens grösser als bei einem Auto (ein gutes Auto hat einen cw-Wert von ca. 0.28, ein Motorrad etwa 0.7) und da dieser mit zunehmender Geschwindigkeit im Quadrat steigt, ist schnell klar, woher der Verbraucht kommt.  Ein Auto besitze ich dafür keines oder nur temporär, wenn ich mir eines über Mobility Car-Sharing borge. Wenn man das Fahrzeug für einen ganzen Tag braucht, kann das auch ganz schön teuer werden, darum bieten sie dafür die Möglichkeit, bei gängigen Autovermietern ein Fahrzeug zu mieten. Tolle Sache, Mobility und ökologisch sehr sinnvoll.

Emotionen steuern die Wahl

Fahrzeug Citroën DS5

Dass wir uns bei einem Kauf(oder Miet)-Entscheid von unseren Emotionen steuern lassen, ist nichts Neues. Ich merkte das, als ich sah, dass ich für nur 10 Franken mehr statt irgendeiner namenlosen Büchse eine Alfa Romeo Giulietta mieten konnte. „Herz hüpf, schönes Auto, endlich mal sehen, ob die Alfas denn wirklich so tolle Autos sind“, sagte das Teufelchen auf meiner Schulter. Das Engelchen sagte: „Schau dir mal den Verbrauch an, da kannst du bei geplanten 300 Km gleich für 10 Franken eine Klasse höher, mit noch tieferem Verbraucht buchen und fährst günstiger. Zudem ökologisch, ey!“ Was soll ich sagen? Das Teufelchen gewann.

Bei der Buchung stand da: „oder vergleichbar“. Ich ahnte schon, dass ich ein vergleichbares Fahrzeug erhalten würde,  bekam dann einen Citroën DS5 Hybrid. „DS“ oder eben „Deesse“ bezeichnete damals  -zurecht- die Göttin der Fahrzeuge. Heute sieht die Kiste mehr aus wie ein Transformer aus den bekannten Hollywood-Filmen. „Ein Auto voller moderner Technik“, beteuerte die Vermieterin. Da hatte sie recht.

Der Öko-Schwachsinn

Ich stieg also ein und stellte mal Spiegel und Sitz ein. Dafür betätigte ich etwa 20 Elektromotoren. An die Spiegelverstellung hat man sich unterdessen ja gewöhnt, ist auch praktisch. Aber wieso muss man den Sitz elektrisch mit einem schweren Kerl darauf sitzend verstellen könne? Ich meine, bei konventionellen Fahrzeugen mache ich einen Griff unter den Sitz, Zack! im letzten Rastpunkt: schnell, einfach, praktisch. Aber das ist wohl wie mit der Klimaanlage, die ist ne Verbrauchsschleuder, aber halt einfach so praktisch, dass ich sie auch nicht mehr missen möchte. Daneben hatte es ein Head-Up-Display, das sich elektrisch verstellen lässt, drei elektrische Dach-Rollos, ein elektrischer Kofferraumdeckel, Massagesitze und ein Staufach in der Armablage das gekühlt und beleuchtet ist. Das ist alles praktisch, aber ökologisch kompletter Schwachsinn.

Mit weniger Fahrzeuggewicht und weniger elektrischen Verbrauchern könne der Verbrauch wohl am wirkungsvollsten gesenkt werden.

Man kann sich zudem überlegen ob es sinnvoll ist, ein Fahrzeug für den Hybridantrieb ca. 300Kg schwerer zu machen. Das Hybrid-Fahrzeug wiegt rund 1800 Kg! Zum Vergleich: Das einzige alltagstaugliche Auto, das ich je besass, war ein gebrauchter, alter (Jahrgang 1986) Saab 900 Aero Turbo. Der hatte auch den ganzen elektrischen Schnickschnack, einen aufwändigen Motor und dickes Blech. Dieser „Schwedenpanzer“ wog damals 1300 Kg (und verbrauchte 10l/100Km).

Da ich mit dem DS5 vor allem auf der Autobahn unterwegs war, lief der Elektromotor eher selten, ausser es war Stau (es war) und für das Rollen in der Stadt. Die Überraschung kam an der Zapfsäule, als ich für etwas mehr als 300 Km etwas weniger als 20l Diesel nachtanken musste. OK, war von der Vermietung wohl nicht ganz voll (alter Trick), der Motor hatte erst 3000 Kilometer auf dem Buckel, die Klimaanlage musste bei 35 °C ordentlich arbeiten und im Stau hatte ich auch die Massagefunktion eingeschaltet, das macht man dann halt wie automatisch, überall rumdrücken. Aber man kann es drehen und wenden wie man möchte. Das ist massiv zu viel. Dass der Motor „Airdream“ (!) heisst, wirkt dann fast zynisch.

Ein Feigenblatt für die Ökologie

Ein Hybrid-Auto mit 1800 Kg Gewicht, dessen Diesel säuft und der mit Elektromotoren und -Verbrauchern nur so vollgestopft ist, soll uns das Gewissen beruhigen. Offenbar funktioniert das, denn die Fahrzeuge werden allgemein von Jahr zu Jahr schwerer und es gibt kaum kritische Stimmen gegen Hybrid-Autos. Zudem, weil ich auch nicht weiss, was mit all den Batterien mal geschehen wird (weiss das jemand?). Wie auch immer, es wird auf jeden Fall viel graue Energie brauchen für die Aufbereitung und Entsorgung.

Nichtsdestotrotz glaube ich, dass der Hybrid-Antrieb in die richtige Richtung geht, es sicher bessere Hybrid-Fahrzeuge als den DS5 gibt und wenn mal eine Wasserstoff-Brennstoffzelle die Batterie ablöst und der Verbrennungsmotor nur noch für Vortrieb dient (tschüss Alternator), dann haben wir wohl einen sehr grossen Schritt gemacht. Dass Autos wieder leichten werden, daran glaube ich nicht, wenn ich sehe, wie viele SUVs und hubraumstarke Fahrzeuge so in der Stadt unterwegs sind. Vielleicht sollten wir uns überlegen, in unseren Schulen statt Frühenglisch, Physik und Ökologie einfliessen zu lassen, damit wir künftig besser erkennen, wenn uns Öko-Feigenblätter vorgehalten werde. Das ist Polemik, zugegeben.

Mein #superslart-T-Shirt-Shop: Es begann alles so einfach

Superslart-LogoManchmal gehen mir die Gedanken durch, wie eine Horde wilder Pferde, die einen lauten Knall gehört haben. So kam ich damals, drüben bei Twitter, auf die Idee, über #superslart zu berichten. Einen Helden des Alltags, der eigentlich alles kann (was andere auch können) und das noch nicht mal besser, oder anders, aber das ist auch egal. Doch was wäre ein Superheld ohne ein vernünftiges Signet? Einfach nichts! Denn ohne sein Signet auf den Mond zu projizieren, hätten sie den Batman nicht aus der Höhle gelockt und ohne grosses „S“ (ok, da war noch das mit der Brille) wäre Superman nicht von Clark Kent zu unterscheiden gewesen. Darum brauchte #superslart ein Signet. Basta!

Thomas Kupferschmied (kupferschmied.ch) hat mir dann freundlicherweise ein wunderbar schönes Signet für #superslart kreiert. Mit „S“ und Hashtag und allem was dazu gehört. Kaum hatte ich das, gingen die Pferde schon wieder mit mir durch und ich meinte, ich müsse #superslart einen Fan-Shop auf die Beine stellen (Für Groupies oder was auch immer). Easy, E-Commerce, T-Shirt, Standard, „klick-klack“ und das Ding ist gebaut, dachte ich, doch weit gefehlt!

What you see is what you see

Welche Produkte wähle ich aus, wie platziere ich das Logo? Bei den meisten Shops kann man farbige Logos nur auf weisse Shirts drucken lassen. Das ist auch logisch, denn je nach Druckverfahren sieht sonst das Resultat eigenartig aus. Bei Zazzle.com gehen sie offenbar das Risiko ein und man kann auch auf dunklen Basisfarben sein Logo aufdrucken. Also hatte ich etwas rumexperimentiert und mir zwei Muster zustellen lassen (man will ja erst proben, bevor man es seinen Freunden zur Verfügung stellt). Die Antwort liess mit über einer Woche zu lange auf sich warten. Das Resultat war OK für das Jäckchen, das T-Shirt habe ich aber gleich zum Schuhputzdienst eingeteilt. Ärgerlich war, dass ich da noch MwSt. bezahlen musste, das ist zwar logisch und richtig so, ich mag einfach nicht beim Empfang noch zusätzlich Geld zahlen müssen, wenn ich etwas Online kaufe. Zudem landet das Paket so nicht im Milchkasten, sondern bei ner zentralen Poststelle (nicht meiner Apotheken-Poststelle in der Nähe, die darf keine Pakete aushändigen, für die Geld bezahlt werden muss). Was aber vor allem gegen Zazzle.com sprach, ist, dass das Ganze aus der USA geliefert wurde. Das war mir für den Spass, der mein Shop ja ist, doch ökologisch zu fragwürdig.

Da gibt es noch einige deutsche Anbieter, wie spreadshirt.de, die ermöglichen aber nur Einkäufe gegen Bezahlung in Euro und ich mag nicht, wenn Leute vor dem Einkauf rechnen  und dann Beträge wie 32.09CHF zahlen müssen.

So bin ich letztlich wieder bei Shirtcity.ch gelandet, die ich erst verwarf, weil das mit den farbigen Shirts nicht ging. Dort merkte ich, dass ich, wenn ich ein eigenes Vektor-Motiv hochlade (Seitenbemerkung: Danke, liebes Adobe-Team, dass Photoshop Elements 11 kein EPS mehr unterstützt [unterdrückter Kraftausdruck]), ich wohl bessere Resultate erhalte und auch andere Druckverfahren auswählen kann.

Nach ca. zwei Wochen war dann mein Motiv akzeptiert und ich konnte damit schlicht nichts anfangen. Bei der Hälfte der Platzierungen war das Motiv zu gross (Hallo, Dr. Vektor?) oder wurde dargestellt und wenn ich es dann in den Shop stellte wieder weg. Also zurück zum Bitmap (!) und ein paar weiteren Stunden mit dem Versuch eine gute Produktreihenfolge in den Shop zu erstellen, was immer wieder, aus unerfindlichen Gründen, über den Haufen geworfen wurde. Ach ja, die Ware wird aus Deutschland geliefert und darum fällt auch Mehrwertsteuer bei der Lieferung an. Die Qualität hat mich auch nicht restlos überzeugt, ist aber OK, vor allem, wenn man die tiefen Kosten bedenkt.

Fazit

T-Shirt-Produktion mit eigenem Shop im Online-Shop ist eine tolle Idee. Fulfillment und Logistik übernimmt der Shopbetreiber und das ist super-Easy. Leider habe keinen Shop in der Schweiz gefunden, der einen Shop im Online-Shop anbietet. Ich habe beliebig mehr Zeit gebraucht, als gewünscht. Man sieht zwar bei den Anbietern sehr viele Shirtmodelle und – Farben, letztlich stehen die aber meist nicht zur Verfügung, darum bin ich dann doch, der Einfachheit wegen und wegen des Druckresultats, bei weissen Shirts gelandet. Die Qualität der Produkte ist recht unterschiedlich und bleibt halt eine Überraschung. Den Shop zu konfigurieren war zu Beginn einfach uns simpel, bis man versucht, mit eigenen Motiven zu arbeiten und Sortierreihenfolgen festlegen zu wollen, da gehen gefühlte drei Tonnen gekauter Fingernägel drauf.

Kauft #superslart Fanartikel!

Ich bin bei Shirtcity.ch geblieben und habe jetzt meinen Shop unter www.shirtcity.ch/shop/slartbart . Der Druck ist OK, der Preis ist OK und ich möchte nicht noch mehr Zeit investieren, denn es ist ja mehr ein Gag und ein Versuch, das auch für einen Verein zu betreiben.

Ich freue mich über deinen Einkauf (#superslart, ey!) und die Netto-Einnahmen werde ich einen Kiva-Projekt oder sonstwie sinnvoll sponsoren. Denkt beim Einkauf daran, dass das Resultat gut ist, aber nicht wie wenn ihr was fixfertig Produziertes kauft. Nicht alle Modelle habe ich mir als Muster gekauft, denn für den rosa Spaghettiträger-Hemd für Frauen habe ich etwas wenig Einsatzmöglichkeit. Es bleibt also ein kleines Restrisiko, was bei den moderaten Preisen aber sicher zu verkraften ist. Ach ja, und denkt daran, 8% des Kaufpreises müsst ihr bei Lieferung noch bezahlen.

Ich freue mich auf alle Fälle. wenn ich mal ein #superslart -Fanartikel live sehe. Schliesslich besser als Superman oder Captain America, Flattermaus, Fantastic Four, etc. die gibt es ja nur in Comics, #superslart soll hingegen schon in Schweizer Gassen (und Bars) angetroffen worden sein, aber das ist ein Gerücht.

The Voice of Switzerland – Die Schweiz sucht ihre Stimme

by flyzipper / Steve Mishos (by creative commons)

Es wurde schon viel geschrieben, gesagt und geklagt über „The Voice of Switzerland“ von SRF. Auch mich, als Musikliebhaber fast aller Stilrichtungen, hat „The Voice of Switzerland“ hinter dem Ofen vor den TV, oder genauer vor den Compi geholt, denn die Umsetzung der Nachspielmöglichkeit auch  SRF und Youtube sind vorbildlich, grosses Kino. So ist die Show für mich, nach „Der Bestatter“, der zweite Volltreffer von SRF.

Zu den Coaches

Ein gelungener Mix aus verschiedenen Stilrichtungen und für verschiedene Altersgruppen. Mich schaudert vor der Vorstellung einen Chris von Rohr oder ein Göle bei den Coaches zu haben. Philipp Fankhauser find ich eine Bereicherung, weil er so schön unaufgeregt ist. Marc Sway spricht, als wäre seine Zunge betäubt, aber man muss in einfach gerne haben. Stress ist wie immer etwas mehr als er ist, aber „très sympha“ und klabautert nicht lange über einen Entscheid nach, ist direkt, das mag ich. Zudem: Wenn sein PR-Manager dem Blick die Story über sein Modelabel gesteckt hat, war das ganz grosse Schule. Ein Schelm ver Böses denkt. Stefanie Heinzmann ist mir zu „alles isch güet, hüere güet“ aber sie hat eine Hammertruppe zusammengestellt und die Sängerinnen und Sänger am weitesten gebracht, Chapeau!

Zu den Stimmen

Die Stimmen überwältigen und wenn ich mich so umhöre, erstaunt nicht nur mich, was für Stimmen wir in der Schweiz haben. „In der Schweiz?“ mag einer fragen. Da ist der „Singing Postman“ dessen Wurzeln ganz sicher nicht in Trubschachen liegen, ein Portugiese, der strahlend verkündet, dass er gar nicht versteht, was er Schweizerdeutsches singt, aber es so intoniert, als ob er den Song erfunden hätte, eine Argentinierin mit ihrem unschweizerischen Selbstbewusstsein und positiven Auftreten, eine Israelin, die zeigt, dass Florece Welchs Art zu singen doch nicht soo einzigartig ist. Sie sind hier wegen der Liebe, wegen einer neuen Chance, wegen unserem Land und ihre Internationalität fügt sich nahtlos zusammen mit unserem Eigengewächs: Der Power aus Basel, einer Bernerin die innert kurzer Zeit unglaubliche Fortschritte macht, eine Tessiner Stimme, die zwar nicht grandios ist, einem aber durch die Freude vollends einnimmt und dann noch zwei Stimmen aus der Romandie, die eine ganz gross, die andere engelhaft.

Wegen dieser Zusammensetzung wird in der Sendung Schweizerdeutsch, Hochdeutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Englisch gesprochen. Neben dem, dass – wie man sagt – Musik eine eigene Sprache ist, setzt das für mich noch einen obendrauf, denn „this is The Voice of Switzerland!“

PS: Und ein grosses Kompliment der Band, die das alles begleitet und dem Tonmeister, der das perfekt umsetzt. Da sind wahre Profis am Werk